Eigentlich. Denn drei Kandidaten hatten es in die letzte Runde des Auswahlverfahrens für die Nachfolge von Generalmusikdirektor Roland Kluttig geschafft. Doch nun sieht es so aus, als könnte aus dem künstlerischen Dreikampf plötzlich doch nur ein Zweikampf werden.

Was ist passiert? Der aus Malaysia stammende Dirigent Harish Shankar, der auf dem Konzertpodium wie als Operndirigent bei einer "Carmen"-Vorstellung einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hatte, steht nicht mehr uneingeschränkt zu Verfügung - genauer: wahrscheinlich nur noch zeitweilig.

Denn Shankar soll GMD in Erfurt werden - allerdings erst ab 2022.

Das meldete die Ostthüringer Zeitung und verursachte mit dieser Nachricht auch Wirbel in Coburg. "Harish Shankar ist für Coburg nicht aus dem Rennen", betonte freilich Coburgs Intendant Bernhard F. Loges auf Nachfrage, auch wenn Shankar Erfurts Intendant Guy Montavron die Bereitschaft signalisiert hat, auch ab 2022 zur Verfügung zu stehen.

Denn ursprünglich hatte Erfurt die GMD-Position bereits für 2020 ausgeschrieben. "Ich bin über die Vorgänge in Erfurt im Bilde und auch mit meinem Kollegen Guy Montavon im Gespräch", sagt Loges und hat noch keineswegs die Hoffnung aufgegeben, dass Shankar weiterhin eine ernsthafte Option für Coburg sein könnte.

Das Verfahren in Erfurt zumindest ist derzeit noch mit vielen Fragezeichen versehen. Loges betont jedenfalls, in Coburg habe es mit allen drei GMD-Aspiranten "sehr gute Gespräche" im Vorfeld gegeben - mit Harish Shankar, Daniel Carter und Moritz Gnann, der am Sonntag das 3. Sinfoniekonzert und am Samstag das Concertino dirigierte.

Am bisherigen Fahrplan für die Coburger GMD-Suche ändere sich vorläufig nichts, versicherte Loges. Am Donnerstag jedenfalls will sich Loges mit dem Orchestervorstand wie vereinbart treffen. Dabei, so die Planung, wird der Orchestervorstand die Empfehlung des Orchesters für einen der drei Kandidaten vorlegen und erläutern.

Coburgs Intendant steht mit den Auswirkungen der Erfurter GMD-Suche unvermutet vor einer kniffligen Herausforderung bei der Auswahl - immer vorausgesetzt, Orchester und Theaterleitung sollten gemeinsam Harish Shankar favorisieren.

Coburgs Intendant Bernhard F. Loges ließ jedenfalls keinen Zweifel daran, dass der künftige Generalmusikdirektor unbedingt für mehr als nur zwei Jahre am Landestheater unterschreiben solle.