Die Sachbearbeitungen werden die Erlanger Polizei noch Wochen und Monate in Anspruch nehmen, um die über 400 Delikte mit Veranstaltungsbezug abzuarbeiten. Nach dem Motto "nach dem Spiel ist vor dem Spiel" dient der Polizei eine eingehende Sicherheitsanalyse der Vorbereitung für den Berg 2014. Zur Bewältigung der vielfältigen Aufgaben, die während der Festtage auf die Polizei zukamen, war eine besondere Einsatzorganisation erforderlich. Denn die erhöhten Sicherheitsanforderungen konnten nur durch die Beteiligung aller Erlanger Dienst-stellen sowie durch Unterstützungskräfte des Polizeipräsidium und der Bayerischen Bereitschaftspolizei bewältigt werden.

Die Berganalyse muss aus Sicht der Polizei heuer sehr differenziert betrachtet werden. Mit Beginn der Kirchweih einschließlich Pfingstmontag war nach Angaben der Polizei eine Steigerung der Fallzahlen im Vergleich zum Vorjahr um 21 Prozent feststellbar. Das schlechte Wetter in der zweiten Hälfte der Kirchweih hat dafür gesorgt, dass die Gesamtdelikte um sieben Prozent zurückgegangen sind. Im Vorjahr wurden 435 Delikte zur Anzeige gebracht, dem stehen heuer 406 gegenüber.

Körperverletzungen gingen zurück - Intensität nimmt zu

Die Anzahl der gefährlichen Körperverletzungen (25) ist im Vergleich zum Vorjahr um zwei zurückgegangen. Allerdings wurde in acht Fällen (Vorjahr drei) - mit zum Teil gravierenden Folgen für die Opfer - der Maßkrug als Wurf- oder Schlagmittel eingesetzt. Drei Personen mussten mit schweren Gesichts- oder Armverletzungen in der Klinik behandelt werden. In einem weiteren Fall soll ein Schlagring zum Einsatz gekommen sein. Die einfachen Körperverletzungen erreichten mit 61 den Stand des Vorjahres.

Aggression gegen Beamte

Aus Sicht der Polizei musste eine erhöhte Aggressionsbereitschaft gegenüber den einschreitenden Beamten festgestellt werden. Die Nichtbefolgung polizeilicher Weisungen, ausgesprochen wüste Beleidigungen und sieben Widerstandhandlungen bei der Durchsetzung von Maßnahmen (Vorjahr drei) sind die unerfreulichen Begleiterscheinungen der Bergkirchweih 2013.

Während der Kirchweih ereigneten sich drei sexuell motivierte Übergriffe gegen junge Frauen. Zwei im Bezug zur Bergkerwa und ein Delikt im Zusammenhang mit dem "After-Berg-Geschehen".

42 Fahrraddiebstähle wurden zur Anzeige gebracht, einer mehr als beim Berg 2012.

Diebstähle nehmen zu

Eine deutliche Steigerung ist laut Mitteilung der Polizei in dem Bereich Taschendiebstahl, Diebstahl aus Handtasche festzustellen. 47 Delikte wurden hier zur Anzeige gebracht. Im Vorjahr waren es noch 33 Fälle. Trotz wiederholter polizeilicher Warnhinweise und einem Präventionsstand an der Bergstraße war festzustellen, dass viele Bergbesucher es den Die-ben allzu leicht machten und ihre Wertsachen teilweise sogar unbeaufsichtigt ablegten.

Erfreulicherweise waren die Alkoholunfälle mit vier im Verhältnis zu zehn im Vorjahr rückläufig. 50 (Vorjahr 65) Verkehrsteilnehmer mussten wegen Trunkenheit im Straßenverkehr beanstandet werden. 48 (Vorjahr 52) waren mit dem Fahrrad unterwegs.

Auch bei den Sachbeschädigungen an Kraftfahrzeugen gehörte der Berg 2013 eher zu den unauffälligen. 18 Fälle waren hier zu verzeichnen, im Vergleich zu 58 im Vorjahr.

Bei der Mehrzahl der registrierten Straftaten musste ein hoher Alkoholisierungsgrad festgestellt werden. Der Spitzenwert lag bei 2,6 Promille. Die Gruppe der Jugendlichen verhielt sich erfreulicherweise verhältnismäßig unauffällig. Fünfzehn Mal wurden Kinder und Jugendliche aufgegriffen und ihren Eltern zur "Nachbetreuung" überstellt.

Die Gruppe der Erwachsenen stellte den Hauptanteil in Bereich der Tatverdächtigen dar. Nach einer ersten Analyse haben etwa 70 Prozent der von polizeilichen Maßnahmen Betroffenen keinen Wohnsitz in Erlangen.

Wie in den Vorjahren beschäftigte der "After-Berg" die Polizei deutlich stärker als das Festgelände selbst: Von der Bergwache wurden 119 Anzeigen aufgenommen. Dem gegenüber mussten im Innenstadtbereich 287 Vorgänge mit Veranstaltungsbezug bearbeitet werden. pol