Der Antrag, dass sich Adelsdorf als Fairtrade-Gemeinde bewirbt, kam von der Fraktion der Grünen im Gemeinderat. Den Anstoß dazu gaben Röttenbach und auch Herzogenaurach, denn beide Gemeinden gelten bereits seit längerer Zeit als sogenannte "Fairtrade-Towns".

"Wir sollten das ja auch schaffen", so Felix Weiß vom Pfarrgemeinderat. "Dies ist natürlich mit dem Gedanken verbunden, Adelsdorf durch Nachhaltigkeit attraktiver zu machen", erklärt er weiter. Der Verein "TransFair" ist die zertifizierende Stelle. Doch bevor sich eine Gemeinde als "Fairtrade-Town" bezeichnen darf, muss sie mehrere Kriterien rund um den fairen Handel auf kommunaler Ebene erfüllen.

Die Punkte Ratsbeschluss und Gründung einer Steuerungsgruppe, die aus 15 Personen besteht, sind in Adelsdorf bereits erfüllt. Produkte, Zivilgesellschaft sowie Medien- und Öffentlichkeitsarbeit wurden in der dritten Sitzung am vergangenen Dienstagabend im katholischen Pfarrzentrum in Angriff genommen.

Das Team geht die Vorgaben an

Daniel Auras ist erster Sprecher, Felix Weiß fungiert als zweiter Sprecher und Alexandra Herrmann ist die Schriftführerin der Steuerungsgruppe. Monika Herzig ist die Ansprechpartnerin vonseiten der Gemeinde.

Man beriet sich über die Vorgehensweise, wie man die Verfügbarkeit von Fairtrade-Produkten im Ort angehen könne.

Felix Weiß hatte einen Brief entworfen, der an alle Geschäfte, seien es Supermärkte, Buchläden, Bekleidungsgeschäfte, Restaurants oder Cafés, aber auch ans Seniorenheim, Kindertagesstätten und Schulen rausgehen wird.

Fairer kommunaler Handel

Man war sich einig, dass persönliche Ansprache erfolgreicher sei, und so teilten sich die Mitglieder, die aus Vertretern der beiden Kirchen, von Vereinen, Parteien und Mitgliedern des Gemeinderats bestehen, die Besuche untereinander auf. Im persönlichen Gespräch könne man besser beraten, die Anforderungen erklären und Umsetzungen im Einzelnen besprechen.

Wenn eine Firma oder eine Einrichtung Interesse zeigt, genügt es bereits, einen Fairtrade-Artikel wie Kaffee, Tee, Schokolade, Obst oder auch ein Kleidungsstück im Sortiment zu haben.

Zudem braucht Adelsdorf eine Schule, eine Kirchengemeinschaft, einen Verein und zwei Gastronomiebetriebe, die Produkte beziehungsweise Aktionen im Rahmen "Fairtrade" nachweisen können und dadurch ihren Teil zur Nachhaltigkeit des Dorfes beisteuern.

Das dürfte in der 9000-Seelen-Gemeinde Adelsdorf nicht schwer sein, glauben die Initiatoren. Außerdem müssen laut Vorgaben vier Medienartikel pro Jahr zum Thema Fairtrade nachgewiesen werden.

Hilfe bei der Umsetzung dieser nachhaltigen Entwicklungsziele, die bereits 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedet wurden, erhält die Gruppe von "TransFair - Verein zur Förderung des fairen Handels in der einen Welt".

Adelsdorf bietet bereits eine große Auswahl an Fairtrade-Produkten, wie Fairtrade-Gold. Von Vorteil ist zum Beispiel auch, dass der Missionskreis schon immer "Eine-Welt"-Artikel im Sortiment hat. Auch Edeka-Degen, der Rewe-Markt, Aldi-Süd sowie der Drogeriemarkt Müller in Adelsdorf verkaufen bereits seit längerem eine Auswahl an verschiedenen Fairtrade-Produkten.

Weitere Unterstützer gesucht

Die Adelsdorfer Firma "HempAge" geht beispielhaft voraus, denn sie bietet unter dem Slogan "Fairtragen" schon lange bezahlbare "Bio-faire Naturkleidung" aus Hanf an.

Die Mitglieder der Steuerungsgruppe werden sich bald als mobile Experten auf den Weg zu den ortsansässigen Unternehmen machen. Sie hoffen, dadurch weitere Unterstützung zu bekommen. Denn ihr Ziel ist klar: Adelsdorf soll offiziell zu einer Fairtrade-Gemeinde werden.