Um 1.15 Uhr war die Nachtruhe für die Erlanger Feuerwehrleute zu Ende. Unfall auf der Autobahn, kurz hinter der Ausfahrt nach Niederndorf, in Richtung Autobahnkreuz Fürth/Erlangen, hieß es in den ersten Meldungen der Nürnberger Leitstelle.

Beim Eintreffen zeigte sich, dass der Unfall nicht in wenigen Stunden abgearbeitet sein würde. Gegen ein Uhr verlor der Fahrer eines Sattelzuges auf der A 3 in Fahrtrichtung Regensburg die Kontrolle über sein Gefährt. Innerhalb der Baustelle wurde ihm das Glatteis zum Verhängnis, die Temperaturen lagen in der Nacht bei bis zu minus sieben Grad. Er rutschte über die Gegenfahrbahn und prallte dort in die Außenschutzplanke. Zwei Fahrer, die mit ihren Lastwagen in Fahrtrichtung Würzburg unterwegs waren, hatten keine Chance mehr zu bremsen. Sie prallten mit hoher Wucht in das querstehende Hindernis.

Der Unfallverursacher kletterte selbst über eine Leiter der Feuerwehr aus dem zerstörten Führerhaus. Er kam mit schweren Verletzungen in eine Klinik, Lebensgefahr bestehe laut einer Mitteilung der Polizei Erlangen aber nicht. Die vier Insassen der beiden weiteren Fahrzeuge wurden leicht verletzt.

Der Sachschaden liegt nach ersten Schätzungen bei mindestens 280 000 Euro. Die A 3 war zwischen dem Autobahnkreuz Fürth/Erlangen und der Anschlussstelle Erlangen-Frauenaurach/Niederndorf bis in die Nachmittagsstunden hinein gesperrt.

Stillstand im Landkreis

Die Bergung der Unfallfahrzeuge stellte sich als nicht allzu einfach heraus. Weiterhin galt es etwa 500 Meter der zerstörten Mittelschutzplanke zu ersetzen. Danach konnte erst eine Spur je Fahrtrichtung geöffnet werden.

Die Umleitungsstrecken, vor allem in der Stadt Erlangen und dem Landkreis waren völlig überlastet. Lediglich ein weiträumiges Umfahren war hilfreich. So konnte von der A 73 kommend der Verkehr nicht in Richtung Würzburg abbiegen, die A 73 war vom Stau damit ebenso betroffen.

Baustellengefahren

In Heßdorf, Dechsendorf, Frauenaurach und dem Erlanger Stadtbereich ging es zeitweise nur im Schritttempo weiter.

Die Baustelle rund um das Autobahnkreuz und entlang der A 3 bis Schlüsselfeld fordert die Einsatzkräfte immer mehr. Die Großbaustelle am Kreuz soll 2021 abgeschlossen sein, der sechsspurige Ausbau der A 3 zwischen Bibelried und dem Kreuz soll 2025 beendet werden. Bis dahin heißt es für die Einsatzkräfte vermehrt zu Einsätzen auf die Autobahn auszurücken. Nicht angepasste Geschwindigkeit, Überholmanöver in den Engstellen, zu breite Fahrzeuge auf den verengten Spuren - einige der Ursachen für die Staus. Im Bereich des Landkreises Erlangen-Höchstadt und der Stadt Erlangen sind es gut 50 Kilometer, die nun als Dauerstelle eingerichtet sind oder werden. Etwa 1,5 Milliarden Euro werden zwischen Biebelried und Erlangen verbaut. Im Jahr 2019 haben laut Polizei Erlangen die Unfälle mit Personenschäden um 45 Prozent zugenommen, 164 Personen wurden verletzt.