Am Anfang stand lediglich ein abstrakter Gedanke. Doch inzwischen nimmt die Idee von Josua Lehr, Dominic Septar, Michael Darga, Sara Meier und Diana Schreiber Form an. Die fünf Erlanger Studenten beteiligen sich am diesjährigen 5-Euro-Business. Bereits zum 15. Mal findet der interdisziplinäre Wettbewerb, bei dem Geschäftsideen entwickelt und Praxiserfahrung bei der Umsetzung am Markt gesammelt werden sollen, statt.
"Ziel ist es, neben dem Studium unternehmerisches Denken und Handeln zu erlernen", erklärt Koordinator Christoph Heynen von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Als symbolisches Startkapital werden jedem Team fünf Euro ausgehändigt. "Als wir uns angemeldet haben, hatten wir zunächst keinen Plan, was wir machen sollen. Wir waren einfach nur neugierig und wollten gern über den Tellerrand unseres Studiengangs hinausschauen", gesteht der 20-Jährige Josua, der sich gemeinsam mit seinem Kumpel Dominic vor wenigen Wochen für den Wettbewerb angemeldet hat.


Wiederverwertung

Klar war für sie nur eins: Eine neue App wollten sie nicht auf den Markt bringen und sich damit auch ein stückweit von der aktuellen Masse abheben. Das Ergebnis war eine bunt zusammengewürfelte Truppe aus drei Jungs und zwei Mädels im Alter von 20 bis 27 Jahren. Und auch die Fachrichtungen der fünf Neuunternehmer könnten unterschiedlicher kaum sein: Ökonomie und Politikwissenschaften, Wirtschaftsingenieurwesen, Soziale Arbeit, Lehramt und Rechtswissenschaften. Dominics Jurastudium gab dann auch den entscheidenden Denkanstoß für die Geschäftsidee, die das Team derzeit jeden Sonntag gemeinsam umsetzt. Individualisierte, wiederverwertbare und originelle Taschen für die dicke Schönfelder Gesetzessammlung, die jeder Jurist früher oder später mit sich herumschleppt, wollte man produzieren. Auch ein geeigneter Stoff war mit alten Kaffeesäcken schnell gefunden. "Der Wiederverwertungsgedanke und ökologische Aspekt machen unsere Idee besonders", findet Dominic, der Jura im fünften Semester studiert.


Baumwolle verhindert Reibung

Um eine Reibung an den Taschenseiten zu verhindern, fügte man dem Prototyp noch Biobaumwolle hinzu. "Außerdem ist es so möglich, ein Kanzlei- oder Unilogo anzubringen und die Tasche damit zusätzlich zu individualisieren", sagt Josua. Kostenlos zur Verfügung gestellt werden die Kaffeesäcke von einer Kölner Kaffeemanufaktur, die ebenfalls ein junges Startup-Unternehmen ist. Sechs Säcke haben die Erlanger bislang bestellt. Knapp 50 Taschen können daraus hergestellt werden.
Die passenden Muster hierfür schneiden die Teammitglieder selbst in aufwendiger Kleinarbeit zurecht. Anschließend werden die Muster in eine Nürnberger Werkstatt gegeben. "Herkömmliche Schneider haben zwischen 30 und 40 Euro für das Nähen verlangt. Dann hätten wir aber nicht mehr konkurrenzfähig verkaufen können", berichtet Dominic. "Felders Schöne" heißt die neu gegründete GbR, die dem Team zum Erfolg verhelfen soll. Bereits eine Bedarfsumfrage in fünf verschiedenen Universitätsstädten hat die Jungunternehmer in ihrer Entscheidung bestärkt.


Tasche im "Used Look"

Im persönlichen Kontakt fiele die Resonanz dann sogar noch positiver aus, berichtet das Team. Auf diesen möchte man deshalb auch bei der Vermarktung setzen. Geplant ist nicht nur uniinterne Werbung in Form von Ständen, Flyern und Plakaten, sondern auch der Besuch zahlreicher Kanzleien, um das Produkt vorzustellen. 19 Euro soll eine Tasche im "Used Look" kosten. 50 Cent hiervon werden an das Projekt "Orang Utan Coffee" gehen, das den Schutz tropischer Regenwälder unterstützt. Mit dem Nürnberger Kaffeemaschinen-Hersteller Jura hat das Team bereits einen großen Sponsor an Land ziehen können. Nach wie vor ist es aber auf der Suche nach Geldgebern und potenziellen Abnehmern. Die Konkurrenz schläft schließlich nicht. 13 weitere Teams beteiligen sich. "Wenn es einen Markt gibt, werden wir aber auch nach Ende des Wettbewerbs versuchen weiterzumachen", sind sich Josua und Dominic einig.
 


