Action kommt von Aktionstag. Da waren sich die Freiwilligen Feuerwehrler aus Dechsendorf einig. Nachdem bereits am Samstag aufgebaut wurde und am Sonntagfrüh noch die Feinheiten gerichtet wurden, ging es auf dem Platz vor dem Gerätehaus in der Teplitzer Straße hoch her. Direkt nach dem Start um 10 Uhr wurde gezeigt, was Brandschutz eigentlich bedeutet, vielmehr was passiert, wenn dieser nicht beachtet wird.
Michael Busch der als Moderator die Besucher durch den Tag begleitete, erklärte zum Beispiel zum Fettbrand in der Küche: "Wenn Sie das mit Wasser löschen, riskieren Sie nicht nur Ihre Kücheneinrichtung und das Mittagessen, sondern schlichtweg ihr eigenes Leben." Die Feuerwehrler demonstrierten zum einen, was eben passiert, wenn man Wasser in das brennende Öl schüttet, sie zeigten aber auch wie einfach es ist solch einen Brand zu löschen. "Deckel drauf und Ruhe ist", hieß es in der Erklärung.
Ein Papierkorbbrand durfte nach einer Demonstration durch den Besucher ebenso gelöscht werden, wie dieser die Chance hatte mit einer Wärmebildkamera mal zu schauen, was man so im Nebel sieht, wenn man eigentlich nichts mehr sieht. Kommandant Thomas Schneider erklärte den Besuchern, die Handhabung der Kamera und warum diese selbst in einer kleineren Ortswehr so wichtig ist. "Wir können damit Menschen lokalisieren und diese schnellstmöglich aus dem Gefahrenbereich bringen."
Langweilig wurde es den rund 500 Gästen über den Tag zu keiner Minute. Denn neben den Vorführungen gab es wieder die Ausstellung mit Gemälden der Kinder aus den drei Dechsendorfer Kindergärten beziehungsweise der Spielgruppe. Heuer galt es ein Feuerwehrauto zu gestalten, was die jungen Künstler alle sehr unterschiedlich machten. Aber alle Fahrzeuge waren Rot, da waren sich die Youngsters einig.
Ein Rauchhaus demonstrierte die wichtige Bedeutung, der im nächsten Jahr Pflicht werdenden Feuermelder, am Brandhaus durfte man selber Hand anlegen, um mit der Spritze einen Brand zu löschen. Darts- und Dosenwerfen komplettierte die Unterhaltung am Aktionstag.
Sportlich zeigten sich die Aktiven bei einer Feuerwehr-Olympiade. In den Disziplinen "Schnellster beim Atemschutz anlegen", "Schlauchauswerfen auf Zeit" und "Meister der Knoten" zeigten die beiden angetretenen Mannschaften, was sie feuerwehrtechnisch leisten können. Gewinner war in diesem Fall auch das Publikum, das letztlich erklärt bekam, warum diese Olympiade und die jeweiligen Fertigkeiten für die Einsätze so wichtig sind.
Höhepunkt für die Aktiven waren dann aber sicher die Übungen. Die Jugendtruppe zeigte einen Aufbau, wie er auch von den Erwachsenen im Einsatz zu bewältigen ist. Nach wenigen Minuten galt es mit lautem Ruf: "Feuer aus!" Eine Besonderheit ist die momentane Zusammensetzung dieser Truppe: Vier Mädels treffen auf einen Jungen. Klar, wer hier die Hosen anhat.
Die Erwachsenen widmeten sich zwei Themen. Bei der ersten Übung galt es einen Unfall abzuarbeiten und die eingeklemmten Personen zu retten. Dabei unterstützt wurden sie von der Bereitschaft 2 des Bayerischen Roten Kreuzes Erlangen-Höchstadt. Die Feuerwehrler übernahmen den technischen Teil, also die Wegnahme des Daches des Unfallwagens, die Rot Kreuzler die Patientenversorgung. Bei dieser Übung wurde ebenso wie bei der zweiten Übung, einem Brandeinsatz auf mehreren Stockwerken, gezeigt wie gut die Rettungseinheiten zusammenarbeiten. Die schweißtreibenden Übungen waren aber noch lange nicht das Ende des Tages. Der wird traditionell mit zwei Verleihungen eingeläutet. Alle nebenlaufenden Veranstaltungen sind dann nicht mehr im Mittelpunkt des Interesses. Selbst die Fahrten mit dem neuen Löschfahrzeug (HLF 20) wurden eingestellt, da nur noch eines zählte: "Habe ich irgendwo gewonnen?" Eine Chance gab es für den am weitest angereistesten Gast. Dieses Mal traf es eine Dame aus Berlin, die ihre Familie in Dechsendorf besucht hatte. Bei der nachfolgenden Tombola muss der Moderator nochmals zu Höchstform auflaufen, denn es gilt 20 Preise an Frau und Mann zu bringen. Das mit entsprechender Spannung und natürlich einem Glückskind. Das war heuer der Luka Steudtner, der gekonnt die Lose zog und keinen Zweifel daran ließ, dass diese extrem gut gemischt waren.
Und das Ende: Der Thermalbadaufenthalt ging an eine Person, die es verdient hat, die Essensstände waren weitgehend geräumt und die Mannschaft müde. Ein erfolgreicher Aktionstag bei hervorragendem Wetter ging zu Ende und der Feierabend nach dem Aufräumen intensiv genutzt. Natürlich nicht ohne zu planen, dass es auch im nächsten Jahr wieder einen Aktionstag in Dechsendorf geben wird.