Ohne verantwortungsvolle Funktionäre wäre ein Verein nichts wert. Sie lenken die Geschicke, treffen die wichtigen Entscheidungen. Während der vergangenen zwei Jahrzehnte waren die unterschiedlichsten Typen am Ruder. Erster "Kapitän" im Gründungsjahr 2000 war Norbert Kastner, damals Coburgs Oberbürgermeister. Er wurde zum ersten und bislang letzten Präsidenten gekürt. "Jetzt ist nicht die Zeit für Eitelkeiten, wir wollen etwas Großes auf den Weg bringen", sagte er bei seiner Wahl.

Coburgs "Handballpapst" Erich Bilek "hat es nie für möglich gehalten, dass der Aufstieg in die 1. Bundesliga für Coburg machbar ist. Doch als alter Handballer ist es natürlich etwas ganz Besonderes, die Elite des deutschen Handballs in der Vestestadt zu erleben". Bilek hatte schon in den frühen 1980er Jahren die Vision eines gemeinsamen Coburger Handballvereins und Ende der 1990er Jahre in Oberbürgermeister Norbert Kastner endlich einen wichtigen Mitstreiter gefunden.

Es war mit dem Geschäftsmann Alfred Geyer ein Neuseser, der die Streichung von "Neuses" aus dem Vereinsnamen im Juli 2005 vorangetrieben hatte und eine Satzungsänderung beantragte. Seine Begründung damals: "Es war eine hervorragende Aufbauarbeit geleistet worden, doch der Anteil der ehemals Neuseser Spieler ist jetzt gesunken. Da das Ziel Bundesliga war, musste man nach vorne schauen und realitätsnah mit Vernunft und Zukunftsorientierung den richtigen Weg beschreiten."

"Von der Vision zum Erfolg"

Detlef Höhn, heute hauptverantwortlich für die VIP-Akkreditierung, sieht einen Weg "von der Vision zum Erfolg". Er verweist auf die Gespräche vor der Gründung, vor allem mit Norbert Kastner, wie Bundesligasport in Coburg möglich gemacht werden kann. "Uns wurden schnell bundesligataugliche Voraussetzungen, auch durch unsere Handball­issimo-Veranstaltungen mit namhaften Spielern wie Christian Rose, Mark Dragunski, Ingolf Wiegert und Bundestrainer Heiner Brand als Gesprächspartner bestätigt. Ich glaube, dies und die sportlichen Leistungen der Handballer haben die Stadtspitze und den Stadtrat bewogen, für den Neubau einer Arena zu stimmen. Eine gute Entscheidung für alle Sportler."

Auch Kastner sieht die Halle auf der Lauterer Höhe als Teil des Erfolges: "Sensationell, unser Traum von damals ist tatsächlich in Erfüllung gegangen. Ich kann mich noch gut an die Anfangszeit erinnern, als wir als Spinner abgetan wurden, sogar auf einen Misserfolg gehofft wurde. Und dann kam noch die harte Auseinandersetzung mit der Arena. Ich wurde angefeindet, das Projekt massiv bekämpft. Die Halle war ein politischer Zankapfel. Doch ohne die wäre der HSC nicht da, wo er jetzt ist."

Zwist mit Wahl - später mit Heyder

Mit Stefan Apfel, Jochen Knauer, Michael Häfner, Florian Dotterweich, Steffen Ramer oder Matthias Dietz führten mehr oder weniger dynamische Funktionäre den Klub in die Zukunft. Dabei mussten enorme Herausforderungen gestemmt werden. Und natürlich kam es dabei auch zu Meinungsverschiedenheiten. Beispielsweise mit Dirk Wahl, einem in Coburg aufgrund seiner späteren Äußerungen äußerst umstrittenen Spielervermittler, der auf Wunsch von Präsident Norbert Kastner an führender Position installiert wurde.

Oder mit Wolfgang Heyder - einem der erfolgreichsten Sport-Manager Deutschlands. Der Bamberger führte den Klub 2016 prompt in die Eliteliga, um dann überraschend seinen Hut zu nehmen - auch diese Personalien gehören zum HSC.