Das tragische Unglück vom Sommer vergangenen Jahres wird wohl nicht nur allen Mitarbeitern der Grund- und Mittelschule Adelsdorf noch lange im Gedächtnis bleiben. Eine schwangere Frau ist damals während des Schulfestes zusammengebrochen und anschließend gestorben.

"Die Nachricht von diesem Ereignis hat natürlich schnell die Runde gemacht", erinnert sich Rektorin Sieglinde Gröger heute. So sei man auch zu dem Entschluss gelangt, die Sicherheit innerhalb des Schulgebäudes nach und nach verbessern zu wollen. Einen ersten wichtigen Schritt in diese Richtung stellte nun die Anschaffung eines Automatisierten Externen Defibrillators (AED) dar. Möglich gemacht hatte diese Investition die VR-Bank Adelsdorf mit ihrem Geschäftsstellenleiter Wolfgang Kramer.
Er stellte 1500 Euro seines jährlichen Gewinnsparertrages zur Verfügung und übernahm damit die Gesamtkosten für das Gerät.

Seit wenigen Wochen befindet sich dieses nun im Schulgebäude. Im Rahmen einer Fortbildung wurde allen Lehrkräften bereits die richtige Handhabung des Frühdefibrillationsgeräts erläutert. Dass diese selbst für medizinische und rettungstechnische Laien kinderleicht ist, weiß auch Adelsdorfs Bürgermeister Karsten Fischkal (FW). Er ist selbst vom Fach und leistete bei dem schlimmen Vorfall im letzten Jahr sogar Erste Hilfe in Form von Reanimation. "In eine Schule gehört einfach ein Defi, der für Kinder und Erwachsene gleichermaßen verwendet werden kann", findet das Gemeindeoberhaupt.

Im Fall der verstorbenen jungen Frau hätte aber auch das neu beschaffte Gerät nichts ausrichten können. Sie erlitt eine Lungenembolie. Der Defibrillator hingegen dient dazu, durch eine Herzrhythmusanalyse mögliches Kammerflimmern festzustellen. Im Anschluss werden bei Bedarf Elektroschocks von den auf der Brust zu befestigenden Elektroden abgegeben. Ist beim Patienten hingegen kein Kammerflimmern festzustellen, wird die Defibrillation erst gar nicht freigegeben. "So kann zumindest ein Ausschlussverfahren stattfinden", erklärt Konrektorin Rosi Wagner.

Wird das Gerät aus dem Gehäuse genommen, ertönt grundsätzlich ein Alarmsignal. So soll nicht nur ein möglicher Missbrauch verhindert, sondern auch auf eine tatsächlich bestehende Gefahr lautstark hingewiesen werden. Bei allen Vorgängen "spricht" das Gerät mit demjenigen, der es betätigt. "Man kann absolut keinen Fehler bei der Bedienung machen", betont Rosi Wagner. Sie weiß aber auch, dass für die Adelsdorfer Schule noch eine kleine Zusatzausstattung nötig werden wird: "Wir brauchen noch spezielle Elektroden für Kinder unter 25 Kilogramm, und eine Halterung fehlt momentan auch noch." Sobald letztere vorhanden ist, soll das Gerät dann zentral nahe der Küche aufgehängt werden. Ein direkter Zugriff von überall im Haus wird so zügig möglich sein.
"Bei Herzflimmern gibt es ein enges Zeitfenster von drei bis fünf Minuten, in denen gehandelt werden muss", weiß Karsten Fischkal. Und auch, wenn solche Vorfälle im normalen Schulalltag eher nicht zu erwarten seien, betonen alle Beteiligten die Notwendigkeit des Defibrillators in einem so öffentlichen Gebäude.

"Hier finden schließlich nicht nur immer wieder Großveranstaltungen statt. Durch die Volkshochschule herrscht auch ein reger Betrieb von Erwachsenen und älteren Menschen", stellt Rektorin Gröger klar. Ihnen allen soll von nun an ein größeres Stück Sicherheit vermittelt werden.