Coburg
Anger-Hotel

Stoschek: Lieber Kongresshotel am Anger

Die Chefs der Unternehmen Brose, HUK Coburg und Kaeser wollen den Coburger Stadtrat umstimmen: Er soll kein Hotel am Anger zulassen.
Ein Modell des geplanten Angerhotels. Dahinter ist der Baukörper des Kongresshausse zu erkennen. Foto: Simone Bastian
Ein Modell des geplanten Angerhotels. Dahinter ist der Baukörper des Kongresshausse zu erkennen. Foto: Simone Bastian
+1 Bild
}

"Gegen die öffentliche Meinung und die Wirtschaft macht man kein solches Projekt", sagt Michael Stoschek, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung bei Brose. Er meint das Hotelprojekt, dem der Coburger Stadtrat in seiner Sitzung am 11. April zugestimmt hat: Ein Komplex am Anger, wo sich bis vor kurzem die Dreifachsporthalle befand, mit einem sieben Stockwerke hohen Bettentrakt.

Doch dagegen sprechen nicht nur gestalterische und städtebauliche Gründe, finden Michael Stoschek und Tina-Maria Vlantoussi-Kaeser (Kaeser-Kompressoren). Auch wirtschaftlich sei der Betrieb eines Hotels am Anger fragwürdig. Ihre Alternative: Ein Hotel im Rosengarten, entlang der Alexandrinenstraße, direkt angedockt ans Kongresshaus. Klaus Heitmann, Sprecher der HUK-Vorstände, konnte an dem Pressegespräch am Dienstagabend nicht teilnehmen, vertrete aber dieselbe Ansicht, wie Stoschek versicherte.

Einer solchen Alternative würde sich auch die Welcome-Hotel-Gruppe nicht verschließen, sagt Stoschek, und verweist auf eine entsprechende E-Mail des Geschäftsführers der Gruppe, Karl A. Schattmaier. Der teilte mit, dass die Gruppe vom Potenzial des Standorts Coburg überzeugt sei. "Die vorgeschlagene Platzierung des Hotels im Rosengarten ist für die Gäste natürlich deutlich attraktiver als am Anger und durch die direkte Verbindung mit dem Kongresshaus betriebstechnisch in jedem Fall vorzuziehen. Wir möchten zur Realisierung dieser Variante beitragen."

Nun hoffen Stoschek und Vlantoussi-Kaeser, dass der Stadtrat vor dem Hintergrund dieser neuen Informationen dazu bereit ist, die Beschlüsse in Sachen Anger-Hotel zurückzunehmen. Der entsprechende Antrag liegt bereits vor: Martina Benzel-Wey und Wolf-Rüdiger Benzel (ehemals Grüne) haben ihn eingereicht. Benzel hatte sich im Stadtrat in öffentlicher Sitzung als einziger gegen das Hotelprojekt ausgesprochen.

Der Vorschlag, ein Kongresshotel in den Rosengarten zu setzen, ist freilich nicht ganz neu: Der war schon im "Neuen Innenstadtkonzept" enthalten, das Stoschek 2006 als städtebauliches Großprojekt in die Diskussion brachte. Eine Bebauung des Rosengartens schloss die Mehrheit des Stadtrats damals jedoch aus. Ergebnis war der Bebauungsplan, der eine Multifunktionshalle mit Hotel daneben an der Schützenstraße vorsieht.