Die A-Junioren des HSC 2000 Coburg haben sich den Klassenerhalt der Bundesliga Ost in einem wahren Krimi in Großwallstadt mit einem 27:27-Unentschieden gesichert.

Die Ausgangslage bot die Bühne für ein echtes Drama: Hinter dem Meister der Staffel Ost, Leipzig, kämpften noch die punktgleichen Dutenhofen/Münchholzhausen und Gastgeber Großwallstadt um den zweiten Platz, der für die Teilnahme an der Bundesliga-Meisterschaft berechtigt. Dabei war der Wetzlarer Nachwuchs wegen eines Tores Vorsprung im Direktvergleich gegen den TV Großwallstadt im Vorteil.

Auf der anderen Seite kämpfte der HSC mit einem Punkt mehr als die HSG Hanau im Fernduell um den für den Ligaverbleib entscheidenden sechsten Platz. Zusätzlich befeuert wurde diese Konstellation dadurch, dass in der zwei Stunden früher angesetzten Partie der Wetzlarer Nachwuchs nicht über ein Unentschieden in Erlangen hinauskam. Großwallstadt konnte jetzt also vorbeiziehen, musste aber dazu unbedingt gewinnen.

TV Großwallstadt -
HSC 2000 Coburg 27:27 (12:12)

Gab es in den Vorwochen doch einiges an den Coburger Youngsters zu kritisieren, so straften sie dieses Mal alle Zweifler Lügen. Voll fokussiert und selbstbewusst präsentierten sich die Gelbschwarzen von Anwurf an. Die Abwehr war sehr beweglich und kaum durchlässig, im Spielaufbau bewahrten die Coburger Ruhe, ganz selten gab es überhastete Aktionen.
Die HSCler variierten immer wieder geschickt das Tempo und verwandelten trotz des hervorragenden Heimkeepers Finn Zecher viele ihrer Chancen. Und so kam es, dass die Gelbschwarzen bis zur 24. Minute fast immer mit einem oder gar zwei Treffern führten. Als jedoch in der 25. Minute der in der Abwehr eifrig rackernde Shooter Jakob Knauer bereits seine zweite Zwei-Minuten-Strafe erhielt und die cleveren Großwallstädter dies postwendend zum 10:10-Ausgleich und kurz darauf zur 11:10-Führung nutzten, befürchteten viele der zahlreichen HSC-Fans einen Einbruch ihres Teams.

Doch weit gefehlt, die Coburger hielten mit unbändigem Kampfgeist dagegen. Max Preller ließ sich nicht stoppen und glich verdient jeweils zum 11:11 und dann zum 12:12-Halbzeitstand aus.
Nach der Pause ging der HSC mit 13:12 in Führung, danach erhöhte der sichere Siebenmeterschütze Dino Mustafic vom Punkt auf 14:13. Aber die genauso um jeden Ball kämpfenden Hausherren legten immer wieder nach und ließen sich nicht abschütteln, auch nicht nach dem 16:18 durch den umtriebigen Nils Wendel in der 42. Minute. Ab etwa dieser Phase kam die große Zeit von Christopher Härtl, der in den letzten 20 Minuten sechs seiner sieben Tore erzielte und von der TVG-Abwehr überhaupt nicht mehr in den Griff zu bekommen war.

In der 49. Minute glichen die Mainfranken zum 20:20 aus, in der Folge wechselte die Führung ständig bis zum 25:25. Eine wichtige psychologische Aktion gelang Torhüter Fabian Apfel, als er zweieinhalb Minuten vor dem Ende den Siebenmeter von Alexander Pfeifer hielt. Gekrönt wurde die Parade zwei Minuten später. Der Coburger Lukas Dude versenkte nervenstark einen Strafwurf zur 27:26-Führung. Danach zeigte der TVG seine ganze Klasse und egalisierte mit einem sehenswerten Kempa-Trick zum 27:27.

16 hochdramatische Sekunden mussten die HSCler noch überstehen, den Ball behalten, auf keinen Fall mehr ein Tor kassieren. Sechs Sekunden vor dem Ende nahm Trainer Martin Röhrig noch einmal eine Auszeit und gleichzeitig den Druck etwas aus dem Spiel, gab seinen Jungs ruhig und gefasst letzte Anweisungen.

Die Gelbschwarzen behielten abgezockt das Spielgerät in den eigenen Händen, die Sekunden tickten die Uhr herunter und schließlich ertönte die Sirene bei 60:00 Minuten.
Das Unentschieden fühlte sich wie ein Sieg an und die Coburger Jungs ließen ihrer Freude freien Lauf. Die Großwallstädter waren trotz ihrer starken Leistung zutiefst enttäuscht, fehlte ihnen doch nur ein Tor zum Glück. So darf sich die ganze Handball-Szene in Coburg auf eine weitere Saison A-Jugend-Bundesliga in Gelb und Schwarz freuen.

HSC-A-Jugend: Fa. Apfel, Hennig; Dude (3/1), Beyer, Lo. Korn, Harreß, Spörke (1), Wendel (4), Wolter, Preller (3), Härtl (7), Di. Mustafic (3/3), J. Knauer (6), N. Knauer.