Ein paar Schuhsohlen könnten schon noch draufgehen: Alexander Tritthart, seit 2008 Bürgermeister der Marktgemeinde Weisendorf, ist der Kandidat der CSU für die Wahl des Landrats im kommenden Jahr. Bis es so weit ist, werden noch viele Kilometer durch den Landkreis notwendig sein. Walter Nussel, Bezirksrat und Landtagskandidat der CSU, überraschte Tritthart nach der Nominierung mit Laufschuhen. Mit einem seltenen Paar, denn ein Schuh war von Adidas, einer von Puma. Ausgewogen halt, so wie es sich für den ehemaligen Wirtschaftsreferenten des Landkreises und einen künftigen Landrat gehört.

Auf Tritthart als Bewerber um das Amt des Landrats hatte sich bereits am 2. März die CSU-Kreisvorstandschaft einstimmig festgelegt.
Auch bei der Nominierung in der Fortuna-Kulturfabrik demonstrierte die Partei Einigkeit: Als CSU-Geschäftsführerin Heidemarie Löb das Abstimmungsergebnis bekannt gab, brandete Jubel auf und es gab stehende Ovationen. Mit ihrem einstimmigen Votum hatten alle 127 Delegierten Tritthart "den nötigen Rückenwind" gegeben. Dazu hatte bereits eingangs der Höchstadter CSU-Vorsitzende Alexander Schulz aufgerufen. Auch alle anderen Redner hatten die Versammlung auf Einigkeit und Zusammenhalt eingeschworen. Es sei wichtig, an einem Strang zu ziehen, betonten Kreisvorsitzender Stefan Müller und - in einer sehr temperamentvollen Rede - Andreas Galster.

Herkules-Aufgabe

"Ab sofort läuft der Countdown", gab Alt-Landrat Franz Krug das Startzeichen zum Wahlkampf. Weil es nicht um irgendeine Position, sondern um ein überaus wichtiges Amt gehe, bat er um Unterstützung für den Kandidaten in dieser "Herkules-Aufgabe". Mit 24-jähriger Amtszeit dienstlängster Landrat, listete Krug die Eigenschaften auf, die das Amt erfordere. "Eine Machtbalance" sei dabei notwendig, denn der Kreis liege im Spannungsfeld zwischen den großen Städten und den Gemeinden.

Bereits 1997, als Tritthart im Landratsamt das Sachgebiet "Wirtschaftsförderung" übertragen wurde, sei ihm der junge Mann als sachkundiger, tüchtiger, zuverlässiger Mitarbeiter aufgefallen, so Krug. Er sei über seinen Arbeitsbereich hinaus sehr interessiert gewesen und habe über den eigenen Tellerrand hinausgeblickt. Für ihn spreche die Kombination von Ausbildung, Erfahrung in der Verwaltung und in der Kommunalpolitik. "Man muss zwar nicht zuvor im Landratsamt beschäftigt oder Bürgermeister gewesen sein - aber schaden tut's nicht", sagte Krug.

Den bevorstehenden Wahlkampf schätzt Krug als "eine schwierige und harte Arbeit" ein. Auch die anderen Parteien würden versuchen, ihre guten Leute in diese Position zu bringen. "Sie zu unterschätzen, wäre fatal!" Krugs Vorschlag: Wenn jedes Mitglied nur zehn weitere Personen bewegen könnte, unseren Kandidaten zu wählen, wäre man auf der sicheren Seite.

Familienvater

Tritthart vereine Verwaltungswissen mit wirtschaftlichem Sachverstand, sei im Kreis tief verwurzelt und stehe als Familienvater fest im Leben, betonte der CSU-Kreisvorsitzende Stefan Müller. Er habe bereits als Führungskraft Verantwortung getragen und habe das Zeug, ein hervorragender Landrat zu werden. "Er wird eine Zukunftsperspektive für unseren Landkreis entwickeln", einem wirtschaftlich starken Landkreis, der in den Rankings regelmäßig Spitzenplätze belege.

"Das habe ich damals nicht gedacht, dass ich einmal sein Nachfolger werden könnte", erinnerte sich Tritthart an seinen ehemaligen Chef Franz Krug. Die Nominierung für das höchste Amt im Landkreis sei für ihn eine große Ehre und ein bewegender Moment.

Die CSU gehe voran und nominiere - ganz unabhängig davon, welche Kandidaten andere Gruppierungen aufstellen würden. Der Beruf des Bürgermeisters habe ihm sehr viel Freude gemacht und er werde das Amt bis zum letzten Tag mit Begeisterung und Engagement weiterführen. "Das Amt des Landrats gefällt mir aber noch besser!"

"Wir gestalten die Zukunft des Landkreises gemeinsam", hat sich Tritthart als Motto erwählt. Mehrfach dankte er seinem CSU-Ortsverband Weisendorf für das Verständnis, dass er sich für den Landrat bewerbe. Der Ortsverband habe sich in Hans Kreiner, derzeit Dritter Bürgermeister, auch schon auf einen CSU-Kandidaten für das Bürgermeisteramt geeinigt. Denn für beide Positionen will Tritthart nicht kandidieren. "Es ist für mich eine Kandidatur ohne Wenn und Aber!"

Alexander Tritthart ist 43 Jahre alt und verheiratet. Seine Frau Angelika und die beiden Söhne - 14 und 16 Jahre alt - stehen voll hinter der Kandidatur. Er ist in Herzogenaurach aufgewachsen und hat dort 1988 Abitur gemacht. Nach dem Grundwehrdienst in Roth absolvierte er ein Studium an der Beamtenfachhochschule in Hof, das er mit dem Diplom-Verwaltungsfachwirt abschloss.

Seine berufliche Laufbahn begann Tritthart beim Landratsamt Erlangen-Höchstadt, wo er 1997 Wirtschaftsreferent und 2005 gleichzeitig zum Leiter des Bereichs Wirtschaft, Öffentlichkeit und Kultur berufen wurde. Seit 2008 ist er Bürgermeister von Weisendorf.