Die Zwölftklässler der Rudolf-Steiner-Schule präsentieren am kommenden Wochenende ihre Jahresarbeiten. Zwei von ihnen drehen sich rund um das Thema Auto und könnten gegensätzlicher nicht sein, denn während Lennart R. (18) mit seinem Elektromotor in die Zukunft blickt, greift Lucas Lademann (18) auf die Vergangenheit zurück.

Letzterer hat sein erstes eigenes Auto kräftig umgebaut und sich innerhalb eines halben Jahres seinen "Traumwagen selbst zusammengestellt", wie er stolz sagt. Und zwar einen BMW E30 aus dem Jahr 1989. Es sei ihm wichtig gewesen, dass es ein altes Auto ist, "etwas, das man nicht so oft auf der Straße sieht" und als großer BMW-Liebhaber musste es natürlich auch diese Marke sein. Sein Ziel sei es gewesen, das Auto optisch und technisch zu verbessern, erklärt Lademann. So habe er beispielsweise das Fahrwerk verbessert, den kompletten Motor ausgebaut und überholt und sonstige defekte Teile ausgetauscht. Felgen, Lack und den Innenraum habe er ebenfalls aufgefrischt. Allerdings sollte das Auto nicht neu wirken, sondern einen gewissen "Retro-Look" behalten, sagt Lademann. Dennoch sollten seine technischen Ansprüche einen Platz finden. Das Material hierfür habe er teilweise von seinem Ersparten gekauft, aber auch seine Familie hat ihm unter die Arme gegriffen.


Auto war das nächste Level

Für Autos interessiere er sich schon lange, denn schon sein Vater und sein Bruder seien "alle Schrauber". Da keiner von ihnen eine entsprechende Ausbildung hat, sei es für sie eine Art Hobby, meint er. Schon in der neunten Klasse habe er ein altes Moped restauriert, das Auto sei jetzt das "höhere Level". In Zukunft würde er am liebsten auch im KFZ-Bereich arbeiten, sagt er.

Bei dem Projekt habe ihn vor allem der Vater unterstützt. "Man braucht ja auch jemanden, der einem Tipps gibt", sagt er. Aber auch sein Freund Lennart R. hat geholfen. Bei seiner eigenen Arbeit konzentrierte er sich aber auf die saubere Seite der Automobilindustrie. Ein kleines, anschauliches Modell eines Elektromotors hat er gebaut. An einem Brett hat er eine Spule aus isoliertem Kupferdraht angebracht. "Legt man Strom auf den Draht, wird in der Spule ein Magnetfeld erzeugt", erklärt er. Darunter habe er einen Dauermagnet gelegt und damit wird eine Bewegung erzeugt, ganz ohne fossile Brennstoffe. In einem realen Motor werde dann die Rotation durchs Getriebe auf die Achsen des Wagens weitergeleitet. Die Konstruktion des Modells an sich sei "ziemlich simpel" gewesen, meint er.

Allerdings habe er viel Vorarbeit leisten müssen. Bereits seit den Sommerferien habe er sich intensiv mit der Materie beschäftigt. Bei einem Praktikum bei einem großen, fränkischen Automobilzulieferer habe er mit eigenen Augen erleben können, wie ein Elektromotor gebaut wird und durfte sich gleich selbst daran versuchen. Ihm seien die Weitsichtigkeit und die ökonomischen Aspekte des Autobaus wichtig gewesen, erklärt er seine Zielsetzung. Später möchte er gerne Maschinenbau studieren, dabei kann er sicher noch weiter an umweltfreundlichen Verkehrsmitteln arbeiten.

Am Freitag, 19. Februar, ab 17 Uhr, und am Samstag, 20. Februar, ab 14 Uhr, präsentieren die zwölften Klassen ihre Arbeiten auf dem Schulgelände.