5-Euro-Business

Wettbewerb 5-Euro-Business ist ein Wettbewerb, der sich an Studierende aller Fachrichtungen an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und der Technischen Hochschule Nürnberg Georg-Simon-Ohm wendet.

Geschäftsidee Dazu entwickeln die studentischen Teams eine eigene Geschäftsidee - begleitet von Crashkursen zu den Themen Ideeentwicklung/Teambildung, Finanzierung, Marketing, Projektmanagement, Recht/Schutzrechte.

Paten Betreut durch Wirtschaftspaten setzen die Teams ihre Idee innerhalb von neun Wochen am Markt um und präsentieren ihre Erfolge auf der Abschlussveranstaltung am 1. Februar 2016 vor einer Jury. Die drei besten Teams, erhalten insgesamt 1800 Euro Preisgeld, jeder ein Zertifikat.

Zum 15. Mal Der Wettbewerb, der in Erlangen-Nürnberg seit dem Jahr 2001 nun bereits zum 15. Mal durchgeführt wird, ist in vielen Studiengängen der FAU Erlangen-Nürnberg und der TH Nürnberg mit ECTS-Punkten (als Lehrveranstaltung) anrechenbar. Beide Hochschulen veranstalten den Wettbewerb in der Region Erlangen-Nürnberg in Kooperation mit dem bbw - Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft e. V. als bayernweitem Projektträger. Die Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektroindustrie in Bayern, bayme vbm, unterstützen den Wettbewerb als Sponsor.

Webseiten der Teams: Sind auf Facebook zu finden,die Webseite des Wettbewerbs hier.

Teams und Ideen Aktuell nehmen 14 Teams mit folgenden Ideen teil (+ Webseite, sofern bereits online):
• Bicycle Finder GbR: GPS-Empfänger, der im Fall eines Diebstahls den Standort des Fahrrads an den Besitzer übermittelt.
• Bringme GbR: On-Demand-Lieferdienst von Konsumgütern vom Händler zum Endkunden
• Dudebox GbR: Überraschungsbox für die individuelle Wochenendplanung für Unentschlossene
• Felders Schöne GbR: Individualisierte Jutetasche für die Schönefelder-Gesetzessammlung www.facebook.com/feldersschoene/
• Foodprints GbR: Werbedienstleistung durch rückstandslos entfernbare Werbeaufkleber
• Freizeitfakultät GbR: Online-Newsplattform für Studierende als Werbekanal für Geschäftskunden www.freizeitfakultaet.dewww.facebook.com/freizeitfakultaetwww.instagram.com/freizeitfakultaet
• GetWood GbR: Steckbare Holzstühle (für unterwegs), die individualisiert werden
• Kraftklotz GbR: Stromladeklotz für Handys zum Einsatz beispielsweise an Tischen in der Gastronomie
• MOVES GbR: PC-Software für Bewegungsanalysen durch Videovergleich, zum Beispiel im Sport
• NaturUhr GbR: Individuell gefertigte, hochwertige Uhren aus Holz:http://naturuhr.bplaced.net/impressum/
• Promil GbR: Dienstleistung/ Anhänger, um Alkoholgehalt im Blut für Fahrradfahrer zu ermitteln
• Smartapp GbR: Applikation, um die Wartezeit in Restaurants zu verkürzen
• stiLicht GbR: Lampen mit integrierten Altglasflaschen (inkl. Labels)
• YourPal GbR: Herstellung und Verkauf von personalisierten Lederprodukten

Kontakt FAU Erlangen-Nürnberg, Kontaktstelle wtt - Gründerberatung, Christoph Heynen, Telefon: 09131/ 8525872, E-Mail: christoph.heynen@fau.de