Nach dem phänomenalen Start in den ersten Jahren und dem gelungenen Einstand des Ausschwimmbeckens sollte das Freizeitbad Atlantis schon bald die nächste Attraktion bekommen - die Sauna. Denn schon früh hatten die Verantwortlichen den Wunsch zahlreicher Besucher erkannt: Das vorhandene Dampfbad für acht bis zehn Personen war zu klein, Ruheflächen gab es auch zu wenig. Also musste wieder etwas geschehen.

Finanziell war die Stadt Herzogenaurach zu dieser Zeit aber nicht gerade gesegnet, größere Investitionen mussten Anfang der 90er Jahre erst einmal warten. Es sei denn...? Genau diesen Gedanken hatte Betriebsleiter Wolfgang Schneider. Es sei denn, man findet einen Geldgeber! Und schon machte er sich auf die Suche nach einem privaten Investor.

Der fand sich mit Richard Götz, einem Fachmann für Solarien und Saunen. Stadt und Investor schlossen eine "Vernunftehe", wie es Bürgermeister Hans Lang bei der Einweihung am 23. Februar 1995 formulierte. Diese Kooperation hatte zum Inhalt, dass das Sauna-Grundstück (östlich des Freizeitbades) weiterhin der Stadt gehört und der Investor für Einrichtung und Unterhalt des Gebäudes zuständig ist. Vom Erlös aus den Eintrittspreisen erhält er einen Anteil, die Kosten für Personal und Betrieb trägt die Stadt.

1993 wurde der Architekt Erich Heidingsfelder mit der Planung beauftragt, nach zehnmonatiger Bauzeit war bereits die Eröffnung. Mit dabei als prominenter Gast: Bayerns Innenminister Günther Beckstein. Er war voll des Lobes für Investor und Investition und Bürgermeister Lang gab zu: "Ganz ehrlich, eine solche Ausstattung hätten wir uns als Kommune gar nicht leisten können."

Auf den Bau der Sauna-Insel geht das Buch über das Badewesen in Herzogenaurach, das von der Bäder GmbH gemeinsam mit dem Heimatverein 2008 herausgegeben wurde, ausführlich ein. Wörtlich heißt es in der Aufzählung der Leistungen: "Saunafans finden in der neuen Saunalandschaft unter anderem Saunagarten mit zwei Außensaunen, Sonnenterrasse sowie ein Tauch- und Schwimmbecken mit erfrischendem Wasserfall, finnischen Saunen, ein Sanarium, ein römisches Dampfbad, Solarien, einen Massageraum und einen Ruheraum mit Panoramablick."

Doch die Sauna war noch lange nicht ausgereizt. Im Herbst 1999 folgte eine weitere Attraktion. Investor Götz hatte ein gut 200 Jahre altes niederbayerisches Bauernhaus erworben und es vor dem Ruin bewahrt. Balken um Balken wurde es abgetragen und in das Herzogenauracher Projekt integriert. Keine Frage, dass die Blockhaus-Sauna ein zusätzlicher Anziehungspunkt wurde.

Zehn Jahre Atlantis

Nach elf Jahren wurde die Zusammenarbeit 2006 beendet und die Stadt erwarb die Saunalandschaft vom Investor. Heute, weitere 13 Jahre später, denkt man über neue Investitionen nach. Mögliche Investitionen könnten in eine neue Panoramasauna und die Neugestaltung des Saunagartens fließen.

1999 war nicht nur das Jahr der Blockhaus-Sauna, sondern es wurde auch das zehnjährige Bestehen des Freizeitbades gefeiert. Das Augenmerk galt da bereits einer weiteren Attraktion: der Rutsche "Crazy River". Dabei handelt es sich um eine 126 Meter lange Wildwasserrutsche, die aus acht Metern in die Tiefe führt und mit Reifen oder Zweiersitzbobs befahren werden kann. Der Spatenstich erfolgte am 10. September 1999, das Richtfest wurde am 11. Februar 2000 begangen. Die Einweihung durch Bürgermeister Hans Lang erfolgte am 7. April 2000.

Auch "Crazy River" entwickelte sich zu einem Magneten, die Besucherzahlen stiegen weiter an. Im Jahr 2000 tummelten sich rund 500 000 Besucher im Atlantis. Nach zwölf Jahren hatte das Atlantis insgesamt fast 5,9 Millionen Besucher.

In den nächsten Folgen rutschen wir mit dem Atlantis in das neue Jahrtausend. "Crazy River" blieb nicht die einzige Wasserrutsche, schon 2003 folgte das "Black Hole". Inzwischen gibt es mit der Hochgeschwindigkeitsrutsche "Turbo-Rocket" schon deren drei.