Ein Festival in ganz neuer Dimension an zwei Veranstaltungstagen hatten die Daycation-Organisatoren noch im Herbst vergangenen Jahres angekündigt. Ganz so groß fiel das Electronic Music Festival in seiner dritten Auflage dann zwar doch nicht aus. Nichtsdestotrotz fanden sich auch in diesem Jahr Tausende Musikfans und Feierwütige auf dem großen Gelände am Höchstadter Eisstadion ein, um gemeinsam zu tanzen, zu trinken und ausgelassen zu feiern.

Einzig der Ansturm auf die Tageskasse dürfte überschaubar gewesen sein. Wer sein Ticket jedoch bereits im Vorverkauf erworben hatte, der ließ sich die Laune auch nicht von den vielen Regenschauern im Verlauf des Samstages vermiesen. So beispielsweise Alex aus der Nähe von Stuttgart. "Man darf im Leben nicht immer nur darauf warten, dass der Sturm vorüberzieht. Man muss eben lernen, im Regen zu tanzen", lachte der 19-Jährige und sprach damit wohl den meisten Besuchern aus der Seele. Er war mit drei Freundinnen zu Daycation gekommen.
 
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Auch allgemein betrachtet waren die männlichen Festivalbesucher eher in der Minderheit. Zwar gehört das Höchstadter Electrofestival noch nicht zu den größeren seiner Art, dennoch hat sich die Qualität des Events inzwischen herumgesprochen, sodass Gäste aus der ganzen Bundesrepublik anreisen.

Deos und Sonnencremes
Viele von ihnen waren am Wochenende mit Herzchen-Sonnenbrillen, Blüten im Haar oder einfach in den schrillsten Farben erschienen. Selbstinszenierung in Form von "Selfies" war in diesem Jahr schließlich höher im Kurs denn je. "Ich finde die Atmosphäre hier toll und vor allem der Umgang unter den Besuchern ist sehr friedlich", freute sich der 28-jährige Tobias.

Doch auch Kritik übt der langjährige Daycation-Fan: "Im Vergleich zu den letzten Jahren ist das Festival kleiner und teurer geworden." Die Hauptattraktionen waren im Eintrittspreis mitinbegriffen: Auf einer Außenbühne mit dem Titel "Sun & Stars" sowie zwei Indoor Stages ("Technoid Floor" und "Wonderland Housenights" im Club Cue) sorgten namhafte Szene-DJs für dröhnende Tanzbeats. "Die Gastronomie haben wir in diesem Jahr erstmals ausgelagert", berichtet Veranstalter Oliver Moufarrej über eine der zahlreichen organisatorischen Neuerungen. Neben Essen und Getränken stellten die Veranstalter ausreichend Deos und - zumindest prophylaktisch - Sonnencremes bereit.

Aftershow-Party bis 5 Uhr nachts
Der Nürnberger Greg Gelis eröffnete die Hauptbühne bereits um 13 Uhr und lockte noch bei leichtem Regen die ersten Raver mit seinen Klängen auf die große Tanzfläche. Diese präsentierten auf dem Festival nicht nur ihre ausgefallensten Dancemoves. Wer eine ganz besondere Erinnerung mit nach Hause nehmen wollte, der konnte sich ein Hennatattoo auftragen lassen. Adrenalinjunkies kamen beim Bungee Jumping auf ihre Kosten. Etwas entspannter ging es hingegen in der Shisha-Lounge zu, wo sich einige Besucher zwischen ihren jeweiligen Lieblingsacts ausruhten. Insgesamt 24 verschiedene Interpreten waren im Vorfeld angekündigt worden.

Groß auf die Fahnen geschrieben hatten sich die Verantwortlichen unter anderem die Auftritte von Chuckie, Tube & Berger, den Ostblockschlampen und MAKJ. "Auf einen weiteren großen Headliner haben wir aber bis zum Ende vergeblich gewartet", beklagte ein junger Musikfan.

Bis um 3 Uhr nachts durfte in diesem Jahr auf dem Außengelände lautstark gefeiert werden. Die Aftershow-Party in den Räumlichkeiten der Diskothek Cue, deren Betreiber auch maßgeblich an der Daycation-Organisation beteiligt waren, ging sogar bis um 5 Uhr morgens. Der Ausblick fällt in diesem Jahr ähnlich aus wie bereits 2014. "Wir müssen sehen, wie sich das Ganze entwickelt. Grundsätzlich ist es aber gut möglich, dass Daycation aus Höchstadt ausgelagert wird", schätzt Oliver Moufarrej. Ganz ausgeschlossen sei jedoch nicht, dass man sich auch im nächsten Jahr an selber Stelle wiedersehe. Vielleicht ja dann sogar an zwei Festivaltagen.

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