Die kleine Lea nascht verlegen an einem Krapfen. Als echte Bäckerin braucht man eben eine Stärkung zwischendurch. Seit einer halben Stunde steht sie schon in der Weihnachtsbäckerei. Auf ihre Kochmütze hat sie ihren Namen geschrieben, die vorgebackenen Lebkuchen-Plätzchen in Schokolade getunkt und mit Eischnee und bunten Streuseln verziert.
Bereits wenige Minuten nach Beginn der ersten Höchstadter FT-Himmelswerkstatt tummeln sich zehn Kinder in der Backstube der Bäckerei Fumy. Auch Catrin und Jessica, beide elf, haben diese Station als erste gewählt. "Manchmal backen wir sogar schon selbst zu Hause", berichten die Mädchen stolz.


Angela Merkel aus Linoleum

Viel los ist auch in der Sparkasse. In deren Foyer gibt es Himmelskunst zum Mitnehmen. Künstler Guido Häfner steht mit seiner Handpresse bereit, um Kinderaugen zum Leuchten zu bringen.
Mit seinem Linoleum-Engel, einer "Mischung aus Angela Merkel und Miley Cyrus", gelingt ihm das auch jedes Mal. "Kraft braucht man aber schon, um den Engel zu drucken", gesteht der neunjährige Joel. Sein Freund Marco weiß bereits genau, was er mit seinem Engel machen möchte: "Das wird ein Geschenk für meine Mutter". Eifrig füllen beide ihre Teilnahmebögen aus. Wer mindestens drei der neun Stationen absolviert, hat am Ende schließlich die Chance auf tolle Gewinne. Wer gewonnen hat, erfahren Sie auf Seite 14.
In Helgas Schuhladen sitzt gerade Elina, neun Jahre, beim Kinderschminken. Sorgfältig malt ihr Lisa Brückner weiße Sternchen auf blauem Untergrund in das Gesicht. Nicht fehlen darf natürlich jede Menge Glitzer. "Auch viele Jungs fragen danach", so Inhaberin Birgit Brückner. Heute ist Elina noch mit ihrer Tante unterwegs. Sollte es die Himmelswerkstatt von nun an öfter geben, möchte sie später aber mit ihren Freundinnen von Station zu Station ziehen.


Notfall am Marktplatz

Große Aufregung herrscht plötzlich am Marktplatz. "Ein Notfall, ein Notfall", rufen einige Kinder unruhig. Zum Glück ist das BRK mit einem Rettungswagen vor Ort. Matildas Teddy wurde vom Auto überfahren, nun benötigt er dringend ärztliche Hilfe. Kaum haben die Sanitäter die Notfallversorgung durchgeführt, kommt der nächste Kuscheltier-Notfall herein. Ein verletztes Pony wartet in den Armen seiner kleinen Besitzerin auf Hilfe. Die Experten des BRK haben die Lage aber im Griff und schaffen es an diesem Nachmittag, alle Plüschtiere zu retten.
Fast schon andächtige Stille herrscht wenige hundert Meter weiter im ersten Stock der Tourismuszentrale. Hier wartet der Kinderschutzbund mit Bastelideen für Groß und Klein. Blaue und weiße Weihnachtssterne werden gebastelt und anschließend laminiert. Konzentriert schneidet die siebenjährige Kira ihren ersten Stern aus. Alles soll perfekt werden. Schließlich möchte sie die Kunstwerke zu Weihnachten verschenken. Eine Etage darunter sieht es fast so aus, als wären ausschließlich junge Nachwuchsingenieure am Werk. Die nachgebauten Zanonia-Gleiter aus Styropor werden mit Sternen und Namen versehen. Von Experte Klaus Strienz gibt es nicht nur Schablonen und Bastelmaterial, sondern auch spannende Infos zum Thema Fliegen. Mit den beiden Siebtklässlern Beni und Leonard, die am Kurs "Technisches ExperiMINTieren" am Gymnasium teilnehmen, hat er kompetente Hilfe an seiner Seite. Am Ende darf jeder Teilnehmer seinen Flieger mit nach Hause nehmen.


Cool gegelt oder Engelslocken?

Nach rund einer Stunde gibt es an vielen Stationen kaum noch ein Durchkommen. So auch im Friseursalon Lettner. Zu dritt frisieren Maria Soßna, Tochter Nadine und Kollegin Susann Fritz-Förster traumhafte Engelslocken und coole gegelte Haare. Im Moment sitzt Tatjana aus Uehlfeld auf einem der begehrten Stühle. Der Wartebereich ist proppenvoll. "Wenn ich mich so anschaue, kann ich mir schon vorstellen, später einmal Christkind zu werden", sagt die Neunjährige noch etwas zaghaft. Nach zehn Minuten ist ihre Mähne perfekt und sie kann sich auf den Weg zur nächsten Station machen.
In der Bücherstube am Vogelseck wartet bereits Elke Reitmayer mit Geschichten von Findus und dem Weihnachtsmann. Die kleinen Zuhörer zögern nicht, sie mit Fragen zu löchern. Großer Ansturm herrscht auch nebenan in der Rappelkiste. "Viele der Kinder kommen bereits in voller Weihnachtsmontur hier an", sagt Inhaberin Birgit Brehm begeistert. Für sie stellt das Bemalen von Stofftaschen und Verzieren von Weihnachtskarten den perfekten Abschluss der Himmelswerkstatt dar. Kaum ist der letzte Baum ausgemalt, heißt es dann aber schnell sein.
Bis kurz nach 17 Uhr müssen die Teilnahmebögen in der Lostrommel am Stand des Fränkischen Tags sein. Nach Anbruch der Dunkelheit verkündet das Höchstadter Christkind die neun Gewinner. Aber auch für alle, die nicht gewonnen haben, war es sicher ein unvergesslich spannender Tag.