Landtagsabgeordnete Alexandra Hiersemann (SPD) wurde zum ersten Mal in die Bundesversammlung entsandt. Ihre Landtagsfraktion hatte entschieden, das zugeteilte Kontingent an Personen auszulosen. Hiersemann wurde gezogen. "Es wird Sie nicht überraschen, dass ich mich entschieden habe, Herrn Steinmeier zu wählen." Der bisherige Außenminister (SPD) ist der gemeinsame Kandidat von Union und SPD. "Er ist jemand, der seine eigene Person nicht in den Mittelpunkt stellt, sondern sich ganz der Sache und dem Amt widmet", sagt Hiersemann.

Die beiden Bundestagsabgeordneten Martina Stamm-Fibich (SPD) und Stefan Müller (CSU) sitzen automatisch in der Bundesversammlung. Diese umfasst neben den 630 Mitgliedern, die von den Landtagen delegiert werden, auch alle 630 Bundestagsabgeordneten.


Lammert war sein Favorit

Müller wählt zum fünften Mal mit. "Ich persönlich hätte mir Bundestagspräsident Lammert sehr gut als Bundespräsidenten vorstellen können", sagt Müller. Lammert hatte abgesagt. Steinmeier habe "seine Sache als Außenminister gut gemacht", so Müller. Steinmeier werde ein guter, überparteilicher Präsident.

Walter Nussel, Landtagsabgeordneter (CSU), steht auf der Liste der Ersatzmitglieder. Falls jemand ausfällt, würde er nachrutschen. Aber so wahrscheinlich sei das nicht, bei Listenplatz 36. Die Koffer habe er noch nicht gepackt, sagt Nussel lachend.


Unverständnis für Satire-Aktion

Dass der Satiriker und Europapolitiker Martin Sonneborn in der Bundesversammlung sitzt und seinen Vater als Kandidaten vorgeschlagen hat, kommentiert Nussel mit Unverständnis. Es sei nicht gut, "dass jemand so etwas benutzt, um für sich selbst Kapital daraus zu schlagen." Müller sieht das ähnlich: "Man schadet mit solchen Spielchen unserer Demokratie." Im TV ist die Wahl am Sonntag in ZDF (11.45 Uhr) und ARD (11.35 Uhr) zu sehen.