Die Zahlen der Funkanalyse 2017 bescheren dem Coburger Sender Radio Eins neue Rekordwerte: Mit einer Tagesreichweite von 33,5 Prozent rangiert man im Raum Coburg/Lichtenfels/Kronach nicht nur vor Antenne Bayern (30,0 Prozent) und Bayern 3 (21,7 Prozent), sondern hat auch den absoluten Spitzenwert in ganz Bayern erreicht.

Im Interview äußert sich dazu Redaktionsleiter Thomas Apfel.

Radio Eins eilt von Rekord zu Rekord - was ist das Erfolgsgeheimnis des Coburger Senders?
Thomas Apfel: Wir sind einfach ganz nah dran an unseren Hörern. Wir sind ja praktisch morgens schon der erste Gast im Bad oder am Frühstückstisch. Da wollen wir die wichtigsten Infos kompakt und interessant aufbereitet präsentieren. Bis zu 31 000 Hörer haben wir am Morgen in unserer "Hellwach"-Sendung. Das ist ein unglaublicher Wert. Und in den aktuellen Zahlen werden ja auch die Imagewerte abgefragt. Und da konnten wir überall zulegen. Egal, ob es die besten Verkehrsmeldungen sind oder der beste Wetterbericht - oder die besten Infos aus der Region im Vergleich zu allen anderen empfangbaren Sendern.

Warum ist Radio Eins da besser als andere Sender?
Lokalität ist für uns das A und O. Jeder unserer Moderatoren und Nachrichtenredakteure hat das verinnerlicht. Bei uns sind echte Typen, die auch draußen wahrgenommen werden. Und dann sind da noch unsere Aktionen: Egal ob wir Frühstück irgendwo in der Region vorbeibringen, mal eine Woche den Lutherweg im Radio-Eins-Land entlanglaufen oder den Weihnachtsbaum zur Queen bringen. Wir senden auch live von den großen Volksfesten in Coburg und Kronach oder begleiten den Korbmarkt in Lichtenfels. Wir sind eben immer irgendwie dabei. Und das besondere ist ja an der ganzen Geschichte, dass wir keinen Cent von der GEZ-Gebühr abbekommen. Wir müssen uns alles selbst erarbeiten. Die öffentlich-rechtlichen Sender haben da schon einen gewissen Vorteil, was Personal und Equipment angeht. Aber wir machen das mit unserer regionalen Verwurzelung wett und behaupten uns so in einem hart umkämpften Quotenmarkt der Radiobranche.

In der aktuellen Funkanalyse fällt auf, dass Radio Eins doppelt so viele Hörer hat wie sein vermeintlich "großer Bruder" Radio Bamberg. Macht Sie das besonders stolz?
Ich würde da nicht vom "großen Bruder" sprechen. Wir haben mit Mischa Salzmann den gleichen Geschäftsführer, spielen weitestgehend identische Musik und tauschen uns regelmäßig mit wichtigen Themen aus. Aber ansonsten machen wir hier in Coburg schon einiges anders. Und stolz ist da auch der falsche Ausdruck - klar haben wir die aktuellen Zahlen freudig wahrgenommen. Naja, ok, es war schon ein riesengroßer Jubelschrei bei uns in der Redaktion! Die klare Nummer 1 aller oberfränkischen Lokalradios zu sein ist der Lohn für echt harte Arbeit. Und da habe ich ein tolles, verrücktes und sehr kreatives Team. Jeder einzelne brennt für sein Radio Eins und lebt das auch. Das ist, denke ich, unser Erfolgsgeheimnis. Allerdings wird es nun unsere Mammutaufgabe sein, diesen Erfolg zu halten. Das ist nämlich viel schwieriger als ihn zu erreichen. Aber um zur Frage zurück zukommen: Wir schauen in erster Linie auf uns und nicht auf andere.

Neulich gab es ein tolles Hof- und Nachbarschaftsfest mit uns vom Tageblatt und dem HSC. Was haben diese drei Institutionen gemeinsam?
Wir sind denke ich alle drei nah dran an unseren Kunden. Das war beim Hoffest auch sehr auffällig. Unser Tag der offenen Tür beim Radio hat wahre Menschenmassen angezogen. Aber noch wichtiger ist, finde ich, dass die drei Nachbarn auch ein gutes Verhältnis untereinander pflegen. Wir von Radio Eins arbeiten auch gerne und sehr intensiv mit dem Coburger Tageblatt zusammen. Unsere Podiumsdiskussionen haben da schon manchen Stein in dieser Stadt ins Rollen gebracht und erreichen auch immer wieder eine hohe Aufmerksamkeit. Ich freue mich jetzt schon sehr auf unsere große Diskussionsrunde im Kongresshaus mit den Bundestagskandidaten aus der Region. Den Termin kann sich jeder schon mal dick im Kalender eintragen: Es ist der Donnerstag, 14. September. Aber die Zusammenarbeit könnte an manchen Stellen auch noch optimiert werden. Ich sehe uns deswegen auch nicht in erster Linie als Konkurrenz, sondern als Ergänzung für den jeweils anderen.