Coburg"Wir müssen jetzt analysieren, warum wir gegen den HC Erlangen verloren haben", sagte HSC-Trainer Alois Mraz nach der 28:33-Niederlage am Mittwoch im Franken-Derby. Viel Zeit bleibt den Bundesliga-Handballern des HSC 2000 Coburg dafür nicht mehr. Schon am Sonntag müssen sie in Berlin bei den Füchsen antreten. Anwurf ist um 16 Uhr in der Max-Schmeling-Halle.

Das Wesentliche: Handball spielen

"Manchmal ist es gar nicht so schlecht, wenn Spiele schnell hintereinander kommen, dann muss man sich schnell wieder auf das Wesentliche konzentrieren", sagte Mraz zum straffen Zeitplan des HSC. Nach dem Füchse-Spiel am Sonntag kommt die HBW Balingen-Weilstetten am Donnerstag in die HUK-Coburg-Arena auf der "Lauterer Höhe", am Sonntag darauf empfängt der HSC den TBV Lemgo Lippe. Doch schon diesen Sonntag könnte der HSC rechnerisch abgestiegen sein.

Verliert Coburg in Berlin, hat der HSC 14 Punkte Rückstand auf Balingen. Bei noch zwölf zu holenden Punkten ist das nicht mehr aufzuholen, egal, wie die Konkurrenz spielt. Erkämpft sich Coburg ein Unentschieden gegen Berlin, sind auch 13 Punkte in sechs Spielen nicht mehr aufzuholen. Gewinnt Coburg, könnte der HSC rein theoretisch zwölf Punkte aufholen, müsste aber auch noch den direkten Vergleich gegen Balingen gewinnen.

"Wir haben weiter unser Ziel vor Augen", sagte Mraz. "Wir wissen zwar, dass der Abstieg rechnerisch möglich ist, aber wir bereiten uns ganz normal auf Berlin vor und gehen im Vorfeld nicht davon aus, dass wir absteigen werden." Wie bereits bekannt ist, werden Max Preller, Jakob Knauer und Justin Kurch nicht mit dabei sein können. "Tobias Varvne hatte eine dicke Hand nach dem Derby, da hoffe ich, dass es nur eine Prellung ist. Es wird sich noch zeigen, ob er spielen kann."

Lehren aus dem Derby ziehen

Auf den HSC Coburg kommt mit Berlin eine starke Mannschaft zu, die mit Dejan Milosavljev einen emotionalen und gut parierenden Torwart hat. Gegen die Füchse ging das Hinspiel Ende November mit 25:32 verloren. "Dass das Rückspiel auswärts ist, macht es nicht leichter für uns", gab Mraz zu. "Wir müssen versuchen, unseren effektiven Angriff durchzubringen - den wir gegen Erlangen über weite Strecken auch gezeigt haben - und die schnellen Spieler der Berliner stoppen, um dort etwas zu holen. Heute und morgen werde ich die Mannschaft aufbauen und ein paar Sachen aus dem Erlangen-Spiel verbessern", sagte Mraz am Freitag.

Die Füchse Berlin haben nach zuletzt vier Siegen hintereinander eine Serie, die sie natürlich auch gegen den HSC Coburg fortsetzen wollen. "Sie sind zwar Tabellenletzter, was uns aber nicht täuschen darf. Sie haben ja noch zwei, drei Spiele Rückstand. Wir müssen den Gegner sehr ernst nehmen, um selbst nicht zu stolpern", sagte Berlins Trainer Jaron Siewert gegenüber der dpa. Als Tabellenfünfter kämpfen die Berliner noch um einen Europapokalplatz.

Am Samstag fährt das Team von Alois Mraz mit dem Zug nach Berlin. "Ich denke, wir werden keine Probleme mit der Zugfahrt haben. Wir sind einen Tag vor dem Spiel in Berlin und die Fahrt geht recht schnell." Zumindest werden die Coburger so keine Reisestrapazen als Ausrede für den eventuellen Abstieg haben...