• Tierheim Coburg: Notdienst-Mitarbeiter bei Anrufen beschimpft 
  • "Unflexibles Pack": Teilweise derbe Angriffe auf ehrenamtliche Helfer
  • Beleidigende Anrufe schockieren Tierheim: "Wir sind keine Tierärzte"

Das Tierheim Coburg wurde in letzter Zeit häufig von beleidigenden Anrufen im Notdienst überrascht. So seien die ehrenamtlichen Mitarbeiter teilweise "wüst beschimpft" worden. Angelika Storniak, Vorsitzende des Tierheims, führt gegenüber inFranken.de die krassen Anrufe aus. 

"Unflexibles Pack": Notdienst im Tierheim Coburg mit schroffen Anrufern konfrontiert

Der tägliche Notdienst des Tierheims Coburg ist zwischen 17 und 22 Uhr erreichbar. "Man muss dazu sagen, dass alle, die bei uns im Notdienst arbeiten, ehrenamtliche Mitarbeiter sind", erklärt Storniak. Sie wurden in den vergangenen Tagen zur Zielscheibe für Beleidigungen, wie eine Aufzählung der Geschehnisse deutlich macht.

Der erste Anruf kam gegen 21 Uhr. "Eine Dame erzählte uns, dass gerade ihr Hase verstorben sei", so Storniak. Auf der Website des Tierheims habe sie, laut der Vorsitzenden, Bilder von Hasen im Tierheim gesehen. "Da hat sie gemeint, dass sie jetzt losfährt und einen abholen möchte".

Die Tatsache, dass zu dieser Zeit aber niemand im Tierheim mehr war und die Aussage des Notdienstes, die Tiervermittlung sei nur während der Öffnungszeiten möglich, habe die Anruferin persönlich genommen. "Sie bezeichnete den Notdienst als unflexibles Pack und dass es das Allerletzte sei, dass wir nicht mehr geöffnet haben. Sie will jetzt unbedingt einen Hasen", erklärt Storniak. 

Ehrenamtliche Mitarbeiter im Kreuzfeuer: "Sind froh, überhaupt welche zu haben"

"Wir sind sowieso schon froh, überhaupt ehrenamtliche Mitarbeiter zu haben", berichtet sie weiter. "Wir machen es alle sehr gerne, aber wir wohnen noch nicht im Tierheim". Auch die Anfahrtszeiten seien oft kritisiert worden. "Die Mitarbeiter sind alle mit ihren privaten Autos unterwegs. Wenn dann mal gesagt wird, dass man 20 Minuten braucht, wird sofort gemeckert, dass es zu lange dauert", erklärt sie weiter. 

Ein anderer Anrufer berichtete dem Notdienst, dass seine Katze seit drei Tagen eitrige Augen habe und nichts isst und trinkt. "Auf die Frage, ob er denn schon beim Tierarzt war, antwortete er mit 'nein'. Wenn's meiner Katze so schlecht gehen würde, warte ich nicht drei Tage, sondern geh sofort zum Tierarzt", so Angelika Storniak. 

Zum Schluss betont die Vorsitzende des Tierheims Coburg, dass es für Tiernotfälle andere Ansprechpartner gebe. "Wir sind hier keine Tierärzte. Der Notdienst fokussiert sich auf Tierfunde und wenn einmal ein Hund oder ein anderes Haustier weggelaufen ist".