In Erlangen verließ Francesca Leombruno Anfang 2021 das Uni-Klinikum, um in ihrer Heimat einen Job zu suchen. Nun kehrte sie noch im selben Jahr an das Uni-Klinikum Erlangen zurück.
Wo möchte ich leben und arbeiten? Eine wichtige Frage, die jeder Mensch in seinem Leben immer wieder aufs Neue beantworten muss. Die junge italienische Pflegefachkraft Francesca Leombruno traf diese existenzielle Entscheidung in diesem Jahr gleich zweimal: zuerst Anfang 2021, als sie nach fünf glücklichen Arbeitsjahren auf der Station B3-2 der Chirurgischen Klinik (Direktor: Prof. Dr. Robert Grützmann) des Universitätsklinikums Erlangen wieder zurück in ihre Heimat zog, um fortan dort zu arbeiten, so die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.
Wenige Monate später stellte sie sich die Frage allerdings erneut – und entschied, nach Erlangen zurückzukehren. „Wir arbeiten hier alle nicht nur Hand in Hand, sondern teilen auch viele Bereiche unseres Lebens“, beschreibt sie das gute Miteinander auf „ihrer“ Station. Die Ärztinnen und Ärzte sowie die Pflegefachkräfte und auch der Klinikdirektor empfingen ihre Kollegin mit großer Wiedersehensfreude; über diverse WhatsApp-Gruppen waren sie mit Francesca Leombruno während der vergangenen Monate in engem Kontakt geblieben.
„Ich bin zurückgegangen, um meinen Eltern und Großeltern dort wieder näher zu sein und dachte, ich könnte mit dem in Erlangen erworbenen Wissen in Italien genauso gut arbeiten“, erinnert sich die 29-Jährige lachend. Doch trotz mehrerer Anläufe fand die junge Frau keinen Arbeitsplatz als Pflegefachkraft in der Nähe ihrer Familie, der ihren Vorstellungen entsprach.
„Es hat einfach nicht funktioniert; zuletzt wollten auch meine Eltern, dass ich zurück nach Deutschland gehe, damit ich wieder glücklich bin. Und mein Opa ist sehr stolz auf mich und meine Arbeit am Uni-Klinikum Erlangen“, berichtet Francesca Leombruno, die im Sommer 2016 als fertig ausgebildete Pflegefachkraft auf der Station B3-2 begonnen hatte.
„Als wir uns kennenlernten, konnten Sie ein bisschen Deutsch und jetzt sprechen Sie fließend“, erinnert sich Klinikdirektor Robert Grützmann – er begann 2016 seine Tätigkeit am Uni-Klinikum Erlangen fast zeitgleich mit Francesca Leombruno. „Dass die Station B3-2 mehr als ein Arbeitsbereich ist, verdanken wir maßgeblich Robert Zimmer, der sie seit 33 Jahren leitet“, betont Prof. Grützmann. „Er hat hier eine kleine Welt geschaffen, in der sich das ganze Team extrem wohlfühlt; es ist wirklich ein bisschen so wie in einer Familie“, begeistert sich der Chirurg.
Für das gute Miteinander sorge vor allem, dass auf Augenhöhe gearbeitet werde. „So ist auch mal Kritik möglich, ohne dass die gute Atmosphäre davon beeinträchtigt wird“, sagt Prof. Grützmann. „Hier haben alle die gleiche Stimme, egal, ob Pflegehelferin oder Klinikdirektor. Neue Kolleginnen und Kollegen werden gemeinsam ins Team geholt, damit eine vertrauensvolle Zusammenarbeit entsteht.“
Robert Zimmer ergänzt: „Wir sehen uns als ein Gesamtteam und hören aufeinander. Jede neue Ärztin und jeder neue Arzt erhält von mir eine ausführliche Stationsführung, in der ich umfassend alle Abläufe erkläre, damit sie und die Pflegenden miteinander für die Patientinnen und Patienten arbeiten und nicht nebeneinander.“