Soll noch einer sagen, in Franken gebe es keine Vulkane! In der Stadthalle, "da wo am Samstag das Herz Europas schlug", bebte die Erde. Der "Vulkan GTF" sprühte Funken und spuckte Feuer. Unter dem Motto "Europa" präsentierten Gesangverein, TSV und Feuerwehr (GTF) bis Mitternacht augenzwinkernd die schönsten Seiten des Kontinents.

Länder-Karten an den Wänden - gemalt von Barbara Nowak - Fahnen und Tischdekos zeigten in der "Europa-Halle" die Nationalitäten auf. Hingegen fristete die "Brexit-Fahne" in der hintersten Ecke des Saales ein unbeachtetes Dasein.

Uli Zech moderierte

Wie lange braucht man zu Fuß von Schlüsselfeld nach Lissabon? Eine der Fragen, mit denen Moderator Uli Zech den Elferrat - und das Publikum - konfrontierte. Den Trip, der angeblich 19 Tage und zwölf Stunden dauern soll, schaffte die Steigerwaldmetropole in wenigen Stunden.

Unterwegs immer begleitet von der typischen Musik der jeweiligen Länder, sprangen die Akteure mühelos von einem Land zum anderen. Wenn Moderator Uli Zech dem Publikum "Je t'aime" ins Ohr flüsterte, galt die in vielen Sprachen gesungene Liebeserklärung vor allem "diesem tollen Kontinent".

Beine schwingend eröffnete das GTF-Ballett (Leitung: Anna Sendner) die Europa-Show. "Auf dem Land ist was los" fanden die Kleinsten und zeigten in niedlichen Tierkostümen, was sie schon drauf haben.

Als die "Happy Dancers" vor Alpen-Panorama zum Dorfrocker-Song "Ich bin ein Dorfkind" über die Bühne wirbelten, brodelte bereits die Stimmung. Dass man sich in Schlüsselfeld keine Sorgen um den Nachwuchs machen muss, zeigte Lovis Nowak in ihrem Bühnendebüt als Austauschschülerin. Die Enkelin von Gisela Ottenschläger, die Generationen von Turnerinnen unter ihren Fittichen hatte, scheint das Faschingsvirus der Oma geerbt zu haben.

Es wurde feierlich

Dann wurde es feierlich: Zu den Klängen der Europa-Hymne "Freude schöner Götterfunken" und unter der sternenbekränzten GTF-Flagge hielten die "Europhoniker" Einzug. Walter und Karl Pröls, Georg Paszek und Thomas Messingschlager mit Reinhard Döring am Klavier sangen herzzerreißend bekannte Songs über "ihre" Heimatländer. Dass "fränkisches Bier wie das Blut der Erde" ist, vermittelte dabei eine ganz neue Einsicht.

An die falsche Adresse war ganz offensichtlich Karl Herrmann im Sketch des Gesangvereins geraten. Eine Heiratsvermittlung anstrebend, war er bei Doro Martin auf die Besitzerin einer Reitschule getroffen. Klar, dass sich daraus umwerfend komische Missverständnisse entwickelten.

Im herrlich abwechslungsreichen Programm folgten die atemberaubenden Pirouetten und Salti, die das Schlüsselfelder Tanzmariechen Anne Heidenreich auf der Bühne drehte.

Jung, frech und unverstanden - Markus Paszek und Moritz Schmidt zeigten den Arrivierten wo es lang geht. Lokales, wie das Stadtratsgremium, oder Heuchelheim, "das so abgelegen ist wie Australien", nahmen sie aufs Korn. Aber auch aktuelle Themen beschäftigten die Schlüsselfelder Jungs: "Immer heißt es, die Jugend kümmert sich um keinen Scheißdreck. Jetzt gehen Millionen auf die Straße und es passt wieder net." Absolute Höhepunkte bescherten die "A-Town Dancers" aus Aschbach und die Schlüsselfelder Turnerinnen dem Publikum.

Während die Aschbacher "Saturday Night Fever" verbreiteten, lösten die Turnerinnen als Piratinnen Jubelstürme beim Publikum aus. In atemberaubendem Tempo schienen die Mädels fast schwerelos durch die Luft zu fliegen.

Da dürfen einfach die Meisterleistungen der Leiterinnen - Jana Gegner und Andrea Fleck (Aschbach), sowie Maria Ley und Lisa Voigtsberger (Schlüsselfeld) nicht unerwähnt bleiben. Mit Spannung wurde das von Barbara Nowak geleitete Männerballett erwartet. Dass es sich dabei um "grazile Spanierinnen" handelte, war Spaß pur. Kurz vor dem großen Finale sorgte die von Christine Zahn geleitete Showtanz-Gruppe "X-Plosion" für einen weiteren Höhepunkt.

Das "Duo Reutl", dem Peter Messingschlager und Uli Zech als Sanitäter ihre Stimme gaben, bekam Verstärkung "ganz in Weiß". Peter, "seit einem Jahr gezwungen, ohne Führerschein zu fahren", vertrat die Meinung, "dass die einen Rettungswagen ohnehin nicht anhalten".