Seit 14 Jahren gehört das Gebäude der ehemaligen Druckerei Dornheim in der Steingasse 24 der Stadt Coburg. Ursprünglich war es als Erweiterung des Ämtergebäudes gedacht. Doch aus Kostengründen wurden diese Pläne ad acta gelegt. Das Haus steht leer und verfällt zusehends. Nur der Verkauf könne es noch retten, sagte SPD-Stadträtin Petra Schneider gestern in der Sitzung des Bau- und Umweltsenats. Genau darum bemüht sich die Stadt seit Jahren. Nun gibt es gleich zwei Interessenten für das Gebäude und Zweite Bürgermeisterin Birgit Weber (CSU) ist zuversichtlich, dass es diesmal klappen könnte mit dem Verkauf.

Ein Antrag von FDP-Stadtrat Hans-Heinrich Eidt hatte das Haus Steingasse 24 wieder einmal auf die Tagesordnung des Bausenats gebracht. Eidt hatte darin gefordert, die Stadt möge den Verfall durch "eilige Sanierungsmaßnahmen" aufhalten und das Gebäude danach unverzüglich sanieren.

Die Sanierung lehnte der Senat gestern einstimmig ab. Um die Verkehrssicherheit des Hauses und den Schutz der Bausubstanz kümmere sich das Hochbauamt ohnehin regelmäßig, wie Amtsleiter Peter Cosack versicherte. "Wir begehen es turnusgemäß und überprüfen zum Beispiel, ob das Dach dicht ist und ob die Fenster in Ordnung sind", so Cosack.


Keine Einsturzgefahr

Eidt hatte in seinem Antrag aus einem Sachverständigengutachten zitiert, das ein Interessent hatte anfertigen lassen. Darin wurde behauptet, die Stadt habe seit dem Kauf keinen Bauunterhalt mehr betrieben, Einsturzgefahr sei nicht auszuschließen. Außerdem stehe das Haus "zeitweise offen", was den Diebstahl historischer Beschläge von den Innentüren ermöglicht habe. Den Diebstahl räumte Cosack zwar ein, aber "das Haus stand nicht offen" und es sei auch nicht einsturzgefährdet.

Klar ist aber, der Zustand wird nicht besser, je länger das Haus leer steht. Die Stadt hat ihre Bemühungen, einen neuen Eigentümer zu finden, laut Bürgermeisterin Weber schon intensiviert. Sie selbst sei in Gesprächen mit einem Interessenten. Dabei handle es sich um eine oberfränkische Stiftung. Mehr will sie derzeit nicht verraten.

CSU-Stadtrat Max Beyersdorf hatte das Haus kürzlich mit einem zweiten Interessenten besichtigt. Beyersdorf wies noch einmal darauf hin, dass das Haus mit Fahrzeugen sehr schlecht zu erreichen ist. Seine Vorschläge, um das Anwesen für potenzielle Käufer attraktiver zu machen: Das Gebäude wieder auf den ursprünglichen Bestand reduzieren, denn damit ließen sich im Hinterhof Stellplätze schaffen. Per Sonderregelung könnte man das Haus vielleicht über die Untere Anlage erschließen, schlug Beyersdorf vor. "Der Denkmalschutz ist da sicher dabei."

A propos Denkmalschutz: Den hatte Eidt in seinem Antrag - neben der Stadt - dafür verantwortlich gemacht, dass sich bisher nichts Konkretes in Richtung Verkauf entwickelt hatte. Davon wollte der CSB-Stadtrat und einstige Baureferent Hans-Heinrich Ulmann allerdings nichts hören. Dass das Haus bisher nicht verkauft sei, sei nicht die Schuld des Denkmalschutzes, vielmehr hätte sich die Liegenschaftenverwaltung immer quer gelegt und "keinen Quadratmeter Grund hergeben" wollen. Dürfte der neue Eigentümer die Grünfläche neben dem Haus nutzen, wäre sogar Gastronomie im Dornheim-Gebäude denkbar, so Ulmann.