Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August untersagt. Diese Aussage auf Bundes- wie nun auch auf Landesebene in Bayern klingen eindeutig und lassen dennoch Spielraum für Spekulationen - Spekulationen auch in Coburg.

Sicherlich kann sich kaum jemand derzeit vorstellen, dass die geplanten Schlossplatz-Open-Air-Konzerte im August in Coburg oder die Auftritte des Tambacher Sommers stattfinden. Und auch auf ein Vogelschießen auf dem Coburger Anger kann sich in diesem Jahr wohl niemand freuen. Doch die offiziellen Absagen lassen (noch) auf sich warten.

Denn noch ist nicht bis zum letzten Detail klar, ab wann eine Großveranstaltung tatsächlich eine Großveranstaltung ist. "Wir werden so gut wie alles verschieben", sagt Gaby Heyder vom Veranstaltungsservice Bamberg, zuständig für den Open-Air-Sommer auf dem Coburger Schlossplatz. "Ich bin sehr optimistisch, dass das klappt, schließlich sitzen wir alle in einem Boot - die Künstler haben die gleichen Probleme wie wir." Die Herausforderung bestehe jetzt darin, in den Tourneeplänen der Künstler einen vernünftigen Rhythmus hinzukriegen, dass sie für ihre einzelnen Auftritte nicht kreuz und quer durch die komplette Republik fahren müssen. Das Verschieben der Termine gelte auch für die Lieder auf der Klosterwiese in Banz und das Festival auf Schloss Eyrichshof im Juli.

Sehr guter Vorverkauf

Realistisch gibt sich auch Wolfgang Friedrich, Inhaber der Rödentaler Konzertagentur Friedrich, die für den Tambacher Sommer zuständig ist: "Wir wissen schon seit Wochen, dass es zur Absage kommen könnte, aber wir bekommen auch noch keine endgültigen Aussagen."

Auch Friedrich sondiert bereits Möglichkeiten, die eigentlich in diesem Jahr erwarteten Künstler im nächsten Jahr in den barocken Schlosshof von Tambach zu holen. Das freilich dürfte nicht ganz einfach sein, denn "die Agenturen und Künstler wissen selber ja noch nichts Genaues", sagt Friedrich. Eine offizielle Absage der vom 24. Juli bis 2. August geplanten Auftritte von Gregor Meyle über Helge Schneider, Münchner Freiheit bis Heissmann und Rassau kann auch er noch nicht verkünden. Besonders bedauerlich aus seiner Sicht: Gerade die diesjährige Saison sei besonders gut verkauft gewesen, sagt Friedrich. Mehr als die Hälfte der Karten sei schon zur Weihnachtszeit geordert worden.

Noch keine endgültige Absage gibt es auch für das Vogelschießen, das vom 31. Juli bis 9. August geplant ist (oder war).

"Wir haben Verträge mit etwa 60 Schaustellern und Gewerbetreibenden und Festwirten - vom Gurkenstand bis Riesenrad und Festzelt", sagt Hans-Herbert Hartan, Oberschützenmeister der veranstaltenden Schützengesellschaft Coburg: "Wir, die Schützengesellschaft, können das nicht so ohne weiteres absagen, wir würden Vertragspartnern gegenüber vertragsbrüchig werden. Wenn ordnungsrechtlich die Durchführung untersagt ist, dann hat das eine andere Rechtsqualität." Hartan geht davon aus, dass letztlich die Ordnungsbehörde der Stadt eine Entscheidung trifft.

Sommeroperette

Auch die Sommeroperette Heldritt hat noch keine endgültige Absage formuliert, wie Friedrike Möbus als zuständige Pressebeauftragte sagt. Gleichwohl werde die grundsätzliche Option geprüft, ob es möglich wäre, die geplante Produktion von Franz Lehárs Operette "Das Land des Lächelns" ins Jahr 2021 zu verschieben.