Er war einer der ersten Superstars der Musikszene - Wolfgang Amadeus Mozart. Zumindest für einige Wiener Jahre war Mozart als Virtuose wie als Komponist überaus erfolgreich - bevor sich der wankelmütige Wiener Geschmack neue Götter suchte. Sein Bild wird noch immer überlagert von Anekdoten und Legendenbildungen, aber auch von kitschiger Vermarktung. Wie also war Mozart wirklich? Johannes Braun, Erster Kapellmeister am Landestheater und Dirigent der Neuinszenierung von "Cosi fan tutte", nimmt Stellung zu Fragen rund um Mozarts Musik und sein Leben.

Fast jeder Mensch kennt etwas von Mozart - wie kommt das?

Johannes Braun: Weil er geniale Musik geschrieben hat, die bis heute an Wirkung nicht verloren hat.

Falco sang schon 1985: Er war ein Punker und ein Rockstar - war er das?

Finde ich nicht. Für einen Punker hätte er einen Irokesenschnitt, Springerstiefel und eine abgerantzte Lederjacke tragen müssen. Er genoss wohl eher das süffisante Leben.

War er aus Ihrer Sicht wirklich ein "Ferkel" wie in "Amadeus" dargestellt?

Das kann ich schwer beurteilen, dazu hätte ich ihn mal persönlich kennenlernen müssen. Aber es gibt durchaus kleine bis große Schweinerein in seinen Opern.

Wie unkonventionell war er als Komponist für die damalige Zeit?

Mozart war in vieler Hinsicht sehr konventionell, insbesondere in seiner Rolle als Hofkomponist. Doch in seiner Musik kommt es immer wieder zu unkonventionellen Brüchen, Kontrasten. Vor allem in den dramatischen Momenten ist seine Musik einzigartig für die Zeit.

Jede Symphonie von Beethoven klingt unverwechselbar. Klingt die Musik von Mozart im Vergleich dazu nicht irgendwie oft sehr ähnlich?

Das liegt im Sinne des Betrachters oder besser Hörers. Fakt ist, dass Mozart mehr als viermal so viele Sinfonien geschrieben hat als Beethoven, insgesamt einfach mehr "produziert" hat. Weil er eben auch als Hofkomponist ständig Aufträge hatte. Bei Beethoven waren es andere Umstände, es ging weniger um Konventionen, seine Musik kennt so etwas nicht. Vielleicht sind sie daher so verschieden.

Steckt Mozart in moderner Pop- oder Rockmusik?

Auf jeden Fall. Ich sage nur: Amadeus, Amadeus,......

Was ist seine schönste Symphonie?

Sie meinen wohl, welche Sinfonie mir am besten gefällt? Hmm....da gibt es einige. Die kleine g-moll, oder die Prager, natürlich seine letzte und komplexeste, die Jupiter-Sinfonie

Ihr persönliches Lieblingsstück von Mozart?

Das wechselt ständig. Gerade ist es Cosi fan tutte. ;-)

"Cosi fan tutte" galt lange als moralisch verwerfliches, geradezu zynisches Stück. Ist die Handlung dieser Oper wirklich als zynisch zu verstehen?

Denke ich nicht. Moralisch verwerflich in der damaligen Zeit auf jeden Fall. Es ist eine urkomische, ironische und aberwitzige Verwechslungskomödie. Auch Haydn hat einen ähnlichen Stoff mit seiner Oper "L'infedeltà delusa" behandelt.

Auf einer Skala von 1 bis 10 von leicht bis sehr schwierig: Wie schwierig ist "Cosi" zu dirigieren?

8,7433333333333333333. ;-)

Premieren-Tipp

"Cosi fan tutte"

Dramma giocoso in zwei Akten von Wolfgang Amadeus Mozart, Sonntag, 3. Oktober, 18 Uhr, Landestheater Coburg

Besetzung

Musikalische Leitung:

Johannes Braun

Inszenierung: Dominik Wilgenbus

Bühne: Sandra Münchow

Kostüme: Sandra Münchow

Lichtregie: Andreas Rehfeld

Dramaturgie: Dorothee Harpain

Fiordiligi: Galina Benevich

Dorabella: Kora Pavelic

Guglielmo: Daniel Carison

Ferrando: Peter Aisher

Don Alfonso: Michael Lion

Despina: Dimitra Kotidou

Tickets Dank aktualisierter Coronabestimmungen sind neue Kartenkontingente freigegeben und entsprechend wieder Tickets erhältlich. Um dies zu ermöglichen, ist ein 3G-Nachweis am Einlass sowie das Tragen einer Maske beim Besuch der Veranstaltungen notwendig. Weitere Infos online unter www.landestheater-coburg.de und an der Theaterkasse telefonisch unter 09561/89 89 89 (per Mail: theaterkasse@landestheater.coburg.de).