"Wir haben den Zeigefinger genommen," erklärt der achtjährige Joel und hält stolz ein Kärtchen mit schwarzer Farbe in der Hand. Durch die Papillaren, den kleinen Rillen auf den Fingern, sei jeder Fingerabdruck einzigartig, wie Schleicher einer Gruppe Kinder erklärt. Der Polizist in Zivil, der unter anderem für Betrügereien und Diebstähle zuständig ist, zeigte den Neugierigen, welche Spuren Polizisten sammeln und wie diese gesichert und ausgewertet werden. Seine Waffe trägt er dabei versteckt in seiner "Brotzeittasche". Neben Handschellen und Pfefferspray gehört diese zur Grundausstattung eines Beamten in Alltagskleidung.

Fester Termin

Den Tag der offenen Tür in der Höchstadter Polizeidienststelle organisierte Jeanette Exner vom Verein "Verein mehr Platz für Kinder" zusammen mit Polizeihauptmeisterin und Jugendverkehrserzieherin Michaela Rosenthal.
Bereits seit Jahrzehnten öffnet die Dienststelle einmal im Jahr ihr Tor für die Kleinen. Altersgerecht und verständlich soll der zweistündige Besuch für die Kinder sein, erklärt der Höchstadter Polizeichef Jürgen Schmeißer. Bereits über das Schulwegtraining oder die Verkehrserziehung hätten die Kinder Kontakt zu den Beamten. Neben dem Vertrauen zu den Kindern ginge es an diesem Tag um Prävention, ihr Interesse zu wecken und Fragen zu beantworten.
"Können Polizisten eigentlich geblitzt werden?", will beispielsweise ein Mädchen wissen. "Ja" lautet die Antwort: Sind Polizisten im Einsatz werden sie geblitzt, müssen aber kein Bußgeld zahlen, erklärt Christoph Trapp von der Hundestaffel Mittelfranken. Er hatte Flash und Duke mitgebracht. Die zwei Hunde gehörten zwar der Polizei wohnten aber bei ihm zuhause. Was sie alles können, führte der ältere der beiden vor. Sucht Duke nach einem Gegenstand, wie einem Schlüssel, nimmt er diesen zwischen die Beine, aber auch Rauschgift kann der Hund aufspüren. "Die Hunde machen das wesentlich schneller und besser, als jeder Mensch das tun könnte", meint Trapp.

Alles muss aufgeräumt sein

Wie wichtig es ist, dass alles an Ort und Stelle auf der Polizeiwache ist, erklärt Polizeibeamter Andreas Hänjes. Damit die verschiedenen Schichtdienste sofort losarbeiten können und rund um die Uhr jemand da ist, muss alles aufgeräumt sein. Wie sie die Beamten dort erreichen, haben die Kinder bereits von Rosenthal gelernt. "Zwei Hühnerbeine und ein Ei, ist die Rufnummer von der Polizei." Mit ihrem Kollegen Wolfgang Pflügner zeigte sie den Kindern ein Polizeiauto. Die fünf Kilogramm schwere Schutzweste im Wagen durften die Kleinen sogar einmal in die Hand nehmen, bevor es in die zwei Zellen der Polizeiinspektion ging. "Das ist doch immer das Highlight", weiß Pflügner aus Erfahrung und lässt die Gefangen wieder aus Kittchen. Auch den ersten Höchstadter Polizisten in blauer Uniform bekamen die Kinder zu sehen. Die achtjährige Enya war beeindruckt, wie wenig benötigt wird, um einen Täter zu überführen. Schon Speichel, Blut oder Schweiß reichten, um ihn zu kriegen, erklärt sie. Ihr hat es gut gefallen. Ein anderer Junge sei sogar sechs Mal hintereinander zur Führung durch die Polizeiinspektion in Höchstadt gekommen, wie Hänjes zum Schluss verrät.