Vier Monate lang stand ein 22 Meter hohes und 90 Tonnen schweres Spezialbohrgerät auf der Baustelle des neues Rathauses. Vier Monate lang wurden täglich Löcher gebohrt, 267 an der Zahl, mit 90 Zentimeter Durchmesser und bis zu 16 Meter tief. Mehr als drei Kilometer betrug die Bohrlänge aller Löcher zusammen.

Erforderlich war diese Schwerarbeit, die Tonnen bewegte, aber dennoch eine filigrane Ausführung mit Fingerspitzengefühl voraussetzte, um eine Pfahlwand zu setzen. Diese wiederum ist für den Neubau des Rathauses nötig und schützt das Schloss gegen Erschütterungen.

Jetzt ist die Arbeit beendet, das Bohrgerät hat Feierabend. In den letzten Tagen wurde es zusammengelegt und verladen. Ein Tieflader der Kranfirma Markewitsch rückte an und transportierte ab 22 Uhr am Donnerstagabend das schwere Gerät ab. Es wurde von zwei Begleitfahrzeugen eskortiert, auch die Polizei fuhr bis zur Autobahn mit einer Streife mit.

Das Großbohrgerät mit der Bezeichnung Bauer BG 28 H wurde in verschiedene Teile zerlegt. Die Verrohrungen und Bohrwerkzeuge wurden, wie Bauamtsleiterin Silke Stadter nach Rücksprache mit dm Bauleiter der Fachfirma mitteilt, bereits am Mittwoch abtransportiert. Am Donnerstag folgten mit einem Sechs-Achser dann zunächst die Kellystange und das Kontergewicht. Am Abend kam dann die große Fracht. Für das Großdrehbohrgerät war ein Sattelauflieger mit elf Achsen erforderlich. Zuvor war eine technische Abnahme erforderlich. Es wurde die Länge vermessen, auch erfolgte eine Kontrolle der Sicherung. Um 17 Uhr hatte man es auf dem Baufeld auf das Transportfahrzeug aufgefahren.

Nach der Beendigung des Spezialtiefbaus, der allein 2,8 Millionen Euro kostete, ist nun die Baufirma Schickert an der Reihe. Wie Silke Stadter mitteilt, wird ab Montag der Erdboden abgetragen, bis etwa in drei Meter unter dem Geländeniveau. Dort liegt ja der Rathaus-Keller, der anschließend abgebrochen werden muss.

Wichtig ist, dass beim Neubau der Untergrund trocken bleibt. So sind zwölf Brunnen gebohrt worden, um das Grundwasser abpumpen zu können.