In Erlangen werden derzeit schwere Vorwürfe gegen die örtliche Müllabfuhr erhoben. Bürgermeister Volleth (CSU) wehrt sich: "Ich würde die Müllwerker deswegen nicht ins Kreuzverhör nehmen."
In Erlangen sollen sich Mitarbeitende der städtischen Abfallwirtschaft zum Teil nicht an die gängigen Regeln des Mülltrennens halten. Dies sei Anwohnern und Anwohnerinnen aufgefallen, wie Stadtteilbeirätin Claudia Schorcht, zuständig für die Erlanger Innenstadt, gegenüber inFranken.de erzählt. "Schon vor mehreren Jahren, 2014 und 2015, wurde ein solches Vorgehen beobachtet", erklärt sie. Beide Male habe die Beirätin die Vorfälle gemeldet. Damals seien die Rest- und Biomülltonnen zwar abgeholt, aber anschließend einfach zusammengekippt worden.
"Damals bekam ich zugesichert, dass so etwas nicht mehr passieren werde", erklärt sie im Gespräch mit inFranken.de. "Im letzten Herbst habe ich das dann wieder beobachtet", sagt Schorcht. Das Zusammenkippen sei problematisch: "Der Restmüll wird thermisch verwertet, der Biomüll für gewöhnlich kompostiert. Kompostierbarer Müll ist meistens sehr feucht. Das heißt, man benötigt eine ziemlich hohe zusätzliche Energiezufuhr, um die Feuchtigkeit zu verbrennen. Das ist Quatsch!"
Trennt die Stadt Erlangen den Müll nicht richtig? Bürgermeister Volleth (CSU) äußert sich zu Vorwürfen
Diesmal habe Schorcht die gesamte Dokumentation, die sie hatte, sowie Fotos und den früheren Schriftwechsel an den Nachhaltigkeitsbeirat weitergeleitet. "Und dann war ich erstmal wirklich überrascht, als mir mitgeteilt wurde, das stimme so nicht. Das passiere nur, wenn der Müll von den Anwohner*innen durcheinander gemischt wird, weil der Biomüll dann nicht mehr in die Kompostieranlage gebracht werden könne." Das sei für Schorcht jedoch kein Argument: "Von den Arbeitenden hat niemand davor in die Tonne geschaut, sondern grundsätzlich einfach alles zusammen in die Tonne gekippt."
Bürgermeister Jörg Volleth (CSU) bewertet die Situation anders: "Es ist ja immer schwierig, wenn Bürger*innen etwas erzählen - ich würde den Müllwerker deswegen nicht ins Kreuzverhör nehmen." Er ist sich sicher, dass es einen Grund für die Beobachtungen gibt: "Dass vor allem in der Innenstadt bei manchen Leerungen auch Biomüll im Restmüll landet, ist korrekt und liegt ganz einfach daran, dass wir im Kern der Altstadt, wo sehr viel Leben herrscht, eine große Anzahl von Fehlwürfen in der Biotonne haben." Als Fehlwürfe bezeichnet man falsch entsorgten Müll.
Sei das in größerem Ausmaß der Fall, sodass man nicht mehr kurz per Hand trennen kann, lande der Biomüll direkt im Restmüll. "Das liegt auch daran, dass wir für die Entfrachtung, also die nachträgliche Entfernung des falschen Mülls aus dem Biomüll, viel Geld zahlen müssen." Erst kürzlich mussten unter anderem deshalb die Preise der Müllversorgung in Erlangen stark erhöht werden. "Nachdem das auch vor allem in der Innenstadt stattfindet, gehe ich davon aus, dass da von vorbeigehenden Passant*innen auch oft einfach was reingeworfen wird." Insgesamt sagt Volleth, dass dieses Vorgehen "mit Sicherheit eine Ausnahme" sei. "Warum sollte man das auch machen?", fragt er. "Das ergibt keinen Sinn."
Erlanger Stadtteilbeirätin gibt sich nicht zufrieden - "Stadt hält sich nicht an eigene Regeln"
Schorcht hat das Thema im Stadtteilbeirat nun aufgenommen. "Weil ich es schon grenzwertig finde. Die Leute sind dazu angehalten, alles zu trennen. Das wird auch von den meisten Leuten gemacht. Sinnvoll zu kompostieren ist außerdem die ökologischste Variante." Das sehe die Stadt, so Schorcht, genauso, "und gibt das ja auch vor - aber hält sich dann nicht an die eigenen Regeln."
Die Stadtteilbeirätin hoffe, dass "nach der unbefriedigenden Antwort des Nachhaltigkeitsbeirates, dass die Abfälle nicht sauber getrennt gewesen seien, die Eingebung des Themas im Stadtteilbeirat mehr Erfolg habe und wir da jetzt eine fundiertere Antwort erhalten."
Einseitige Berichterstattung… anscheinend hat die Dame Beziehungen und sehr viel Zeit…In der heutigen Zeit gibt es wichtiger Sachen als Menschen zu beobachten und zu Fotografieren wie sie ihre Arbeit machen… aber es gibt leider immer Menschen die nichts zu tun haben und Glauben anders zu überwachen.. Eine Unverschämtheit in meinen Augen…. Die Stadt hat anscheinend ja dazu Stellung bezogen … hoffentlich gibt es nicht mehr solche Menschen …Ich finde unser Müllabfuhr erledigt ihre Arbeit sehr gut und braucht keine Aufpasser …. Die Zeiten der DDR sind Gott sei Dank vorbei und 1939 haben wir auch nicht mehr…
Ja, anscheinend haben einige nichts etwas besseres zu tun als anderen, besonders ihre Nachbarn, zu spionieren. Ja, spionieren, nicht "beobachten". Keiner bezahlt sie um anderen zu beobachten. Und egal was sie denken, es gibt sie ganz viele. Ich habe mindestens zwei solcher Spitzel in meinem eigenen Gebäude.
Eine sehr einseitige Berichterstattung, anscheinend hat die Dame sehr gute Beziehungen und weiß mit ihrer Zeit nichts Anzufangen… Sie sollte doch mal mit dem Verfasser diese Berichtes einen Tag bei der Bioabholung mitgehen und sich ein Bild machen ….das ist ja schon ein Aufstacheln der Erlanger Bürger… und eine Unverschämtheit…. Wir sind doch kein Überwachungsstaat … wo jeder hinter der Gardine Beobachtet…