37 Filialen betreibt die in Langenzenn sitzende Bäckerei Goldjunge. Eine davon auch im neuen Aischpark-Center in Höchstadt. Seit der Eröffnung wird diese Filiale überaus gut frequentiert, trotzdem steht hinter ihrer Zukunft derzeit ein Fragezeichen. Das Stammhaus der Filiale, die Goldjunge GmbH, hat Insolvenzantrag gestellt.

Wie es mit dem Bäckereibetrieb in Langenzenn, seinen knapp 400 Beschäftigten und 37 Filialen weitergehen könnte, werde in den nächsten Wochen geprüft, erfuhr der FT am Dienstag auf Anfrage von Markus Kurz, Pressesprecher der Nürnberger Anwaltskanzlei SRI (Schwartz, Rechtsanwälte, Insolvenzverwalter).

Noch ganz am Anfang

Jochen Zaremba aus der Kanzlei SRI wurde vom Amtsgericht Fürth zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestimmt. "Wir stehen noch ganz am Anfang", sagte er im Gespräch mit dem FT. Man werde sich die einzelnen Filialen anschauen und eventuell die schließen, die nicht so gut laufen. Frei werdendes, gutes Personal - was eh nicht leicht zu finden sei - könnte in Filialen in der Nachbarschaft eingesetzt werden. Wie es konkret mit der neuen Filiale in Höchstadt aussieht, könne Zaremba noch nicht sagen.

Der Insolvenzexperte verfolgt zwei Hauptstoßrichtungen. Einmal will er zusammen mit den Gesellschaftern ein Sanierungskonzept erarbeiten, bei dem die Gläubiger auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten müssten, daneben halte er Ausschau nach Interessenten, die den ganzen Betrieb übernehmen würden. Dafür will Insolvenzverwalter Zaremba auch alle Großen der Branche kontaktieren.

Er hat jetzt eine Frist von sechs Wochen, "um die Situation des Unternehmens zu analysieren und ein Gutachten für das Insolvenzgericht zu erstellen". Der Geschäftsbetrieb auch in den Filialen läuft vorerst weiter.

Die Bäckerei Goldjunge betreibt neun Filialen in Nürnberg, sieben in Fürth, sechs in Schwabach und jeweils zwei in Wilhermsdorf und Diespeck. Je eine Filiale von Goldjunge gibt es in Bad Windsheim, Burgfarrnbach, Langenzenn, Markt Erlbach, Neuhof, Neustadt Oberasbach, Wendelstein, Weiherhof, Zirndorf und seit zwei Wochen auch in Höchstadt.

Wie die Kanzlei des Insolvenzverwalters mitteilt, gibt Goldjunge-Geschäftsführer Robin Schimpf hohe Fremdfinanzierungskosten, unerwartete Instandhaltungs- und Reparaturaufwendungen und den heißen Sommer als Gründe für die Insolvenzanmeldung an. Der daraus resultierende Liquiditätsengpass habe keine andere Wahl gelassen. Die Geschäftsführung hofft nun auf ein erfolgreiches Sanierungskonzept.

Interessenten in der Hinterhand

Das wäre auch ganz im Sinne der Aischpark-Center-Geschäftsführung, die von dem Insolvenzantrag eines ihrer Mieter völlig überrascht wurde. "Es täte mir leid für das Personal und den Laden", kommentierte Arndt Zauritz die Nachricht, einer der beiden Aischpark-Center-Geschäftsführer. "Extrem unschön" auch für das neue Einkaufszentrum, aber man müsse jetzt erst einmal abwarten, meint Zauritz.

Er hofft, dass die Goldjunge-Filiale in Höchstadt bleibt. Sollte sie dennoch schließen müssen, wäre es kein Problem, die Fläche wieder zu belegen. Zauritz habe viele Anfragen und genügend mögliche Betreiber in der Hinterhand.