Der Coburger und Neustadter Raum ist seit Jahrzehnten eine Region der erfolgreichen Rassetauben- und Geflügelzüchter. Die Zuchtgemeinschaft für Elsterkröpfer von Egon und Hans-Dieter Lieb setzte diese Tradition auch im Zuchtjahr 2014 fort.
Die Zucht erfolgt bei den Liebs nun schon über drei Generationen. Vor allem der schwarze Farbenschlag des Elsterkröpfers hat es Vater und Sohn der Familie Lieb angetan. Der Großvater Edmund Lieb war bereits Geflügelzüchter, vor allem für Brahma hell. Egon Lieb begann im Alter von acht Jahren mit der Taubenzucht. Über Trommeltauben, Steigerkröpfer, Altdeutsche Kröpfer sowie englische Großkröpfer und Elbinger Weißköpfe kam er in den fünfziger Jahren zur Elsterkröpferzucht. Mit dem Betritt in den Sonderverein 1956 gehört er heute als Ehrenmitglieder zu den ältesten Mitgliedern des Vereins.

In den neunziger Jahren ist dann Hans-Dieter Lieb in die Fußstapfen seines Vaters gestiegen und hat nach Elbinger Weißköpfen, Süddeutschen Blassen und Thüringer Schnippen seine Freude am Elsterkröpfer gefunden. 1998 wurde er auch Mitglied des Sondervereins, heute ist er Vorsitzender der Gruppe Nordbayern.
Seit 1998 folgten insgesamt fünf deutsche Meistertitel, sechs Bayerische Meister, blaues Band Hannover, fünfmal der Zuchtpreis des Sondervereins, sowie einmal der Leistungspreis und einmal der Champion, verbunden mit vielfachen Vereins-, Kreis- und Bezirksmeistertiteln und weit über 100 V-Bestnoten, als Mitglieder der Geflügelzüchtervereinigung Neustadt/Coburg, Wildenheid beziehungswiese des Rassetaubenclubs Franken Nord.

Bruder sprang ein

Das Zuchtjahr 2014 begann unter einem schlechten Vorzeichen,: Der Hauptakteur der Zuchtgemeinschaft, Egon Lieb, musste mit schwerer Krankheit für Monate ins Krankenhaus. Die Versorgung der Zuchttiere war in Frage gestellt. Nur durch die Unterstützung des Bruders Herbert Lieb konnte diese Zeit überbrückt werden. Auch der Einsatz von Hans-Dieter nahm deutlich höhere Umfänge an, um die Zucht nicht aufgeben zu müssen. Trotz allem verlief das Zuchtjahr doch annähernd reibungslos. "Man könnte meinen, die Tauben haben auch etwas unterstützt", sagt Hans-Dieter Lieb. Erst im Sommer konnte Vater Egon sich wieder den Tauben widmen.
Auf der Gruppenschau der Gruppe Nordbayern des Sondervereins wurde das Ergebnis sichtbar: dreimal "vorzüglich" und viermal "hervorragend" waren das Spitzenergebnis. Nicht genug: Mit einmal "vorzüglich" und viermal "hervorragend" holten die Tiere bei der VDT-Schau in Ulm die deutsche Meisterschaft auf den schwarzen Farbenschlag. Die 51. Hauptsonderschau in Fulda kurz vor Weihnachten schließlich brachte den Champion-Titel mit zweimal "vorzüglich" und viermal "hervorragend". "Da nicht nur die Tauben, sondern auch wir Züchter schon reichlich gestresst waren, ist das um so erfreulicher", fasst Hans-Dieter Lieb zusammen. Damit sei 2014 zum erfolgreichsten Jahr der Zuchtgemeinschaft geworden. red