Die Cafés sowie die Markthalle am Albertsplatz können auf dem Platz vor der Lutherschule Tische und Stühle platzieren. Der Bau- und Umweltsenat hat am Mittwoch einstimmig grünes Licht für ein Mehr an Außengastronomie gegeben. Bislang durften nur direkt an den Häusern Möbel auf einer Fläche von insgesamt 50 Quadratmetern aufgestellt werden.

Mit dem Beschluss sind auf dem Platz selbst zwei zusätzliche Flächen von etwa 60 und 25 Quadratmetern für Außengastronomie erlaubt, in der Kuhgasse gab der Senat weitere 18 Quadratmeter direkt am Gebäude Albertsplatz 4 dazu. Bislang war der Albertsplatz für Tische und Stühle tabu. Für die Platzfläche hatte der Bausenat im April des Jahres 2012 festgelegt, dass dort nur veranstaltungsbezogene, zeitlich begrenzte Sondernutzungen zugelassen sind, also keine dauerhafte Erlaubnis zur Aufstellung einer Bratwurstbude oder von Außengastronomieflächen erteilt wird.

An dieser Auffassung hat sich in der Stadtverwaltung in den vergangenen Jahren nichts geändert. "Für einen dauerhaft wirtschaftlichen Betrieb der Markthalle ist es nach Aussage des Betreibers jedoch unerlässlich, dass darüber hinaus in den Sommermonaten auch Flächen auf dem Albertsplatz selbst für Außengastronomie genutzt werden können", heißt es in der Information der Verwaltung. Bereits im Juli 2014 hatte die Firma Schubart gefordert, auf dem Albertsplatz weitere Tische und Stühle aufstellen zu dürfen.


Immer wieder aufräumen

Die teilweise Freigabe ist jedoch mit Auflagen verknüpft: Zu veranstaltungsbezogenen und zeitlich begrenzten Veranstaltungen (zwischen Anfang April und Ende Oktober an mindestens elf Tagen) auf dem Platz muss die Möblierung weggeräumt werden. Das Stapeln und Aufbewahren im öffentlichen Raum in diesen Zeiträumen und auch außerhalb der Saison ist nicht möglich.


Weiß-Antrag abgelehnt

Grünen-Stadtrat Wolfgang Weiß konnte sich mit seinem Antrag nicht durchsetzen, dass Tische und Stühle jeden Abend vom Platz entfernt werden sollten. Festgeschrieben ist weiter, dass zu den Bäumen zwei Meter Abstand gehalten wird und Sonnenschirme nicht in die Baumkronen hineinragen. Auch Lampen in den Bäumen sind tabu, ebenso wenig dürfen private Fahrradständer, Heizpilze, Theken oder Pflanzgefäße aufgestellt werden.
Und eine kleine Unwägbarkeit stellt die Regierung von Oberfranken dar. Denn für den Albertsplatz gab es Fördermittel, die bei einer Kommerzialisierung ganz oder teilweise zurückgezahlt werden müssten. Nach den Worten von Ullrich Pfuhlmann von der Wohnbau der Stadt seien die zwei Außengastronomieflächen bei der Regierung nicht auf Ablehnung gestoßen. Offiziell ist dies jedoch noch nicht. Weiter erklärte Pfuhlmann, der die technische Leitung bei der Wohnbau innehat, dass die Markthalle am Albertsplatz im September eröffnen werde, die nun genehmigte Außengastronomie startet im nächsten Jahr.


Keine Begeisterung für Bratwurst

Was denn eigentlich passiere, wenn nun beantragt würde, "wieder eine Bratwurstbude auf dem Albertsplatz aufstellen und betreiben zu dürfen?", wollte Stadtrat Mathias Langbein (SBC) wissen. Schließlich werde ja auch eine Sondernutzung des Platzes zugelassen. Dann müsse entschieden werden, so Bürgermeisterin Birgit Weber, aber bei der Mehrheit des Senats war für ein solches Szenario keine Begeisterung zu verspüren.