In einer Zeit, da die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen steigt und täglich neue Spitzenwerte gemeldet werden, sind die Planungen von öffentlichen Veranstaltungen außerordentlich schwierig. Jetzt steht der Winter vor der Tür, und mit ihm rufen alle Jahre wieder beliebte Veranstaltungen. Schon bald lockt die Martinikirchweih, im Dezember folgen der Lebendige Adventskalender und der Weihnachtsmarkt - in "gewöhnlichen" Jahren jedenfalls. Doch was ist heuer? Können diese Veranstaltungen in irgendeiner Form durchgeführt werden?

Die Marketingbeauftragte im Herzogenauracher Rathaus hat sich darüber ihre Gedanken gemacht. Am kommenden Donnerstag will Judith Jochmann den Haupt- und Finanzausschuss in öffentlicher Sitzung über den Stand der Planungen informieren. Allerdings sind konkrete Aussagen alles andere als einfach, wenn sich die Situation täglich verschärft - zumindest bundesweit. Keiner weiß, welche weitergehenden Einschränkungen erlassen werden.

Eines verriet Bürgermeister German Hacker schon im Vorfeld der Sitzung. Die Stadt werde nach der Devise verfahren "Was kann möglich gemacht werden?" Denn das Ziel sei es schon, die genannten Veranstaltungen durchzuführen. Es stelle sich aber die Frage, in welcher Form und welchem Umfang das machbar wird.

Fakt sei schon jetzt, dass man bei den Buden unterscheiden muss zwischen Essen und sonstigem Angebot. Wer essen will, muss das am Tisch tun, im Sitzen oder im Stehen. Und er muss sich mit Namen und Adresse in Listen eintragen, wie man das von Restaurants her kennt. Mal schnell mit dem Bartwurstbrötchen in der Hand durch die Hauptstraße schlendern, das wird laut Hacker nach derzeitigen Erkenntnissen nicht möglich sein. Und es werde eine Maskenpflicht geben, auch im Freien. Hacker wörtlich: "Wir werden mit Masken durch die Hauptstraße gehen müssen."

Auch stehe fest, dass beim Weihnachtsmarkt das Geschehen auf der Bühne verändert werden müsse. Ein Chor oder eine Kapelle mit 30 Leuten, gemeinsam mit dem Christkind auf der Bühne - das werde es nicht geben können.

"Es stehen grundsätzliche Fragezeichen im Raum", sagt der Bürgermeister. Man wisse ja auch nicht, ob es noch einen Lockdown geben werde, sollten die Zahlen weiter steigen.

Man müsse sich auch fragen, inwieweit solche Veranstaltungen denn sinnvoll wären. Denn manches verlöre dann auch seinen Charakter. Trotzdem steht Hacker dazu. Die Martinikirchweih und der Weihnachtsmarkt gehören einfach dazu, sagt er. "Wir möchten sie haben."

Am Donnerstag wird Judith Jochmann auch über andere geplante Veranstaltungen informieren, wie das Festliche Konzert oder auch das bunte Faschingstreiben. Immer aus aktueller Sicht, mit dem gegenwärtigen Erkenntnisstand.