Im Nachhinein ist Dekan Roland Huth ganz froh, dass er und seine Kirchengemeinde St. Augustin gar nicht erst versucht hatten, den Weihnachtsgottesdienst dieses Jahr schon wieder in der frisch renovierten Kirche zu feiern. Denn auch, wenn ein Großteil des Mobiliars schon da ist, "wir brauchen einfach noch die Zeit bis 13. März".

An diesem Tag wird das Gotteshaus wieder geweiht. Für die Weihnachtsgottesdienste nutzt die Kirchengemeinde indes das Pfarrzentrum nebenan. Und den ökumenischen Neujahrsgottesdienst feiern St. Augustin und St. Moriz gemeinsam am 1. Januar (17 Uhr) unter freiem Himmel, im Hofgarten.


"Auf ein Neues"

Schon im vergangenen Jahr waren die beiden Coburger Hauptkirchen Baustelle und hatten ihre Christvesper an Heiligabend ökumenisch im Freien gefeiert - im Hof von Schloss Ehrenburg. Den 24. Dezember wählten die beiden Kirchengemeinden heuer aber ausdrücklich nicht für ihren gemeinsamen Gottesdienst. "Das zieht so viele Leute aus den anderen Kirchen", begründet Roland Huth. Der erste Tag des neuen Jahres eigne sich doch viel besser. Das Motto lautet dann passenderweise: "Auf ein Neues".


Abfolge der Gottesdienste

Die Abfolge der Gottesdienste beginnt an Heiligabend in St. Augustin mit einem Kinderkrippenspiel um 15.30 Uhr, um 17 Uhr folgt die Familienmette. Ab 22 Uhr heißt es: Einsingen für die Heilige Nacht und die Christmette um 22.30 Uhr.

Am ersten Weihnachtsfeiertag geht es weiter mit dem Festgottesdienst um 10.30 Uhr und dem Abendgottesdienst um 18 Uhr. "Das wird heuer ein lithurgischer Dauerlauf", sagt Roland Huth lachend - im Hinblick auf die Lage der Feiertage und das damit verlängerte Wochenende.

"Wir hatten natürlich überlegt, einen Teil der Feiern in die Kirche zu verlegen", berichtet der Dekan. Doch es sei einfach noch schwierig mit der Beheizung und Bestuhlung. "Außerdem brauchen wir einen Raum, in dem sich die Kinder aufhalten können." Da sei es im Pfarrzentrum doch deutlich angenehmer.


Bequeme Bänke

Was den Baufortschritt in der Kirche und im Neubau angeht, liegt aber alles gut im Zeitplan. Die Fußbodenheizung funktioniert im Prinzip (Huth: "Eine tolle Wärme!"), die Kirche hängt nun auch wieder am "normalen" Strom, allerdings fehle noch die "Feininstallation".

Die Möblierung wie Altar, Sitzbank für den Pfarrer, Taufschale und Stelen, etwa für den Tabernakel, stehen bereits an Ort und Stelle, sind aber noch durch Holzkisten vor Staub und Dreck geschützt. Auch zwei der neuen Kirchenbänke sind bereits da. Ihr dunkles Holz nimmt das Fugenmuster des Neubaus auf. Sie sind - wie Huth bestätigen kann - sehr bequem und haben sogar Ablagefächer für Handtaschen.

Insgesamt sei die Möblierung und Gestaltung sehr zurückhaltend, erklärt der Dekan. Auch die Beleuchtung wird eher schlicht ausfallen: Hauptlichtquelle im Kirchenschiff sollen sieben 2,50 Meter lange, schmale, beleuchtete Glasröhren sein, die von der Decke hängen und an hohe Altarkerzen erinnern. Hinter dem Altar werden zudem Kerzenleuchter aufgestellt.

Auch draußen, auf dem frisch gepflasterten Vorplatz zur Festungsstraße hin, setzen die Bauherren auf indirektes Licht. Es kommt zum Beispiel aus dem Kubus, der vor das Seitenportal gesetzt wurde. Der Vorbau, über den die Kirche später barrierefrei zu erreichen ist, schließt mit einer breiten Glastür ab, durch die LED-Licht hinaus auf den Kirchplatz strahlen wird. Die Tür im Seitenportal - zuletzt ein 60er-Jahre-Modell - wird durch einen Nachbau des Originals ersetzt.

Der Neubau nebenan ist inzwischen ganz unter einer Schutzfolie verschwunden, damit auch bei Regen im Trockenen gearbeitet werden kann. Im Innern sind die Fachleute derzeit unter anderem mit dem Ausbau der Lourdes-Grotte - gleich rechts neben dem Eingang - beschäftigt. Wenn Huth erzählt, wie die Grotte später einmal aussehen soll, ist ihm seine Begeisterung für das ganze Bauprojekt deutlich anzumerken.

Das liege nicht zuletzt an den zuverlässigen heimischen Firmen, mit denen die Kirche zusammenarbeitet, betont Huth. Dennoch, auch er freut sich darauf, wenn im März endlich alles fertig ist. Huth lacht: "Und ich hoffe, ich muss in meiner beruflichen Laufbahn nicht noch einmal eine Kirche sanieren."