"Nein, nein, nein", unterbricht Landrat Alexander Tritthart (CSU) den Redebeitrag von Gerald Brehm (FW) in der Sitzung des Kreisausschusses. Dort hat am Montag ein Antrag der Freien Wähler kurzzeitig für erhitzte Gemüter gesorgt. Nachdem man noch im Einklang die neuen Buslinien befürwortet hatte, sorgte - mal wieder - die Stadt-Umland-Bahn (StUB) für Zündstoff.

"Die Bevölkerung hat sich langfristig für ein optimiertes Bussystem ausgesprochen." Diese Behauptung Brehms, die auf den Bürgerentscheid zur StUB anspielt, brachte Tritthart in Rage: "Das stimmt so nicht." Die Bürger hätten sich nur gegen eine Bahn ausgesprochen.

Im Antrag, der den Blutdruck steigen ließ, fordern die FW, der Landkreis solle ein E-Bus-System prüfen.
Der Vorschlag: Eine Machbarkeitsstudie, ob der Kreis zusammen mit ansässigen Firmen wie Schaeffler, Siemens, Continental oder auch mit der Universität ein Pilotprojekt Elektromobilität mit E-Tankstellen für den ÖPNV entwickeln könne. Dafür könne man EU-Fördergeld beantragen.

"Jetzt schon eine Machbarkeitsstudie wäre zu früh", sagt Christian Pech, stellvertretender Landrat (SPD). Die Verwaltung könne Infos einholen, ja. Ein aufwendiges Gutachten: nein. Eine Machbarkeitsstudie, darauf verwies auch Tritthart, sei "herausgeschmissenes Geld". Brehm reagiert mit Unverständnis: "Mir scheint es, manchmal wird im Landkreis zu viel verwaltet, anstatt innovativ zu denken".

Einen "Schaufensterantrag" nennt Wolfgang Hirschmann von den Grünen den Vorstoß der FW. Stromgetriebene Busse seien zwar ein denkbares Zukunftsmodell. Die Technik sei jedoch noch nicht ausgereift. Kosten die FW nur noch einmal ihren Triumph im Bürgerentscheid gegen die StUB aus, oder geht es um die Sache? Bei German Hacker (SPD), Herzogenaurachs Bürgermeister, machte sich der Verdacht breit, die FW würden das Thema nur polemisch behandeln. Beim Streit um die StUB hatten die FW stets ein optimiertes Bussystem als Alternative ins Feld geführt.

Kurz ging der Polemik-Vorwurf hin und her. Walter Nussel (CSU) forderte die FW auf, den Antrag zurückzunehmen. Eine Machbarkeitsstudie mit völliger Ergebnisoffenheit sei viel zu teuer. "Außerdem brauchen die genannten Firmen sicher nicht den Landkreis dazu, ein solches System zu entwickeln", so Nussel. Es sei zudem nicht die Aufgabe des Landkreises.

Am Ende kam der erlösende Vorschlag von den Grünen. Hirschmann fragte, ob man nicht erst einmal bei den Firmen vorfühlen könne, ob Interesse besteht. Am Ende gaben Brehm und Fischkal klein bei. Sie rangen dem Landrat allerdings das Versprechen ab, sich persönlich um die Sache zu kümmern. Termindruck hat Tritthart jedoch nicht. Denn auf einen Zeitpunkt legte man sich nicht fest.