Die Prunksitzungen in der eigenen Tanzhalle und der Kinderfasching im Jugendhaus rabatz - Der Karnevalsclub Herzogenaurach (KCH) hat es nicht bereut, seine großen Veranstaltungen in dieser Session mal nicht im Vereinshaus abgehalten zu haben. "Ich bin stolz auf die Mannschaft", sagte Vorsitzender Gerd Engert und meinte damit die unermüdlich arbeitenden ehrenamtlichen Helfer des Vereins, die vor allem die aufwändigen Prunksitzungen zu einem großen Erfolg werden ließen. Damit habe man im 50. Jahr des Bestehens tatsächlich einen besonderen Knaller gelandet.

Am Faschingsdienstag geht's nochmal rund, wenn die Aktiven des KCH beim närrischen Treiben auf dem Marktplatz auftreten. Man trifft sich am Postplatz-Kreisverkehr, um gemeinsam mit dem Spielmannszug der Feuerwehr einzuziehen. Und am Mittwoch dürfen die Offiziellen nochmal ran, denn es muss ja der Rathausschlüssel zurückgegeben werden.
Das närrische Jubiläumsjahr ist damit aber noch lange nicht zu Ende. Engert weist auf den Festkommers am 2. November hin, exakt 50 Jahre und einen Tag nach der Gründung. Gefeiert wird im Novina-Hotel.

Weil die beiden Prunksitzzungen so erfolgreich waren, hat man auch schon eine Entscheidung fürs kommende Jahr getroffen, sagten Gerd Engert und Radu Mudura am Rande des Kinderfaschings am Rosenmontag. Auch dann will man die närrischen Highlights wieder in der eigenen Halle veranstalten. "Zu 90 Prozent" stehe das bereits fest. Und man will auch aus ein paar Dingen lernen, die noch verbesserungswürdig seien. Engert nennt die Länge des Programms. Man müsse da straffen, sagte er. Aber zum Jubiläum habe man eben ein besonders ansprechendes Programm bieten wollen. Das sei ja auch gelungen, nur eben zu lang war's gewesen.

Vor allem am Freitag hätten das die Besucher gespürt. Nach einem für viele Gäste langen Arbeitstag folgte dann eine fast ebenso lange närrische Nacht. Viel besser sei es am Samstag gewesen, als das Publikum früh um halb zwei bester Stimmung war und der Michl Müller aus den vorgesehenen 20 Minuten eine geschlagene dreiviertel Stunde machte.

Es war ein riesiger Aufwand, den der Verein da stemmen musste. Allein der Aufbau der 14 Meter langen und sieben Meter tiefen Bühne hatte es in sich. Große Lautsprecherboxen und 38 Scheinwerfer wurden montiert, ein Zelt aufgestellt und großflächig Teppiche verlegt. Dazu kamen 56 Tische und 326 Stühle, die allesamt selbst aufgestellt und vor allem erst einmal angemietet werden mussten. Insgesamt kam eine finanzielle Vorleistung von 12 000 Euro zusammen, sagte Engert. Und: "Ohne die Ehrenamtlichen wäre das nicht gegangen. Ich bin stolz." Stolz ist er auch auf sein Servicepersonal. Kein Gast musste laut Engert länger als zehn Minuten warten bis er bedient wurde. Und auch das Catering durch den Bayerischen Hof habe viel Lob geerntet. Engert: "Es wurden so viele Essen verkauft wie sonst in fünf Jahren."

Am Rosenmontag feierten die Eltern und Kinder ausgelassen Kinderfasching. Gemütlich war's, zwar nicht ganz so voll wie beim ersten Kinderfasching, aber das liege wohl am Termin, meint der Vorsitzende. Denn am heutigen Faschingsdienstag werden wohl wieder viele auf den Marktplatz strömen wollen. Besonderen Besuch hatte man gestern auch: Der frühere Sitzungspräsident Jürgen Rissmann stattete mit seiner Partnerin Uschi dem KCH einen Besuch ab.