"Gute Arbeit. Sichere Rente. Soziales Europa", unter diesem Motto steht heuer der "Tag der Arbeit" am 1. Mai. Erwartet wird Renate Birkel, Betriebsratsvorsitzende der Post Nürnberg und Vorsitzende des Landesvorstandes Verdi Bayern. Der Kreisvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Carsten Höllein wies beim Pressegespräch im DGB-Haus darauf hin, dass die Kundgebung diesmal nicht im Festzelt auf dem Ketschenanger abgehalten wird, sondern im Gasthof "Zum Schwarzen Bären", in Coburg-Beiersdorf.


Lohnforderungen Nachdruck verleihen


Zwei Tage nach dem "Tag der Arbeit", am Freitag, 3. Mai, wird es laut Jürgen Apfel, dem Ersten Bevollmächtigten der IG Metall, in zwei Coburger Maschinenbauunternehmen mit Warnstreiks losgehen. Damit soll der Forderung nach 5,5 Prozent mehr Lohn Nachdruck verliehen werden.
Das Arbeitnehmerangebot liegt derzeit bei 2,3 Prozent für elf Monate.


Verschleppt, gefoltert und ermordet


Das Jahr 2013 ist für den DGB auch ein Anlass zum Gedenken: Am 2. Mai vor 80 Jahren wurde die freie deutsche Gewerkschaftsbewegung durch die Nationalsozialisten zerschlagen. Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter wurden von den Nazis verhaftet, verschleppt, gefoltert und ermordet. Zu deren Gedenken lädt der DGB-Kreisverband Coburg am Donnerstag, 2. Mai, 18 Uhr, in die Coburger Judengasse, Hausnummer 5, ein. Dieses Haus war im Jahr 1933 das Gewerkschaftshaus (Volkshaus) in Coburg. Gezeigt wird eine kleine Ausstellung und Stadtheimatpfleger Hubertus Habel wird den Gästen über die damalige Zeit berichten.

"Agenda 2010 - ein Irrweg"

Die Gewerkschaften prangern unter anderem Leiharbeit, Werkverträge, Lohndumping und Rentenkürzungen an. So sei die Leiharbeit laut dem DGB-Regionalvorsitzenden Mathias Eckardt in den vergangenen Jahren weiter angestiegen. Der Anteil der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten liege bereits bei drei Prozent. Leiharbeit, so betonte Eckardt, sei kein Sprungbrett in den regulären Arbeitsmarkt, sondern in erster Linie miserabel bezahlt und deshalb bei den Arbeitgebern so beliebt. "73,5 Prozent der in Vollzeit beschäftigten Leiharbeiter sind Niedriglöhner", so Mathias Eckardt.



Lohndumping


Werkverträge seien ein weiteres Instrument des Lohndumpings. Diese, so Eckardt, hätten nur ein Ziel, nämlich die Löhne weiter zu drücken. Der DGB und seine Gewerkschaften fordern deshalb einen allgemeinen, flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro. Längst habe sich gezeigt, dass die Agenda 2010 ein Irrweg sei, gebraucht werde eine neue Ordnung des Arbeitsmarkts.


Mit Niedriglöhnen abgespeist


Auch am bayerischen Arbeitsmarkt sei die Lage prekär. Mehr als 500   000 Beschäftigte werden demnach mit Niedriglöhnen abgespeist, der Anteil der befristeten Beschäftigungsverhältnisse sei in den vergangenen zehn Jahren um 70 Prozent auf 373   000 gestiegen. "Viele Jugendliche wissen gar nicht mehr, wie ein unbefristeter Arbeitsvertrag überhaupt aussieht."

Die Zahl der Minijobs sei im Freistaat zwischen den Jahren 2003 und 2011 auf gute 1,2 Millionen angestiegen. Der Übergang von der Arbeit zur Rente dürfe nicht in die Armut führen. Deshalb: "Gute Arbeit mit einem guten Einkommen und eine Verbesserung der Rentenversicherung." Die Gewerkschaften sind gegen eine Anhebung der Regelaltersgrenze auf 67 Jahre. Dies, so Eckardt, sei ein weiterer sozialer Rückschritt und eine faktische Rentenkürzung.