"Ohne die Nackerdorfer hätt's den Höchstädtern ins Dach nei geregnet", sagte Kreisheimatpfleger Manfred Welker. Denn nach der großen Feuersbrunst im Jahr 1668 durften Häuser in Höchstadt nicht mehr mit Stroh oder Schindeln gedeckt werden. Stattdessen mussten Lehmziegel verwendet werden. Im nahen Nackendorf entstand eine Ziegelei.

Kreisheimatpfleger Welker hat darüber einen Beitrag im neuesten Heimatboten, dem 27. Jahrbuch des Heimatvereins Reicher Ebrachgrund, veröffentlicht. Anlässlich der 700-Jahr-Feier von Nackendorf hat er recherchiert und war im Germanischen Nationalmuseum auf einen so genannten "Feierabendziegel" gestoßen. Das Exponat trägt den Namen seines Herstellers Hanns Tomas Reichart und "Nach A Torff", das heutige Nackendorf als Ort der Produktion im Jahr 1692.


Erinnerung an Georg Beck

In einem zweiten Artikel berichtet Welker über Küstersgreuth (Gemeinde Burgebrach), speziell über die dortige Kapelle und die Figur des heiligen Markus. Gar seltsames Gebaren muss sich einst dort abgespielt haben, als die benachbarten Ortschaften Burgebrach und Steppach/Liebenau um die Zuständigkeiten für Küstersgreuth stritten. Um ihren Anspruch zu untermauern, soll der heilige Markus sogar in Steppach verwahrt worden und jeweils zum Markustag nach Küstersgreuth verbracht worden sein.

Einer von vielen interessanten Beiträgen, die im 27. Heimatboten nachzulesen sind. Was das neue Jahrbuch auszeichnet, ist, dass die Bilder erstmals in Farbe erscheinen. Das habe die Kosten für die Auflage etwa verdoppelt, wie Vorsitzender Franz Kachler bei der Vorstellung im Vereinsarchiv in Mühlhausen wissen ließ.

Weshalb das Titelblatt eine "Jubelputte" ziert, könne jeder Leser für sich selbst ergründen. Tatsächlich ist es wohl den drei verdienten Heimatfreunden geschuldet, die mit dem Schild des Vereins zu Ehrenmitgliedern ernannt wurden. Erinnert wird in der Ausgabe an den kürzlich verstorbenen Georg Beck. Er sei nicht nur "ein Mann des Wortes" gewesen, sondern "die treibende Kraft" bei der Gründung des Heimatvereins, so Kachler.

Beitrag von Johann Fleischmann

Auch der letzte Beitrag des in diesen Tagen verstorbenen Heimatforschers Johann Fleischmann, der sich um die Erforschung der jüdischen Landgemeinden Verdienste erworben hat, ist im Heimatboten zu finden. Er handelt von dem in Reichmannsdorf geborenen Sinologen Carl Friedrich Neumann.

Werner Rühl hat seine Dokumentation der Steinkreuze und Kreuzsteine im Reichen Ebrachgrund im Heimatboten veröffentlicht. Dass es in Steppach in den 1950er Jahren einen Weinberg gab, belegen Karl und Gottfried Schwarm mit historischen Aufnahmen. Helmut Schleicher hat den zweiten Teil seiner Chronik der Limbacher Kirchweih niedergeschrieben. Über die Flusskorrektur der Regnitz und ihre Auswirkungen schreibt der Bamberger Kreisheimatpfleger Wolfgang Rössler. Ein für den Autor "sehr typischer Zyklus": Der Mensch greife in eine naturbelassene Landschaft ein, die später dann wieder renaturiert werden muss. Die Brücken über die Reiche Ebrach hat Thomas Simon, zweiter Vereinsvorsitzender, aufgelistet und im Bild festgehalten. Mit der "Urkatastrophe", dem Ersten Weltkrieg, dessen Ausbruch sich im nächsten Jahr zum hundertsten Mal jährt, befasst sich der Beitrag des Vorsitzenden Franz Kachler.