"Müssen sich im Einsatzalltag bewähren": Bayerns erster E-Krankentransportwagen wird in zwei fränkischen Regionen getestet

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Erster voll-elektrischer Krankentransportwagen in Bayern
Joachim Herrmann (CSU), Innenminister von Bayern, und Elke Frank, BRK-Landesgeschäftsführerin des Bayerischen Roten Kreuzes, nehmen Teil an der Vorstellung von dem ersten voll-elektrischen ...
Erster voll-elektrischer Krankentransportwagen in Bayern
Daniel Löb (dpa)
Erster voll-elektrischer Krankentransportwagen in Bayern
Ein Ladekabel steckt in der Front des ersten bayerischen Krankentransportwagens. Bayerns Innenminister Herrmann und BRK-Landesgeschäftsführerin Frank nehmen den ersten voll-elektrischen ...
Erster voll-elektrischer Krankentransportwagen in Bayern
Daniel Löb (dpa)

In Erlangen wurde am Freitag Bayerns erster voll elektrischer Krankentransportwagen vorgestellt. Er soll die Verkehrswende beim Rettungsdienst einläuten - stellt den BRK aber gleich vor mehrere Herausforderungen. In zwei fränkischen Regionen soll der neue Fahrzeugtypus getestet werden.

Bayern hat seit Freitag, dem 8. März 2024, den ersten voll elektrischen Krankentransportwagen am Start. "Mit innovativen Ideen und neuer Technologie vorangehen – das ist die Devise auch im Rettungsdienst", unterstrich Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bei der Übergabe des Wagens am Freitag in Erlangen. In einem Modellversuch sollen der elektrische Antrieb des Einsatzfahrzeugs getestet und Erfahrungen im Echtbetrieb gesammelt werden.  

E-Fahrzeuge im Rettungsdienst stünden vor besonderen Herausforderungen, erläuterte Herrmann. "Als Teil der kritischen Infrastruktur und Daseinsvorsorge müssen sie strengen Vorgaben gerecht werden und sich im Einsatzalltag bewähren." Neben einer ausreichenden Reichweite zählt dazu den Angaben zufolge auch eine vollständige medizinische Ausstattung. Die gewonnene Erfahrung soll bei der weiteren Entwicklung elektromobiler Konzepte in der Notfallrettung eingesetzt werden. 

Zwei fränkische Regionen testen E-Krankentransportwagen

Bayern ist eines der wenigen Bundesländer, in denen eine zentrale Stelle für sämtliche Rettungsdienste die Fahrzeuge samt dem Rettungsmaterial sowie den Transportgeräten beschafft. In Summe gibt es somit im Freistaat eine Flotte von mehr als 1600 einheitlichen und standardisierten Rettungswagen, Krankentransportwagen und Notarzt-Einsatzfahrzeugen. 

Die Beschaffungsstelle ist beim Bayerischen Roten Kreuz (BRK) angesiedelt, dessen Kreisverbände den neuen E-Krankentransportwagen nun in der eher urbanen Region Erlangen-Höchstadt und der ländlicheren Region Rhön-Grabfeld mindestens zwei Jahre lang testen werden. Die Helfer sind bei der Elektromobilität gleich mit mehreren Problemen konfrontiert: Zum einen taugt der reine E-Antrieb derzeit nicht für Notfallfahrzeuge, weil bei diesen Ladezeiten nicht garantiert sind und die benötigte Reichweite nicht planbar ist.

Zudem sorgt der E-Krankenwagen für Probleme beim Dienstplan, wie BRK-Landesgeschäftsführerin Elke Frank erläuterte. Denn er überschreitet wegen der Batterien das zulässige Höchstgewicht, das mit der Pkw-Führerscheinklasse B gefahren werden darf. Doch den Führerschein C1 für leichte Nutzfahrzeuge haben nur wenige Fahrerinnen und Fahrer. Außerdem gebe es noch keine flächendeckende Ladeinfrastruktur, auch nicht an Rettungswachen, Krankenhäusern oder Pflegeheimen.