So schnell kann"s gehen. Sah es Anfang des Jahres noch so aus, als wäre ein Kreisverkehr am Ortseingang mangels finanzieller Unterstützung durch den Freistaat Bayern nicht zu verwirklichen, so hat ein Schreiben von Verkehrsstaatssekretär Gerhard Eck (CSU) die Situation komplett verändert. Jetzt schaut es so aus, als könnte der Kreisel für die unfallträchtige Kreuzung am Gewerbegebiet schon im kommenden Jahr gebaut werden. Der Kreisbauausschuss jedenfalls hat dem Kreistag (der sich am Donnerstag trifft) einstimmig empfohlen, finanzielle Mittel für das Bauprojekt bereitzustellen.
Rein von den Zahlen her spricht viel für den Kreisverkehr. Mit 9000 Fahrzeugen am Tag gehört die Kreisstraße CO 28 (die alte B 289) zu den mit Abstand am stärksten befahrenen Kreisstraßen, zudem stuft auch die Coburger Polizei die Kreuzung mit dem Gewerbegebiet und der Kreisstraße CO 12 Richtung Meschenbach aus Sicht der Verkehrssicherheit als "grenzwertig" ein. Das berichtete Kreiskämmerer Manfred Schilling dem Ausschuss bei der Sitzung im Landratsamt.


Eine "wundersame Wandlung"

Problem nur: Mit der "wundersamen Wandlung" - wie es Udo Döhler (ULB) bewusst spitz formulierte - seit dem Brief von Gerhard Eck konnte im Landkreis niemand rechnen. Schließlich hatte die Regierung von Oberfranken erst am 31. Januar den Vertretern der Gemeinde Untersiemau und des Landratsamtes klar gemacht, dass ein Kreisel keine Aussicht auf Zuschüsse habe. Also ist auch kein Geld im Haushalt vorgesehen. Zum Glück wird heuer auch noch keines gebraucht: Wie der Untersiemauer Bürgermeister, Rolf Rosenbauer (CSU), erläuterte, wird die Gemeinde die Kosten für die Planung vorfinanzieren. "Bauarbeiten", das machte der Bürgermeister auch klar, "wird es heuer keine mehr geben." Also reicht es aus, dass der Landkreis Coburg seinen Anteil von rund 136 000 Euro erst fürs nächste Jahr einstellt.
Insgesamt werden sich die Kosten für den Neubau auf knapp über 1,1 Millionen Euro belaufen, wobei Untersiemau die Hälfte der Planungskosten übernimmt. Die baulichen Arbeiten verteilen sich (entsprechend des Flächenanteils der Straßen) auf 22 Prozent für Untersiemau und 78 Prozent für den Landkreis, wobei dieser wiederum durch Stabilisierungsbeihilfen des Freistaates auf eine Zuschussquote von 90 Prozent kommt. Dies hat Eck schriftlich ebenfalls zugesichert, was am Ende den Anteil des Landkreises gewaltig schrumpfen lässt.
"Das ist eine Bomben-Geschichte", sagte auch Bernd Reisenweber (FW). Doch dann kam sein großes "Aber". Als Bürgermeister fühle er hier eine Ungleichbehandlung, weil Ebersdorf bei einem gleichartigen Projekt - dem Kreisel an Zufahrt Ebersdorf-West - die komplette finanzielle Last übernehmen musste. Auf Vermittlung vom Gerold Strobel (FW) signalisierte Rolf Rosenbauer Entgegenkommen der Gemeinde. Weil Untersiemau mit dem Kreisel die "Belebung des Gewerbegebietes" (O-Ton Rosenbauer) leichter vorantreiben könne, gebe es im Gemeinderat sicher die Einsicht, dass man dem Landkreis bei der Verteilung der Planungskosten ein Stück entgegen kommen müsse - von 22 auf 50 Prozent, vielleicht.


So viel gibt es nicht mehr lange

Ergänzend verwies Manfred Schilling auf die Tatsache, dass die Stabilisierungsbeihilfe - die meist zu 90 Prozent Zuschuss bei Landkreisprojekten führt - nach Aussagen aus München wohl "langsam, aber sicher" ausläuft. Deshalb war sich der Bauausschuss am Ende doch einig: Solange es noch so viel Geld vom Freistaat gibt, muss man zuschlagen. "Wir schlagen hier mehrere Fliegen mit einer Klappe", fasste der Landrat die Chancen durch den neuen Kreisverkehr zusammen.


Kreisstraße CO 4: Die Zeit drängt

chwieriger Baugrund und die Entscheidung der Coburger SÜC, jetzt entgegen erster Aussagen doch sämtliche Versorgungsleitungen auf der Weidacher Ortsdurchfahrt erneuern zu wollen, bringen die Tiefbauabteilung im Landratsamt ein bisschen ins Schwitzen. Wie gestern im Kreisbauausschuss bekannt wurde, wird die neue Deckschicht kaum vor Juni aufgebracht werden können. Am Zeitplan rütteln lässt sich aber nicht. Weil das Staatliche Bauamt Bamberg im kommenden Jahr die Staatsstraße zwischen Beiersdorf und Wiesenfeld sanieren möchte, muss die Weidacher Ortsdurchfahrt als einzige Umleitungsstrecke bis dahin fertig sein. Eine positive Nachricht zur CO 4 hatte Kreiskämmerer Manfred Schilling aber auch: Der Landkreis kann für den Ausbau mit geschätzten Kosten in Höhe von 1,14 Millionen Euro fest auf 90 Prozent Zuschuss (insgesamt 825 000 Euro) vom Freistaat Bayern bauen. bk


Kreisstraße CO 9: Bei Wiesen wird's teurer

"Gerade noch" unter der Schmerzgrenze, sagte Melanie Dressel von der Tiefbauabteilung des Landratsamtes, liegt das Ausschreibungsergebnis für den Neubau der Brücke bei Schloss Wiesen. 1,25 Millionen Euro stehen derzeit als Kosten im Raum, wobei sich - das wiederum berichtete Landrat Michael Busch (SPD) - wenigstens die Grundstückverhandlungen schnell lösen ließen. Nach dem Neubau der Brücke und der Kreuzung mit der Staatsstraße wird dann voraussichtlich erst im Frühjahr 2019 die Heilgersdorfer Ortsdurchfahrt in Angriff genommen. Renate Schubart-Eisenhardt (CSU/Landvolk) zeigte sich von diesem Zeitplan nicht begeistert: "Es wird Zeit, die Ortsdurchfahrt ist in einem schlechten Zustand." Melanie Dressel sicherte zu, dass die Landkreisverwaltung um die Bedeutung dieser Baumaßnahme wisse. bk