Der schnelle Bau zweier Rutschen Anfang des Jahrtausends war höchst notwendig, um wieder steigende Besucherzahlen zu bekommen. In den Jahren 2000 (fast eine halbe Million) und 2001 gelang das mit dem "Crazy River" auch. Doch diese hohe Schwelle ließ sich nicht halten, kontinuierlich sanken die Zahlen der Badegäste. 2007 beispielsweise betrugen sie noch 419 526 Personen.

Mit Rückgang im Trend

Für das Jahr 2002 musste Betriebsleiter Wolfgang Schneider eine durchwachsene Jahresbilanz geben. Vier Prozent weniger Besucher wurden verzeichnet, womit das Herzogenauracher Freizeitbad allerdings im bundesweiten Trend lag. "Auch wir leben nicht auf einer Insel der Glückseligen", stellte der Bäderchef damals im FT-Gespräch fest und verwies auf die allgemein schwierige wirtschaftliche Lage. Das Herzogenauracher Minus fiel dabei noch moderat aus, denn andere Bäder mussten Einbußen von zehn Prozent und mehr hinnehmen.

Drei Jahre später lautete der Bericht ähnlich. Die Zahlen sanken weiter, der Rückgang betrug in diesem Jahr allerdings nur noch 2,9 Prozent. Wolfgang Schneider zeigte sich damit zufrieden, und auch im Herzogenauracher Stadtrat sah man das durchaus positiv. CSU-Wirtschaftsexperte Horst Körner verglich das mit den zweistelligen Verlusten anderer Bäder und riet dazu, Maß zu halten. Der FT zitierte ihn im Juli 2006: "Finger weg von Abenteuern". Körner forderte in besagter Sitzung eine klare Profilierung für das Freizeitbad Atlantis und auch German Hacker, damals noch Fraktionsvorsitzender der SPD im Stadtrat, riet zu weitreichenden Konzepten für die Zukunft.

Schon damals gab es also die Bestrebungen, das Freizeitbad Atlantis verstärkt und konsequent zum Familienbad auszubauen. Als solches ist es inzwischen etabliert und hat sich unter all der Konkurrenz gut positioniert, wie der Geschäftsführer der Herzo Werke, Jürgen Bauer, jüngst gegenüber dem FT verdeutlichte.

Positives Umfrageergebnis

Dass trotz sinkender Zahlen im Jahr 2005 Zufriedenheit bei den Verantwortlichen herrschte, lag auch an dem Ergebnis einer Umfrage unter Kunden. Über tausend Menschen zwischen Bamberg und Neustadt hatten daran teilgenommen und sollten zur Marktsituation des Atlantis in der Region Stellung beziehen. Für Schneider lieferte die Befragung "zum Teil erstaunliche, aber sehr erfreuliche Ergebnisse". So lag der Bekanntheitsgrad innerhalb eines Radius von 60 Kilometern bei 95 Prozent. Die Besucher gaben an, sich in dem modernen Schwimmbetrieb wohlzufühlen, auch wegen der gepflegten Anlagen.

In den ersten Jahren des neuen Jahrtausends galt es auch, die Technik zu verbessern. So wurde das Blockheizkraftwerk nach 15 Betriebsjahren erneuert und vor dem Atlantis wurde 2005 die Kapazität des Parkplatzes für Autos mehr als verdoppelt. Seither gibt es auch Stellflächen für Wohnmobile. Dazu kommt die jährliche Revision, mit Ausbesserungen und kleineren Umbauten. So bleibt das Bad fit.

Wolfgang Schneider verabschiedete sich 2008 als Betriebsleiter. Nicht ohne zuvor noch weitere Umbaumaßnahmen, vier an der Zahl, vom Aufsichtsrat genehmigen zu lassen. Allen voran die Neugestaltung des Eingangsbereichs mit Umbau der Duschen und Umkleiden.