Entzündungshemmende Medikamente schützen vor Corona. Das haben Forscher der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) herausgefunden. Auch an einem Impfstoff gegen Corona wird an der Uni Erlangen geforscht. Mit ersten Erfolgen: Bis Ende 2020 könnte ein Impfstoff in Sichtweite sein.

Was die Entzündungshemmer betrifft, berichten die Forscher Folgendes: Die vom Coronavirus verursachte Lungenkrankheit Covid-19 führe zu einer ähnlichen überschießenden Immunreaktion in der Lunge wie Rheuma, Schuppenflechte oder Darmentzündungen in den jeweiligen betroffenen Organen. Das Forschungsteam hat laut Mitteilung in einer Studie gezeigt, dass Medikamente, die gegen diese Autoimmunerkrankungen eingesetzt werden (sogenannte Zytokin-Hemmer), Covid-19-Infektionen hemmen, bevor die Viren sich im Körper ausbreiten können.

Studie: 1000 Personen auf Antikörper getestet

In den vergangenen drei Wochen seien 1000 Probanden auf Antikörper gegen Covid-19 untersucht worden, berichtet die Uni Erlangen. Unter den Testpersonen seien Patientinnen und Patienten mit Immunerkrankungen gewesen, die Zytokin-Hemmer einnehmen, sowie Kontrollpersonen aus dem medizinischen Bereich.

Das Ergebnis: Während circa vier Prozent der medizinisch-tätigen und zwei Prozent der nicht-medizinisch-tätigen Kontrollpersonen Antikörper gegen das Coronavirus nachwiesen, hatte laut FAU keiner der an Rheuma, Darmentzündung oder Schuppenflechte leidenden Patienten Antikörper gegen das Coronavirus im Blut. „Es scheint, dass die Zytokin-Hemmer die Infektion mit Sars-Cov-2-Viren von Anfang an einschränken, sodass keine Antikörper gebildet werden“, sagt Prof. Dr. Georg Schett (Lehrstuhl für Innere Medizin III).
 
Personen mit Rheuma, Darmentzündung oder Schuppenflechte seien somit nicht als Risikogruppe für Covid-19 zu betrachten, sondern dürften aufgrund ihrer Therapie vor der Krankheit geschützt sein, so die Forscher. Derzeit würden Zytokin-Hemmer, die bei Immunkrankheiten eingesetzt werden, zur Behandlung von Covid-19-Patienten erprobt.

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