Zweiter Abgang beim Handball-Bundesligisten HSC Coburg: Rückraumspieler Christoph Neuhold verlässt nach der Saison die Vestestadt. Nach Kreisläufer Stepan Zeman ist Neuhold der zweite Spieler, der Coburg nach der Saison verlässt. Der österreichische Nationalspieler hat sich ab der Spielzeit 2021/22 für eine neue Herausforderung entschieden, wie der HSC am Freitagvormittag mitteilte. Am gleichen Tag gab sein neuer Arbeitgeber, der Zweitligist HC Ebflorenz aus Dresden, die Verpflichtung von Neuhold für zwei Spielzeiten bekannt. Dort spielt mit Lukas Wucherpfennig bereits ein weiterer Ex-Coburger.

"Ich freue mich sehr, dass ich die nächsten zwei Jahre für den HC Elbflorenz auf Punktejagd gehen darf. Der Verein hat sich aus meiner Perspektive in den vergangenen Jahren sehr gut entwickelt, weswegen mir die Entscheidung, nach Dresden zu gehen, nicht schwerfiel. Ganz besonders freue ich mich auch auf die Stadt und vor allem die gut besuchten Heimspiele", so Neuhold.

Wie HSC-Geschäftsführer Jan Gorr auf Nachfrage erklärte, wollten sich beide Seiten, sowohl der Spieler als auch der Verein auf Neuholds angestammter Position, verändern. "Dass es Situationen gibt, in denen sich beide Seiten neu orientieren möchten, ist normal. Für Chrissi ist eine neue Herausforderung bei einem ambitionierten Verein ein guter Schritt, den ich absolut nachempfinden kann", so Gorr. "Wir haben eine erfolgreiche Zeit zusammen gehabt und es wird in den nächsten sechs Monaten für ihn sicher noch genug Möglichkeiten geben, zu zeigen, dass er noch mehr leisten kann als das, was er in der Hinrunde gezeigt hat beziehungsweise zeigen konnte. "

Neuhold meist nur zweite Wahl

Der Halblinke, der momentan noch mit der Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Ägypten weilt, spielt seit 2018 beim HSC. In der laufenden Saison war Neuhold aber meist nur zweite Wahl im linken Rückraum. Mit den Neuzugängen Drasko Nenadic, Pouya Norouzi Nezhad und Kapitän Andreas Schröder ist Neuholds Konkurrenz groß, viele HSC-Fans hätten den Österreicher aber gerne öfter auf der Platte gesehen.

Vor allem nach seiner starken Leistung in Essen (27:29) - Neuhold erzielte fünf Treffer bei fünf Versuchen - forderten die Fans, den Österreicher mehr einzusetzen (wir berichteten).

Tatsächlich schenkte Trainer Alois Mraz dem 26-Jährigen mehr Einsatzzeit, doch weder gegen die Eulen Ludwigshafen (23:23) noch gegen die Rhein-Neckar Löwen (24:39) nutzte Neuhold den Vertrauensvorschuss. Auch bei seinem Trainer in der österreichischen Nationalmannschaft, Ales Pajovic, ist Neuhold nicht erste Wahl. Bei seiner ersten WM-Teilnahme spielt Neuhold nur eine Nebenrolle.

Fans bedauern Abschied

Dass sich der gebürtige Steirer für eine neue Herausforderung entschieden hat, kommt bei einigen Coburger Fans nicht gut an. "Das kann doch nicht wahr sein. Christoph, bitte überlege dir das noch", schreibt eine Anhängerin. "Von uns Fans" würde keiner verstehen, warum Neuhold keine tragende Rolle spielt. Und sie hoffte auf eine Wendung: "Vielleicht überdenkt man die Situation und was du für uns geleistet hast und die vielen Tore, die auch für viele Siege gesorgt haben."

Der Abgang des Österreichers steht zwar fest, doch die letzte Feststellung des weiblichen Fans kann Gorr teilen: "Es gab in der Tat viele Spiele, in denen Chrissi mit seiner Athletik und Dynamik für tolle Momente und Tore aus der zweiten Reihe gesorgt hat. Die Verletzung hatte ihn zurückgeworfen, doch er hat sich mit viel Fleiß wieder zurückgekämpft. Von daher erinnern wir uns an viele positive Momente."

Und von diesen sollen in den nächsten Monaten noch einige im Coburger Trikot dazukommen. Wann der 26-Jährige nach seinem WM-Aufenthalt in Ägypten in der Vestestadt aufschlagen wird, ist noch nicht geklärt und auch abhängig von der Coburger Quarantäne-Situation. Alle Spieler und das Trainerteam wurden am Freitagnachmittag wieder auf das Coronavirus getestet und müssen die Ergebnisse abwarten. Ein paar Tage Urlaub werden Neuhold nach dem letzten WM-Spiel mit seinen Österreichern am Sonntag gegen Südkorea aber auf jeden Fall vergönnt sein.