Flagge zeigen für Tibet, ein unterdrücktes Land, über das kaum noch berichtet wird? Die Willkür in Tibet ist in vielen Medien nur noch ein Randthema. In Vergessenheit dürfen aber die Menschenrechtsverletzungen durch China an den Tibetern nicht geraten. Aus diesem Grund ist das Flaggenhissen aus Solidarität am 10. März wichtig.

An diesem Tag erhob sich 1959 das tibetische Volk gegen die chinesische Besatzungsmacht. Der Aufstand wurde blutig niedergeschlagen, dabei kamen 87 000 Tibeter ums Leben. Das geistliche Oberhaupt, der Dalai Lama, musste nach Indien ins Exil fliehen. Aus Solidarität mit dem tibetischen Volk hissen deshalb am 10. März viele Städte und Gemeinden in Deutschland auf Rathäusern und öffentlichen Gebäuden die tibetische Flagge. Für das tibetische Volk ist der 10. März ein Tag der Hoffnung, denn er signalisiert, dass sich die Tibeter in ihrer Heimat und im Exil noch nicht aufgegeben haben und, dass es für sie noch eine Zukunft gibt.

Auch die Stadt Coburg beteiligt sich seit Jahren an der Aktion " Flagge zeigen für Tibet" und bekundet damit ihre Solidarität für weltweite Einhaltung der Menschenrechte. Obwohl es für Städte und Gemeinden nicht ganz einfach geworden ist, sich für Menschenrechte einzusetzen, da von chinesischer Seite mit wirtschaftlichem Druck gedroht wird. Dabei hat das EU-Parlament erst am 18. Januar 2018 eine Resolution zu Tibet verabschiedet. In ihrem Wortlaut ruft das EU-Parlament die chinesische Regierung dazu auf, die Bestimmungen ihrer eigenen Verfassung zu respektieren und die darin garantierten Rechte der Tibeter, wie das Recht auf freie Meinungsäußerung oder Religions- und Meinungsfreiheit zu garantieren. Das beinhalte auch das Recht der Bürger die Politik des Staates zu kritisieren und dagegen zu demonstrieren.

Der Einfluss Chinas bewegte erst kürzlich den Autokonzern Daimler zu einem Kniefall, teilt Horst Fischer von der Coburger Regionalgruppe der Tibet-Initiative Deutschland mit. Der Autobauer hatte in China mit einem Zitat von Friedensnobelpreisträger Dalai Lama geworben: "Betrachte Situationen von allen Seiten und du wirst offener." China protestierte und Daimler knickte ein, löschte den "staatsfeindlichen" Beitrag und entschuldigte sich. Man wolle dafür sorgen, dass solche Vorfälle nicht mehr vorkommen. Dieser beschämende Kotau vor der Diktatur, so Fischer weiter in seiner Pressemitteilung, wird inzwischen in Europa mit Spott und Entsetzen bewertet.

Selbst im Sport versucht China, jegliche Kritik zu unterbinden. Beim Freundschafts-Fußballspiel der chinesischen U20 und dem TSV Schott Mainz kam es zum Eklat. Eine Handvoll Zuschauer zeigten friedlich vier handtuchgroße tibetische Flaggen. Das Spiel wurde unterbrochen und chinesische Offizielle versuchten, die Flaggen gewaltsam zu entreißen. Empört reiste die Gruppe ab. Der Deutsche Fußballbund ( DFB ) beendete die Freundschaftsspielserie mit der chinesischen U20 mit dem Argument, es gebe "substanzielle Hinweise auf weitere Eskalationen". Wenn der DFB eine friedliche Meinungsäußerung als "Eskalation" bezeichne, dann seien seine Funktionäre wahrscheinlich noch nie am Samstagnachmittag in einem Fußballstadion gewesen. Übrigens haben der TSV-Schott Mainz und einige andere Fußballvereine die eigentliche Problematik erkannt und sich spontan mit der stillen Flaggen-Aktion solidarisiert.