Für den Landkreis und die Stadt Coburg gibt es einen Nahverkehrsplan. "Hier werden die Leitlinien der Nahverkehrsplanung für den Freistaat Bayern berücksichtigt", sagt Marita Nehring, die als Nahverkehrsbeauftragte für Stadt und Landkreis tätig ist. In dem Plan wird festgelegt, wo Bahnhöfe und Bushaltestellen platziert werden.

Geplant wird nach Siedlungsschwerpunkten. "Wir wollen eine möglichst hohe Erschließungsquote erreichen", sagt sie. Bei Buslinien gelinge das leichter als bei Bahnstrecken. In der Nähe der Bahnhöfe Oeslau und Rödentalmitte würden beispielsweise deutlich mehr Menschen wohnen als in der Nähe der Bahnhöfe Meeder oder Großwalbur.

Mehr Zugangspunkte

Was die Nahverkehrsplanung anbelangt so würde es immer wieder Diskussionen geben, was einen Parallelverkehr von Bus- und Bahnlinien anbelangt. "Zum Bahnverkehr dürfen keine parallelen Buslinien angeboten werden. Früher gab es mal eine Linie zwischen Coburg, Rödental und Neustadt. Zuletzt gab es die Linie nur noch im Nachtverkehr", sagt Nehring.

Aufgrund der Corona-Pandemie fährt die Linie aktuell gar nicht. "Buslinien haben mehr Zugangspunkte und sind somit dichter am Fahrgast. Weil der Bus öfter hält ist er dafür langsamer als die Bahn."

Der Nahverkehrsplan schreibt vor, dass im Stadtgebiet alle 300 Meter und im Landkreis alle 500 Meter eine Bushaltestelle stehen soll. "Das gesamte Stadtgebiet ist ausreichend durch Haltestellen erschlossen und auch im Landkreis gibt es keine schwerwiegenden Erschließungsmängel", sagt Nehring. Generell gilt: Je kleiner der Ort, desto weiter darf der Weg zur Haltestelle sein. "Wenn man aus der Wohnung herausgeht und in sein Auto steigt ist das natürlich nicht konkurrenzfähig."

Radwegekonzept in der Vergabe

Zu Nehrings Aufgabengebiet gehört auch das Radwegenetz in Stadt und Landkreis. "In der Stadt Coburg haben wir Radverkehrsführungen über insgesamt 250 Kilometer, dazu gehören auch Schutzstreifen und Abschnitte in Tempo-30-Zonen." Im Landkreis wird die eine oder andere Strecke über bestimmte Abschnitte doppelt gezählt. "Natürlich gibt es Lücken, wenn man durchgehend geführte Radwege vor Augen hat. An der B303 entlang kommt man beispielsweise problemlos von Ebersdorf nach Sonnefeld. Ein Stück weiter fährt man besser durch Felder oder muss mal durch einen Ort", sagt Nehring. Ein neues Radwegekonzept sei mitten in der Vergabephase.

Vier Bundesstraßen im Landkreis

Bundesstraßen gibt es im Raum Coburg insgesamt drei, die B289, die B303 und die B4. "Die Längen der Bundesstraßen hängen auch von den topographischen Gegebenheiten ab", sagt Sabrina Hörl, Sprecherin des Staatlichen Bauamts Bamberg. Bei der Planung des Streckenverlaufs spielen beispielsweise Naturschutzgebiete, Berge oder Gewässer eine Rolle, die umgangen werden. Genauso verhält es sich mit den Staatsstraßen, von denen insgesamt acht durch den Raum Coburg verlaufen.