"Wahnsinn! Diese Frau muss ich mal zur Predigt in einen Sonntagsgottesdienst einladen - aber nicht im Fasching!" Der Adelsdorfer Pfarrer Thomas Ringer kriegte sich vor lauter Begeisterung gar nicht mehr ein. Er war einer der zahlreichen Besucher des Abends mit Monika Gruber, die in der Aischgrundhalle ein kurzweiliges, interessantes, lustiges, aber auch zum Nachdenken anregendes Programm ablieferte.
Auch die anderen Zuschauer waren hin und weg: "Einfach Wahnsinn!", "Wahnsinnig toll!", "Spitze! Wie eine Maschinenpistole!", "Die Gruberin ist der Wahnsinn!" Solche Ausrufe hörte man in der Pause. Passend, denn das neue Programm von Monika Gruber trägt den Titel "Wahnsinn".


Vom Sofa aus gebucht

So mancher der vielen Franken hatte im Vorfeld Bedenken, ob er die aus dem oberbayerischen Tittenkofen stammende Kabarettistin überhaupt verstehen wird. Aber die Sorge war unbegründet. "Man versteht sie, jedes Wort!", sagte Bürgermeister Karsten Fischkal (FW). Ihm ist es zu verdanken, dass die Gruberin nach Adelsdorf gekommen ist. "Ich saß zu Hause am Sofa und verfolgte eine Show mit der Gruber. Da kam mir die Idee, sie nach Adelsdorf einzuladen", verriet er. "Ich setzte mich an meinen PC, nahm Kontakt mit dem Management auf und zwei Tage später kam schon die Zusage", strahlte er.
In ihrem sechsten Bühnenprogramm schimpfte und grantelte die Gruber über alles, was sie so aufregt, narrisch macht, aber auch berührt. In einem mehr als zweistündigen Hochgeschwindigkeitsmonolog sprang die Ratschkathl, wie sie gerne genannt wird, durch eine immer verrückter werdende Welt.


1000 verkaufte Karten

Die Aischgrunhalle war bis auf den letzten Platz besetzt - 1000 Karten waren verkauft. Mit der Bayernhymne, erst original, dann mit Beat unterlegt, startete "die zum Wahnsinn gewordene Frau" ihr Programm. "Ich bin zum ersten Mal bei euch in Adelsdorf", begrüßte sie das Publikum. ""Das ist quasi Adelsdorfs Entjungferung.", meinte sie schelmisch. In einem Rundumschlag wetterte sie über den Klimawandel, Teilzeitautisten, political Correctnässer - "warum ist political correctness inzwischen zur Religion geworden?" -, Emanzen und Politiker, aber auch über Vegetarier und Veganer, Willkommenskulturversteher und Lustfeindliche. Alle bekamen ihr Fett weg. Warum ist Burnout inzwischen ein Statussymbol? Wie kommt man trotzdem zufrieden durchs Leben? Wie steht es mit gutem Humor? Stirbt er vielleicht aus?
"Heit muss jeder aufs Gymnasium, egal ob's im Oberstübchen leucht." Schaffe der Sprössling das Abitur nicht, komme er auf eine Insel im Bodensee - wie Alcatras ohne Fluchtmöglichkeiten. "Wir brauchen net nur Studierte! Wir brauchen auch junge Menschen, die mit Holz arbeiten und nicht nur solche, die drüber reden!" Außerdem seien Handwerker ungemein sexy! So brach sie eine Lanze fürs Handwerk.
"Die Frau hat Power!", schwärmte Landrat Alexander Tritthart (CSU), der ebenfalls unter den Gästen war. "Ich bin total sprachlos, wie die Gruber über eine Stunde quasi fast ohne Luft zu holen einen Gag nach dem anderen bringt! Sie hält uns eigentlich einen Spiegel vor", sinnierte er voller Hochachtung.
Einen neuen Muslimfeiertag - nicht Allerheiligen sondern "Allah heiligen" schlug Gruber vor. Gegen Erdogans Anhänger in Deutschland wetterte sie: "Wer in Deutschland für Erdogan ist, ist wie ein Freilandhuhn, das nach Käfighaltung ruft!"


Kaum Verschnaufpausen

Das Publikum kam kaum aus dem Lachen heraus und applaudierte immer wieder begeistert. Das waren auch die einzigen Verschnaufpausen, in denen die Gruber kurz Luft holen konnte. "Man kann den Wahnsinn der Welt nimmer aufhalten!" Aber einen guten Rat gab sie am Ende den Zuhörern mit auf den Weg: "Liebe deinen Nächsten, das ist die alles entscheidende Sache!"
Dass sie auch singen kann, bewies sie im Schlusssong "Maul weh" auf die Melodie von "My way".
"Ich komm gern wieder einmal nach Adelsdorf. Ihr wart ein super Publikum", verabschiedete sich die Powerfrau und begab sich zum Autogrammtisch, wo sich schon eine große Menschenschlange gebildet hatte.