Es wird für den HSC 2000 Coburg von Woche zu Woche schwieriger, mit einem positiven Gefühl nach vorne zu schauen. Wenn dann noch ein Gegner in die Vestestadt kommt, der zumindest auf dem Papier nicht zu bezwingen scheint, ist kaum daran zu glauben, dass in Kürze weitere Punkte auf das Bundesliga-Konto des HSC (8:40) dazukommen.

Vor einer solchen Mammut-Aufgabe stehen die Coburger am Sonntag (Anwurf um 16 Uhr in der HUK-Arena, live bei Sky) gegen die Rhein-Neckar Löwen.

1. Bundesliga

HSC 2000 Coburg (20.) -

Rhein-Neckar Löwen (4.)

Doch gerade in Vergleichen mit personell deutlich besser aufgestellten Mannschaften hat der HSC gezeigt, dass er durchaus mithalten kann, es in den meisten Fällen aber an Konstanz über die volle Spiellänge fehlt.

Die jüngste Niederlage in Ludwigshafen jedenfalls war ein Stimmungstöter. "Natürlich belastet das erst einmal. Wir haben nicht das erreicht, was wir wollten. Aber seit Dienstag geht der Blick nach vorne", ist Trainer Alois Mraz auf die kommende Aufgabe fokussiert.

Doch wie gelingt es, so einem vermeintlich übermächtigen Gegner vielleicht doch gefährlich zu werden? Denn bei den Löwen gibt es keine zwei Meinungen: Angefangen von Andreas Palicka und Nikolas Katsigiannis im Tor über Romain Lagarde, Albin Lagergren und Andy Schmid im Rückraum sowie Jannik Kohlbacher am Kreis verfügt der Tabellenvierte über eine Top-Besetzung.

Und natürlich darf der HSC auch die Außen Patrick Groetzki und Uwe Gensheimer nicht ins Laufen kommen lassen. Letzterer wird allerdings in der HUK-Arena nicht auflaufen. Wie der Verein am Donnerstag mitteilte, musste sich der 34-Jährige einer Meniskusoperation unterziehen und wochenlang ausfallen.

Auf Coburger Seite muss Pontus Zetterman, Tobias Varvne und Co. im Angriff mehr einfallen als zuletzt. "Wir dürfen gar nicht so sehr auf den Gegner schauen. Unabhängig davon müssen wir erst mal wieder selbst auf 100 Prozent kommen, an unsere Leistungsgrenze gehen", fordert Mraz von seinem Team. Ob dabei Torhüter Konstantin Poltrum und Rückraumakteur Christoph Neuhold mithelfen können, wird sich erst kurzfristig entscheiden.

Natürlich hat der HSC-Coach bemerkt, dass es in seinem Team klemmt und dieses zuweilen verkrampft agiert. Trotzdem soll es gegen die Rhein-Neckar Löwen Selbstvertrauen tanken. Nach den letzten Auftritten fragen sich die Fans trotzdem: Wie kommt das Team wieder dorthin, um dem Gegner einen offenen Fight zu liefern? Dazu wäre es enorm wichtig, eine Partie länger als eine Viertelstunde ausgeglichen zu gestalten. Denn das ständige An- und Hinterherrennen ist sicherlich nicht förderlich.

Wetzlar und Ludwigshafen machen es vor

Die Eulen Ludwigshafen waren den Löwen vor zweieinhalb Wochen ebenbürtig und hatten diese am Rande einer Niederlage. Das Rezept: verhindern, dass die individuelle Überlegenheit der Mannheimer in Tore umgewandelt wird. Vielleicht kommt dem HSC entgegen, dass es gegen den zweimaligen deutschen Meister vermutlich weit weniger kampfbetont zur Sache gehen wird als in Ludwigshafen, pflegen die Gäste doch eher ihr spielerisches Potenzial auszuschöpfen. Doch das ging in dieser Saison auch schon häufig daneben. In der Liga haben die Löwen nicht zuletzt nach der jüngsten Niederlage bei der HSG Wetzlar, bereits die sechste der laufenden Saison, den Anschluss an die Ligagrößen Kiel und Flensburg längst verloren.

Nun geht es lediglich noch darum, einen Europapokalplatz zu sichern. Gegen Magdeburg, Göppingen, aber auch noch Berlin, den Bergischen HC und Melsungen kein leichtes Unterfangen. Punktverluste gegen das Schlusslicht aus Coburg sind da definitiv nicht eingeplant. Es ist somit ein Aufeinandertreffen zweier Teams mit Katerstimmung und enttäuschten Erwartungen.

Die Aufgebote

HSC 2000 Coburg: Kulhanek, Dreyer - Preller, Nezhad, Sproß, Nenadic, Billek, Mustafic, Knauer, Zettermann, Varvne, Schikora, Kurch, Zeman, Grozdanic, Schröder

Es fehlen: Apfel, Poltrum, Neuhold

Trainer: Alois Mraz

Rhein-Neckar Löwen: Katsigiannis, Palicka - Schmid, Veigel, Kirkelokke, Lagarde, Patrail, Tollbring, Ahouansou, Lagergren, Groetzki, Gislason, Nielsen, Nilsson, Kohlbacher

Trainer: Martin Schwalb

Schiedsrichter: Julian Fedtke und Niels Wienrich