Technik, Taktik, Tempo, Tore am Fließband: All das, was den Hallenfußball so attraktiv macht, gab es am Wochenende in der HUK-Arena zu bewundern. Das Erstaunlichste daran aber war das Alter der Handelnden. Denn nicht etwa abgezockte Seniorenkicker boten das Spektakel, sondern junge Kicker im Alter von zwölf bis 15 Jahren aus der ganzen Republik, die der Einladung des FC Coburg in die Vestestadt gefolgt waren.
Beim zweiten VR-Bank Junior Soccer Cup der U 13 und U 15 spielten unter anderem die Nachwuchshoffnungen aus Köln, Leverkusen, Wolfsburg, Stuttgart, Hoffenheim, München, Fürth, Nürnberg oder Leipzig groß auf und sorgten für Stimmung auf den gut gefüllten Rängen.
Es ist sicherlich keine gewagte Prognose, dass der ein oder andere zukünftige Fußballprofi seine sportliche Visitenkarte in Coburg abgegeben hat.
Dafür haben die Organisatoren des FCC rund um Alexander Pietsch keine Mühen gescheut, wie zwei nackte Zahlen nachdrücklich belegen: Rund 200 Übernachtungsmöglichkeiten für Spieler galt es in Familien der Veste-Kicker zur Verfügung zu stellen, rund 100 Helfer waren nötig, um das Turnierwochenende mit Aufbau, Turnierleitung, Hallensprechern, Ordnern, Bewirtung, Kasse und Abbau zu stemmen.
"Wir haben dieses Großprojekt in einer gemeinsamen Kraftanstrengung gestemmt, an der sich der gesamte Verein beteiligt hat: Spielereltern aller Jahrgänge, Trainer, Spieler aus unseren Erwachsenen-Mannschaften, Vorstand und Vereinsbeirat - einfach alle haben mit angepackt. Das macht mich einfach stolz!", zog Pietsch Bilanz.


"Wir kommen wieder!"

Der Aufwand hat sich offenbar auch aus Sicht der teilnehmenden Bundesligisten gelohnt, die einhellig das Turnier und die Coburger Gastfreundschaft lobten. "Einfach den Termin für das kommende Jahr durchgeben. Wir kommen auf jeden Fall wieder", meinte stellvertretend der Trainer der Junglöwen vom TSV 1860 München.
Die Coburger Gastfamilien waren ihrerseits sehr angetan von ihren durchweg höflichen und sehr disziplinierten Gästen, die die von ihren Trainern angeordneten Zubettgehenszeiten akribisch einhielten.
Durchaus zum Vorbild taugten die Spieler aus den Bundesliga-Leistungszentren aber natürlich auch auf dem Hallenparkett. Effektive Leipziger, spielstarke Clubberer, quirlige Stuttgarter oder taktisch enorm disziplinierte Berliner demonstrierten den jungen Veste-Kickern wie auch den zahlreich zuschauenden Jugendspielern aus der Region, was mit dem runden Leder möglich ist.


Stimmung beim Coburger 3:3

Auch wenn den FCClern meist das Nachsehen blieb, landeten sie doch den einen oder anderen Treffer. Und gegen Jahn Regensburg schnupperte die FCC-U 13 beim 3:3 gar am Sieg und brachte die Halle zum Kochen.
Wolfgang Gremmelmaier, Vorstand von Namenssponsor VR-Bank, fasste treffend zusammen: "Das ist wirklich ein unglaublich beeindruckendes fußballerisches Niveau. Es macht große Freude, die Begeisterung hier mitzuerleben. Und als Sponsor freuen wir uns natürlich auch über die gegenüber dem Vorjahr gestiegenen Zuschauerzahlen."
Bereits mit seiner zweiten Auflage hat sich der VR-Bank Junior Soccer Cup mithin als feste Größe im Turnierkalender vieler Bundesligisten etabliert. Coburg bleibt also auch in den nächsten Jahren Treffpunkt der deutschen Fußball-Toptalente.


Leipzig gewinnt bei der U 13

Zwei Tore ein Klub: Während sich Leipzigs Bundesligaprofi Davie Selke am Samstagabend ärgerte, dass sein Treffer zum vermeintlichen 4:0 im Bundesligaspiel gegen Eintracht Frankfurt in der Schlussminute aberkannt wurde, jubelte nahezu gleichzeitig der U 13-Keeper der "Bullen" über sein Traumtor: Jonas Nickisch gelang mit einem Vollspannschuss aus der eigenen Hälfte heraus 31 Sekunden vor Schluss das wichtige 2:2 im Finale gegen den schon wie als sicherer Turniersieger aussehenden 1. FC Nürnberg. Weil die Franken um den mitkickenden Mintal-Sohn dann auch noch ihre drei Neunmeter verschossen, wurde der junge RB-Torwart endgültig zum Helden in Reihen des Turniersiegers.


TSG Hoffenheim siegt bei der U 15

Auch beim U 15-Turnier traf der FC Nürnberg auf RB Leipzig. Diesmal dreht der "Club"-Nachwuchs im Halbfinale den Spieß um und erreichte durch ein 4:1 im Neunmeterschießen das Finale. Im zweiten Semifinale ließ der überragende Vorrunden-Gruppensieger TSG Hoffenheim dem VfB Stuttgart bei seinem 4:0-Sieg keine Chance.
Im Finale benötigten die Hoffenheimer jedoch das Neunmeterschießen, um sich hier mit 8:7 gegen den FC Nürnberg durchzusetzen. Platz drei sicherte sich der VfB Stuttgart durch ein 2:1 gegen RB Leipzig. ct