Seßlach hat schon drei, Untersiemau und Weitramsdorf noch keine und Ahorn bereitet sich darauf vor, im Sommer zwei in Betrieb zu nehmen: Ladestationen für E-Autos. Eine Umfrage bei der Stadt und den Landkreiskommunen zeigt, dass zwar noch nicht alle "Tankstellen" für Elektrofahrzeuge anbieten, trotzdem ist schon ein flächendeckendes Netz an Lademöglichkeiten entstanden. An mehr als 19 Standorten können E-Auto-Besitzer innerhalb der Landkreisgrenzen aufladen.

Einen Teil der Ladestationen betreiben die SÜC beziehungsweise die Stadtwerke der jeweiligen Gemeinde. Es gibt aber auch halb-öffentliche Zapfsäulen anderer Anbieter. Sie stehen zum Beispiel auf dem Gelände von Firmen, können aber trotzdem von jedermann genutzt werden.

Einen besonderen Service bietet die Wohnbau Stadt Coburg (WSCO): Während man seine Einkäufe erledigt, parkt das E-Auto im Parkhaus und wird gleichzeitig aufgeladen. Das Parkhaus Mauer, das Parkhaus Zinkenwehr und die Tiefgarage Albertsplatz verfügen über je eine E-Tankstelle. Das Parkhaus Post ist mit zwei Elektro-Ladestationen ausgestattet. Das Besondere am Angebot der WSCO: In allen drei Parkhäusern und der Tiefgarage Albertsplatz kann kostenlos "getankt" werden, denn der Strom kommt aus dem WSCO-eigenen Blockheizkraftwerk.

Die Auslastung und Nutzung der Ladesäulen ist laut Anette Vogel von der WSCO gut. Es gebe derzeit noch keine Kapazitätsprobleme. Nachdem in jüngster Zeit allerdings mehrmals E-Fahrzeuge in Parkhäusern in Brand geraten sind, ist der Brandschutz auch Thema bei der WSCO. In einigen Städten wurde sogar ein Parkverbot für Elektrofahrzeuge und Plug-In-Hybride in Parkhäusern ausgesprochen. "Wir klären derzeit die aktuellen Bestimmungen und entscheiden dann über die Erweiterung des Angebotes", sagt Anette Vogel.

Ein Blick auf die Zulassungszahlen von Stadt und Landkreis, die das Landratsamt zur Verfügung gestellt hat, zeigt, dass E-Autos offenbar immer beliebter werden. Lag der Gesamtbestand zum 31. Dezember 2019 noch bei 290 angemeldeten Fahrzeugen, hatte er sich innerhalb eines Jahres schon verdoppelt. Zum 31. Dezember 2020 hatten die Coburger bereits 584 E-Autos zugelassen.

In der Woche vor Ostern wurden an den öffentlichen Ladesäulen im Kreis Coburg 3500 Kilowattstunden (kWh) Strom abgegeben. "Wir vermuten jedoch, dass 90 Prozent der E-Autos privat geladen werden", sagt Antje Leipold von der SÜC-Unternehmenskommunikation. Das würde eine Gesamtsumme von etwa 35000 kWh pro Woche bedeuten.

Als Reaktion auf die steigende Nachfrage nach E-Autos planen die SÜC, noch in diesem Jahr drei weitere Standard-Ladesäulen im Landkreis Coburg sowie einen Schnelllader in Lautertal in Betrieb zu nehmen, wie Antje Leipold mitteilt. Eine weitere Schnellladesäule soll dieser Tage im Max-Böhme-Ring in Coburg ans Netz gehen. "Auf längere Sicht gehen wir davon aus, dass sich die Anzahl der bereits vorhandenen Ladesäulen mindestens verdoppeln, eher sogar verdreifachen wird", schätzt Antje Leipold.

Neben Lautertal gibt es aktuell auf dem Gebiet der Gemeinden Itzgrund, Meeder, Niederfüllbach, Untersiemau, Weidhausen und Weitramsdorf noch keine Ladestationen. Aus der Gemeinde Ahorn kommt die Information, dass bis zum Sommer zwei Ladestationen eingerichtet werden sollen. Laut Christine Blinzler von der Gemeinde werden die Standorte an der Johann-Gemmer-Grundschule und am Rathaus in der Hauptstraße sein.

In Neustadt werden bereits zwei Stationen betrieben, die derzeit noch kostenlos genutzt werden können. Wie Marcel Marx von den Stadtwerken Neustadt mitteilt, wird zusätzlich noch in diesem Jahr bei den Stadtwerken, Dieselstraße 5, eine Schnellladesäule mit 150, 43 und 22 kW in Betrieb genommen. Marx: "Diese Ladesäule wird auch öffentlich zugänglich sein."

Die Gemeinde Untersiemau hat zwar derzeit noch keine eigene Lademöglichkeit, nutze aber bereits einen E-Golf "und ist somit mittendrin in der Elektromobilität", wie Claudio Viglione von der Hauptverwaltung berichtet. Am Spielplatz "Piratenbucht" wurde im vergangenen Jahr eine öffentliche Ladestation für E-Bikes installiert, eine für Autos fehlt noch. Die Gemeinde sei aber daran interessiert, dass noch heuer "Bewegung in die Sache kommt", so Viglione.

Wer sich auf dem Laufenden halten will, wo in Stadt und Landkreis (und natürlich auch darüber hinaus) Ladestationen zu finden sind, kann sich unter anderem auf den Seiten der Bundesnetzagentur informieren. Dort gibt es eine interaktive Übersichtskarte, die in regelmäßigen Abständen aktualisiert wird.

Aktuell sind bei der Bundesnetzagentur insgesamt 35076 Normalladepunkte und 5730 Schnellladepunkte gemeldet, die zum 1. März 2021 in Betrieb waren.

Per Klick können Angaben wie Adresse, Betreiber und technische Details zur jeweiligen Ladestation abgerufen werden. Als zusätzlichen Service bietet die Karte weitere Funktionalitäten, etwa eine Umkreissuche oder das Filtern nach Steckertypen.

Standort, Station, Punkt - was ist was?

Ladestandort Hier stehen eine oder mehrere Ladestationen. Das kann zum Beispiel eine richtige Tankstelle sein wie in der Wassergasse oder auch ein speziell ausgewiesener Parkplatz in einem Parkhaus oder vor einem Geschäft.

Ladestation Hier kann ein Auto (oder auch mehrere gleichzeitig) aufgeladen werden, zum Beispiel an einer frei stehenden Säule oder an einer sogenannten Wallbox - einer Steckdose, die an der Wand oder an einer Stele (wie etwa am Ebersdorfer Rathaus) montiert ist. Eine Ladestation kann mehrere Ladepunkte haben.

Ladepunkt Am Ladepunkt wird das Auto schließlich mit dem Stromlieferanten verbunden. Das kann zum Beispiel ein Ladekabel an einer Säule sein oder an einer Wallbox. Eine Ladestation kann mehrere Ladepunkte haben, aber pro Ladepunkt kann zur gleichen Zeit immer nur ein E-Auto geladen werden.