Das Land Thüringen zieht weiterhin einen Bahn-Lückenschluss über das Lautertal vor. Dies geht aus einer Stellungnahme des Südthüringer Landtagabgeordneten Henry Worm (CDU) hervor. Der Abgeordnete in den Landkreisen Hildburghausen und Sonneberg greift dabei auch den Coburger CSU-Bundestagsabgeordneten, Hans Michelbach, massiv an.

"Es gibt keinen aktuellen Sinneswandel in der Sache", sagte Henry Worm (CDU) nach Rücksprache mit dem zuständigen Ministerium für Bau und Verkehr in Erfurt. Im Raumordnungsplan Südthüringen und dem Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD werde klar festgestellt, dass der Lückenschluss über Eisfeld erfolgen solle.
"Mir ist die Problematik auf bayerischer Seite hinsichtlich der Bebauung der Bahnstrecke im Gebiet der Gemeinde Lautertal bekannt. Deshalb wurde im Zuge der Anmeldung des Projektes zum Bundesverkehrswegeplan auch die Aussage getroffen, dass das Land Thüringen für alternative Trassierungen zwischen Eisfeld und Coburg offen ist", beschrieb Worm die Position des Freistaates zur Problematik der Bahnstrecke.

Nach Angaben Worms sei vor einigen Wochen die Liste der im Rahmen der Fortschreibung des Verkehrswegeplans zu prüfenden Projekte seitens des Ministeriums veröffentlicht worden. "Dort ist eindeutig von einem Neubau beziehungsweise Ausbau zwischen Eisfeld und Coburg die Rede", betonte der Abgeordnete. Im Übrigen weist Worm auf die genehmigungsrechtliche Problematik hin: "Wenn Hans Michelbach behauptet, dass die Streckenvariante über Bad Rodach die Bessere sei, dann liegt er falsch." Der Bundestagsabgeordnete verkenne dabei die Problematik, dass die Bundesrepublik nur Hauptbahnen baue. Somit sei eine Verknüpfung des Lückenschlusses zwischen Bad Rodach und Hildburghausen als Hauptbahn mit der Nebenbahn von Bad Rodach nach Coburg nicht genehmigungsfähig.

Die Streckenführung von Hildburghausen über Bad Rodach nach Coburg müsse nach den Richtlinien des Bundesverkehrswegeplanes geplant und gebaut werden. Es würde sich dort um einen über 30 Kilometer langen Neubau einer Strecke handeln, die so noch nie existiert habe. Da die Bestandsstrecke von Bad Rodach nach Coburg kurvenreich und nur mit maximal 60 Stundenkilometer zu befahren sei, lasse sich diese Strecke nicht verwenden. Der Neubau der Strecke von Coburg über Bad Rodach und Hildburghausen sei finanziell nicht darstellbar.

Daher müsse sich die Region auf den Lückenschluss zwischen Eisfeld und Coburg konzentrieren. Die ehemalige Bahnlinie von Eisenach über Meiningen und Eisfeld (in Betrieb) nach Coburg (Neubau) und weiter nach Lichtenfels sei als Hauptbahn gebaut. Daher lasse sich der Neubau zwischen Eisfeld und Coburg wesentlich kostengünstiger darstellen - selbst wenn in Lautertal eine Neutrassierung erforderlich sei. ct