"'Als ich diesen Wunschzettel las, sind mir die Tränen in die Augen geschossen', erinnerte sich Jeannine Rauch an den Brief eines jungen Krebspatienten. „Erst hat er ‚Bitte keine Spritzen mehr!‘ geschrieben. Das hat er dann aber durchgestrichen und sich einen riesigen Teddybären gewünscht.“ Für die Fürtherin war es eine Ehrensache, dass dieser kleine Junge nun solch ein großes Kuscheltier zu Weihnachten bekommt", so das Universitätsklinikum Erlangen in einer Pressemitteilung. 

Der Teddy ist nur einer von über 100 Herzenswünschen krebskranker Kinder und Jugendlicher, die Jeannine Rauch und ihr Verlobter Serok Kilic in diesem Jahr erfüllen: Zu Weihnachten überreichte das Fürther Paar 115 Geschenkpäckchen, 110 Gutscheine, 5 Kisten voller Spielzeug für die kommenden Monate sowie drei Kisten voller Mal- und Bastelmaterialien an Professor Markus Metzler, Leiter der Kinderonkologie des Universitätsklinikums Erlangen.

Die Spende habe einen Gesamtwert von rund 10.000 Euro und sei schöne Tradition: Es sei bereits das achte Jahr, in dem Jeannine Rauch und Serok Kilic Weihnachtsgeschenke für die Patientinnen und Patienten der Kinderonkologie vorbeibringen.

„Wir freuen uns immer riesig auf den vorweihnachtlichen Besuch von Frau Rauch und Herrn Kilic“, so Metzler. „Jedes Geschenk ist äußerst liebevoll und individuell verpackt, und ich weiß, was für einen Aufwand die beiden betreiben, um wirklich jeden Herzenswunsch zu erfüllen.“

Viel Zeit habe das Fürther Paar dafür nicht gehabt: Anfang Dezember überreichte Kirsten Rath, Erzieherin in der Kinder- und Jugendklinik des Uni-Klinikums Erlangen, die Wunschzettel an Jeannine Rauch. „Von da an hieß es: Alles besorgen!“, berichtete sie. Bei der Beschaffung der Puppen, Brettspiele, Bausteine, Bücher und Weiterem erhalte sie seit Jahren Unterstützung von der Spielkiste Lang in Höchstadt/Aisch, heißt es in der Mitteilung. 

Größere Geldspenden seien diesmal unter anderem von der Erlanger Möbius + Ruppert GmbH & Co. KG, von Friedrich Hennig, dem emeritierten Leiter der Unfallchirurgie des Uni-Klinikums Erlangen und ehemaligen Chef von Jeannine Rauch, sowie aus der Familie und von Freundinnen und Freunden gekommen. „Unser Haus glich zwischenzeitlich einem Warenlager, und wir haben ein ganzes Adventswochenende lang Geschenkpapier zugeschnitten und Schleifen gebunden“, wird Serok Kilic zitiert. „Das Erlanger Autohaus Kraus hat uns einen Transporter zur Verfügung gestellt, damit wir die unzähligen Päckchen überhaupt alle auf einmal anliefern konnten.“

Neben all den Spielsachen habe sich dieses Jahr in einem der Kartons eine größere Glocke befunden. Damit werde ein Wunsch des Pflegeteams der Station 2C erfüllt. „Das Ende ihrer Intensivtherapie ist für unsere jungen Patientinnen und Patienten ein sehr wichtiger Meilenstein und ein äußerst emotionaler Moment“, so Maresa Siebert, Leiterin der Station 2C. „Durch das Läuten der Glocke sollen die Mädchen und Jungen diesen Abschluss bewusst feiern und gut hörbar mit allen auf der Station teilen können.“