Einen besonderen Beitrag für die Tourismusbranche und den Karpfen hat der Geographieabsolvent David Spenger mit seiner Bachelorarbeit geleistet. In seiner Arbeit "Wer schwimmt mit? Das ,Karpfen- Netzwerk‘ im Aischgrund und seine Bedeutung für die Stadtentwicklung von Höchstadt an der Aisch.", setzte er sich mit der Bedeutung des Karpfens für seine Heimat auseinander.

"Der Karpfen präsentiert die Region nicht nur als Fisch, sondern er ist ein Stück der regionalen Identität", erklärt Spenger. Der 23-Jährige wuchs in Hammerbach in der Nähe von vielen Karpfenteichen auf und brauchte sechs Monate um das richtige Thema für die Arbeit zu finden. "Mir fiel es beim Karpfenessen auf - warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah." Im Rahmen der Arbeit lag sein Hauptaugenmerk auf der Regionalität. Er untersuchte Steuerungsprozesse und die Beziehung zwischen Schlüsselakteuren und anderen Institutionen und deren Bedeutung im Regelsystem der Region.

"Dabei bin ich auf den symbolischen Charakter des Karpfens als Kulturgut gestoßen. Für die nachhaltige Förderung ist der Mensch, sprich die Bevölkerung sehr wichtig. Nur sie kann den Karpfen nachhaltig fördern. Die Innenentwicklung ist erst mal wichtiger, als die Außenentwicklung." Der Karpfen hätte viel Potenzial und dieses sei schon erkannt worden. Aber er müsse professioneller vermarktet werden. Der Karpfen sei noch lange nicht am Ende seiner Kraft, so Spengler.

Bürgermeister Gerald Brehm (JL), Vorsitzender des Karpfenland-Vereins, nahm die Arbeit an und erklärte, dass man daraus Informationen für das erfolgreiche Karpfen- Marketing ziehen werde. "Wir gehören zwar touristisch zum Steigerwald, haben aber eine eigenständige Identität als Karpfenland Aischgrund. Sogar der Starkoch Tim Mälzer schätzt unseren Karpfen, als gesündestes Produkt der Region. Der Karpfen ist ein wichtiger Mosaikstein unserer Identität."

Spenglers Bachelorarbeit wurde heuer mit dem Nachhaltigkeitspreis der katholischen Universität Eichstätt ausgezeichnet. Er selbst wird ab Februar 2017 in einer europaweit agierenden Fahrradwegeplanungsfirma in Frankfurt am Main arbeiten - und somit vorerst die Heimat verlassen.